Testfazit: Phonosophie Phonopre One
Geht es Ihnen um Flexibilität, so kann der kompakte Phono-Vorverstärker Phonosophie Phonopre One richtig punkten: MM- wie MC-Systeme finden Anschluss und lassen sich aufgrund reichlicher Möglichkeiten zur Anpassung von Verstärkung, Kapazitäten und Impedanzen optimal betreiben. Dem einen oder anderen könnten vielleicht ein zweiter Phonoeingang oder zusätzliche Entzerrerkurven, etwa solche für alte Deccas oder Columbias, fehlen. Aber das sind eher Luxusprobleme. Zumal der Phonoamp aus der Hansestadt klanglich weit oberhalb seiner Preisklasse mithalten kann.

Woran das liegt? Nun, der Phonopre One spielt musikalisch flüssig und rhythmisch korrekt. Entzerrt der Phonosophie die Signale, scheint das Zusammenspiel der Musiker selbst dann noch stimmig, wenn es mit anderen Lösungen bereits lustlos und unbestimmt wirkt. Ist Dynamik gefordert, duckt sich der Phonopre One nicht weg, sondern scheint geradezu in seinem Element zu sein. Dem Hörer kredenzt er ein regelrechtes Impulsfeuerwerk, das sich gewaschen hat.
Dabei profitiert Hansens „Wunderkästchen“ von einem erstaunlich ruhigen Hintergrund. Tiefgang im Bass und Auflösungsvermögen lassen in seiner Preisklasse ebenfalls wenig Wünsche offen, wenngleich teurere Wettbewerber hier noch etwas mehr liefern können. Gleiches gilt für die Raumabbildung und Plastizität der Abbildung. Tonal ist es, wie so oft, Geschmackssache: Der Phonosophie geht in den Mitten etwas wärmer und im Hochton milder vor, wer sehr auf „lineare Studionorm“ aus ist, wird mit ihm weniger bedient.
Kurz und gut: Gemessen an heute üblichen Highend-Expresszuschlägen sind die knapp 2.000 Euro, die Phonosophie für den quicklebendigen und klangstarken Phonopre One aufruft, ein durch und durch seriöses Angebot.
Steckbrief Phonosophie Phonopre One:
- Der Phonosophie Phonopre One setzt Rauminformationen, so auf der Platte vorhanden, akkurat um. Er zieht die Klangbühne bei Bedarf weit auf und muss, wenn es um die Ausleuchtung der Raumtiefe geht, in seiner Preisklasse keine Konkurrenz fürchten. Dreidimensionalität und Abbildung gelingen dem Phonosophie durch die Bank sehr ansprechend.
- Der dezent gesoftete Hochton vermeidet harsche Misstöne, ohne wichtige Informationen zu unterschlagen. Langzeit-Hörgenuss ist mit der Hamburger Phonostufe kein werberisches Versprechen, sondern Fakt. Auch weniger perfekte Aufnahmen geraten mit ihm nicht zur Qual. Erst bei muffigen und dumpfen Produktionen muss auch er die Segel streichen.
- In den Mitten überzeugt der Phonopre One mit feinen, für transistorierte Phonostufen durchaus kräftigen Klangfarben und ein wenig Wärme. Da wirkt nichts blutleer, sondern wunderbar lebendig. Tonal geht das für mich in Ordnung, auch wenn andere neutraler performen dürften.
- Kein halbwegs realitätsnahes (Klang-)Erlebnis ohne ordentlichen Bass. Deshalb gehört ein kraftvoller und tiefreichender Tiefton selbstverständlich zum Repertoire des Phonopre One. Eher medium-dry denn supertrocken, erinnert der Bass des Phonopre One durchaus an gute Röhrendesigns, knickt aber auch bei fiesen Impulsen nicht ein.
- Grob- wie feindynamisch in seiner Preisklasse kaum zu schlagen. Wer hier noch mehr verlangt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Daraus resultiert ein überzeugender Livecharakter, mit dem der Phonopre One seine Hörer in den Bann zieht und die Musikwiedergabe höchst lebendig gestaltet. Eben typisch Phonosophie.
- Feinzeichnung und Detailliebe sind für Ingo Hansens Phonovorverstärker keine ungeliebte Pflichtübung. Ohne sich gleich als echtes Analysetool zu präsentieren, bringt es Feines und Leises zu Gehör.
- Die Vielzahl von Einstellmöglichkeiten dürfte den allermeisten Tonabnehmern – MM oder MC – optimale Bedingungen bescheren. Ungewöhnlich, aber funktional ist die Aussteuerungsanzeige, die mittels blau flackernder LED die perfekte Verstärkungsstufe visualisiert.
- Gute und solide Verarbeitung, die sich vor allem an technisch Sinnvollem orientiert, aber weder Designfans noch Materialfetischisten beeindrucken dürfte. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die BNC-Buchsen für die Ein- und Ausgänge.
Fakten:
- Modell: Phonosophie Phonopre One
- Konzept: MM- und MC-fähige Phonovorstufe
- Preis: 1.998 Euro
- Ein- und Ausgänge: je 1 x BNC-Doppel (versilbert)
- Abmessungen und Gewicht: 140 x 64 x 178 mm (BxHxT), circa 1 Kilogramm
- Sonstiges: Verstärkung: +34 dB bis +66 dB, Eingangsimpedanz: 60 Ohm bis 1320 Ohm, Eingangskapazität: 100 pF bis 600 pF
- Garantie: 2 Jahre
Phonosophie Telefon: +49 (0) 40837077
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