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McIntosh MA7200 AC

Test-Fazit: Plinius M8 und SA-103

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Test-Fazit: Plinius M8 und SA-103

Meine latente Neigung zu Class-A- und Röhrenverstärkern hatte ich Ihnen glücklicherweise bereits eingangs gebeichtet. So dürfte es nicht überraschen, wenn ich nun zum Schluss komme, meine Zeit mit dem neuseeländischen Tandem als äußert hörvergnüglich empfunden zu haben. Überrascht hat mich, dass sich dieses Urteil nicht nur auf den von mir so geschätzten Class-A-Modus gründet, sondern auch noch unumschränkt Bestand hat, wenn die Endstufe Plinius SA-103 im AB-Betrieb werkelt.

Plinius-Kombi

Im Vergleich zur durchaus ja reichlich vorhandenen Konkurrenz sollte der kraftvolle, gleichwohl gut auflösende, nuancenreiche Klangcharakter der Plinius-Verstärkerkombi für einige Aufmerksamkeit bei solchen Hörern sorgen, die mit ihrer Anlage nicht nur Partituren verfolgen, sondern sich ebenso gerne lustvoll von einer ungewohnt realistischen Klangästhetik in die Musik hineinziehen lassen wollen.

Zu meinen bisherigen Spitzenreitern in dieser Kategorie, Tenor-Audios-75-Wi-Monoverstärkern und Hegels H30-Stereoendstufe mitsamt Vorverstärker P30, gesellt sich somit eine hochwillkommene Alternative.

Klangprofil Plinius M8 und SA-103:

  • Beide Plinius-Verstärker sind ausgesprochen stabil und gut verarbeitet, dabei assoziativ mehr dem soliden Maschinenbau verbunden als filigranem Juweliershandwerk.
  • Plinius-FernbedienungTiming, Dynamik und Raumdarstellung können auch kritische Hörer überzeugen.
  • Eine präzise und glaubhaft-plastische Darstellung von Klangkörpern gelingt beiden Verstärkern auf sehr hohem Niveau, wenn auch in dieser Hinsicht manche Geräte die Messlatte noch etwas höher legen. Das überdurchschnittlich breit angelegte Panorama wird dabei von einer klassengemäßen, aber eben weniger ausufernden Tiefen- und Höhendarstellung ergänzt.
  • Insgesamt liegen Vor- und Endverstärker, Letzterer insbesondere im reinen Class-A-Betrieb, eine Handbreit auf der tonal wärmeren Seite, sind aber von schönfärberischer Euphonie genauso weit weg wie Sushi von Rollmöpsen. Die Mitteltonlagen geraten sehr ansprechend und die Höhen fügen sich harmonisch ein.
  • Mir gefällt diese tonal leicht wärmere Abstimmung auch deswegen gut, da sie an keiner Stelle durch mangelndes Auflösungsvermögen erkauft wird. Details liefern Plinius M8 und SA-103 in Hülle und Fülle, nur werden sie eben nicht in gleißendes Licht getaucht. Solch eine Reizüberflutung führt bisweilen zu vorschneller Ermüdung – kein Problem für Pliniuseigner.
  • Die erstaunlich tiefreichende Bassabteilung stellt das Klanggeschehen auf ein überaus solides Fundament. Auch bei den tiefen Frequenzen verblüfft die Plinius-Vor/End-Kombination durch ungewohnten Farbreichtum. Manche Verstärker können zwar ebenfalls ganz ordentlich in den Basskeller hinabsteigen, klingen dabei aber oft irgendwie beliebig. Wenn dann von einem schwarzen Bass die Rede ist, versteckt sich dahinter häufig tatsächlich ein eher monochrom angelegtes Klangbild. Dahingegen zeigen Plinius M8 und SA-103, dass es auch unterhalb von 100 Hertz noch eine Menge Klangfarben, Schattierungen und Abstufungen zu entdecken gibt.
  • Stellt die Endstufe Plinius SA-103 schon im AB-Betrieb preisklassenbezogen eine exzellente Wahl dar, erreicht man mit dem Wechsel auf Class-A gerade im Bereich der Höhen und Mitten ein nochmals „feineres“ Qualitätsniveau: Die Wiedergabe gewinnt an Glanz und Geschmeidigkeit und kommt damit selbst sehr guten Röhrenverstärkern nahe. Der Preis dafür: Ein geringfügiger Verlust an Basskontrolle und eine weniger großzügige Raumabbildung. Das lässt sich verschmerzen.

Fakten:

Vorstufe M8

  • Modell: Plinius M8
  • Gerätegattung: Hochpegel-Vorstufe
  • Preis: 4.500 Euro
  • Maße & Gewicht: 450 x 90 x400 mm (BxHxT), 5,5 kg
  • Farbe: Silber oder Schwarz
  • Eingänge: 4 x Cinch, 1 x schaltbar zwischen Cinch/XLR, 1 x Prozessor
  • Ausgänge: 2 x Cinch, 1 x XLR
  • Sonstiges: Fernbedienung
  • Leistungsaufnahme: circa 11 Watt im Leerlauf
  • Garantie: 2 Jahre

Stereoendstufe SA-103

  • Modell: Plinius SA-103
  • Gerätegattung: Stereo-Endverstärker
  • Preis: 8.200 Euro
  • Maße & Gewicht: 500 x 220 x 455 mm (BxHxT), 38 kg
  • Farbe: Silber oder Schwarz
  • Eingänge: 1 x Cinch, 1 x XLR
  • Ausgänge: 2 x Lautsprecherausgänge
  • Sonstiges: von Class-AB auf Class-A umschaltbar, Monobrückenbetrieb möglich
  • Leistungsaufnahme: circa 50 Watt (Class-AB) und 410 Watt (Class-A) im Leerlauf
  • Garantie: 2 Jahre

Plinius SA-103

Vertrieb:
Audioconcept HiFi Vertriebsgesellschaft mbH
Kirchenpforte 7 | 55546 Frei-Laubersheim
Telefon: 06709 – 439
eMail: contact@audioconcept.eu
Web: www.audioconcept.eu

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Test: Plinius M8 und SA-103 | Vor-End-Kombi

  1. 5 Test-Fazit: Plinius M8 und SA-103

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: TW-Acustic Raven AC Tonarm: Analog Tools, Pyon Sound Iris SE Tonabnehmer: Dynavector XV-1S, Steinmusic Aventurin6, Lyra Titan i, Denon DL 103R Sonstiges: Plattentellermatten von Dereneville und Steinmusic

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Abbingdon Music Research DP-777 CD-Player: Ensemble Dirondo (Laufwerk) Musikserver: Innuos Zenith Mk.II

Vollverstärker: Devialet D-Premier

Vorstufen: Hochpegel: Accustic Arts Tube Preamp II Mk.2 Phonoverstärker: Einstein The Turntables Choice

Endstufen: Dartzeel NHB-108 (Stereo), Tenor Audio 75 Wi (Monos)

Lautsprecher: Acapella La Campanella, Clockwork Event Horizon

Kabel: Lautsprecherkabel: Analog Tools Reference Serie NF-Kabel: Analog Tools Reference Serie Netzkabel: Steinmusic Highline Netzleiste: Nordost QRT QB4 und QB8 Sonstiges: Analog-Tools-Phonokabel (Reference Serie)

Zubehör: Stromfilter: Trenntrafos von Steinmusic und Moll-Audio, Furutech-Steckdose Sonstiges: AHP-Klangmodule, Steinmusic Harmonizer

Sonstiges: Racks von Copulare und Audio Lignum, Basen von Symposium Acoustics und Acapella

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 23,4 m² Höhe: 2,64 m

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