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Phonosophie DAC1: Klang

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  1. 2 Phonosophie DAC1: Klang

Um es vorweg zu sagen: Die klanglichen Unterschiede von D/A-Wandlern sind meiner Erfahrung nach nicht mit denen von Verstärkern und erst recht nicht Lautsprechern zu vergleichen und häufig erstaunt es, wie highfidel es sich auch für kleines Geld wandeln lässt. Was beispielsweise Ingo Hansen, wie er mir gegenüber betonte, bestreitet, vermutet er doch zuallererst Fehler in der restlichen Kette, wenn sich Geräte nicht signifikant differenzieren.

Aber wie dem auch sei: Wer in Sachen Verstärkung, Schallwandlung und natürlich auch Raumakustik bereits einen mehr oder weniger highendigen Weg eingeschlagen und entsprechend investiert hat, wird die Vorzüge, die höherpreisige DACs mit sich bringen können, auf jeden Fall zu schätzen wissen.


Dem Master-Schalter kommt Bedeutung zu, falls man sich später einmal für einen momentan noch in der Entwicklung befindlichen neuen Phonosophie-CD-Player entscheiden sollte, backbordseitig hat’s am DAC1 zudem einen Schalter für den Einsatz eines zukünftigen externen Netzteils

Vielleicht hilft es in diesem Zusammenhang, einmal grob zu klassifizieren, wie unterschiedlich ausgeprägt sich Klangunterschiede offenbaren können – okay, sehr subjektiv, aber vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich wie mir:

Vergleichsweise selten hat man es mit Komponenten zu tun, bei denen man aufs erste Hören keine rechten Unterschiede zu seinen Arbeitsgeräten wahrzunehmen vermag, erst nach einigen erbsenzählerischen Hin-und-Her-Vergleichen geht einem irgendwann vielleicht ein (kleines) Licht auf. Dann gibt es die Art von Probanden, bei denen man sofort Abweichungen registriert, diese aber auf Anhieb nur etwas schwammig definieren kann (à la „klingt irgendwie nervöser“, „wirkt sauberer“, „hat was Anmachenderes“ etc.). Zu guter Letzt können die Eigenschaften von Geräten so unmissverständlich am Trommelfell rütteln, dass es bereits nach dem ersten Hören nicht nur zu mehr oder weniger blumigen Beschreibungen reicht, sondern man imstande ist, gleich die Ursachen mitzuliefern: „Klingt anmachender, weil höhere Grobdynamik im Bass und zudem mehr Hochtonpegel“.

Laut Phonosophie gibt es beim beiliegenden Netzwerkkabel eine zu bevorzugende Laufrichtung

Keine Sorge, ich will jetzt nicht mit einer Gute-Nacht-Geschichte zum Thema „Wie lange braucht der Dames bis bei ihm der Groschen gefallen ist?“ Ihren Kopf aufs iPad oder die Computertastatur knallen lassen, aber möglicherweise ist es mit Blick auf die Aussagekraft dieses Berichts ja doch ganz brauchbar, wenn ich verrate, dass der Phonosophie DAC 1 im ersten Quercheck mit meinem Northstar-USB-dac32-Wandler (jeweils via USB, sprich Laptop und JRiver Mediaplayer gefüttert) zwischen die zweite und dritte Kategorie fiel.

So ist der tonale Unterschied aufgrund des Tatsache, dass der italienische Northstar grundsätzlich etwas heller/leichter aufspielt als „Normalnull“, vergleichsweise klar zu erkennen: Der Phonosophie DAC1 tönt etwas wärmer, liefert mehr Substanz im Bass und gehört zweifelsohne zu den so ziemlich auf der tonalen Ideallinie agierenden Komponenten.

Ansonsten ist im Zusammenspiel mit meiner transparenten Funk/Audionet/Thiel-Kette eigentlich kaum zu überhören, dass die Hansen’sche Black Box ein im positiven Sinne – Stichwort „Klangunterschied Klasse zwei“ – unaufgeregtes, unkompliziertes und gleichzeitig sehr lebendig-spielfreudiges Klangbild produziert, das mit den gängigen Klischees von Digitalklang recht wenig gemein hat.

Aber begeben wir uns zusammen mit unserem Probanden doch einfach mal ganz entspannt in ausgedehntere Klang-Klausur und betreiben nähere Ursachenforschung:

Die Hochtonwiedergabe des Phonosophie DAC1 ist zweifelsohne langzeittauglicher, leicht zurückhaltender Natur. Nein, keinesfalls weich, Transienten werden beispielsweise ebenso feindynamischGoran Kaifjes „punktgenau“ vermittelt wie etwa über meinen schnell-zackigen Northstar. Aber der Phonosophie verzichtet auf das letzte kleine bisserl Glanz oder Silbrigkeit in den oberen Lagen. Und „gefühlt“ könnte man zunächst auch den Schluss ziehen, ähnliche Zurückhaltung gelte mit Blick auf die Feinauflösung. Achtet man aber bewusst auf Mikrodetails wie beispielsweise das in Goran Kaifjes „Sand Boogie“ von Hi-Hat, Snare und Saxophon fast gänzlich überdeckte feine „Ticken“ – wahrscheinlich von den Anschlägen eines Ridebeckens herrührend – fällt einem auf, dass der Phonosophie-Wandler dieses ebenso offenbart wie der detailversessene Northstar.

Zumindest für die USB-Schnittstelle gilt dies. Via S/PDIF beziehungsweise mittels meines Fonel-Players angesteuert – wenngleich hier strenggenommen auch Äpfel gegen Birnen antreten, ändern sich eben doch auch „Laufwerk“ und Kabelage – verliert das Klangbild ein wenig an Hochtontransparenz und wirkt gleichzeitig einen Tick vollmundiger. Vielleicht mag das mancher sogar als noch gefälliger oder smoother goutieren, mir persönlich sagt es über USB etwas mehr zu. Dennoch bleibt die generelle Klangausrichtung über beide Eingangsvarianten im Großen und Ganzen die gleiche.

Test: Phonosophie DAC1 | D/A-Wandler

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