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Phonar Credo Primus: Vergleich Sehring S 703 SE, Quadral Rondo | Testbericht fairaudio

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  1. 4 Phonar Credo Primus: Vergleich Sehring S 703 SE, Quadral Rondo | Testbericht fairaudio

skinny puppyWir richten unseren Blick weiter südwärts: Der Begriff „erwachsen“ fiel ja schon – und darf angesichts dessen, was die Credo Primus im Bassbereich leisten, ruhig noch mal hervorgekramt werden: Fragte ich mich beim eben genannten Song „Black Smoke“ erstmalig, was unsere Probanden als Kompaktboxen in solch tiefen Kelleretagen überhaupt verloren haben, so wurde das sich vor mir aufbauende Fragezeichen nicht unbedingt kleiner, als ich Skinny Puppys „Haze“ (Album: Mythmaker, 2007) einlegte: Überragend wie der abrupt einsetzende, mit fetter Synthibass-Fläche und mächtigen Beats unterlegte, opulente Refrain in den Hörraum geschleudert wird – ja, „geschleudert“ trifft’s wirklich, denn der Titel ist vorzugsweise hochpegelig zu verköstigen, und was die Phonar bei fast schon fühlbarer Lautstärke grobdynamisch zutage fördern, verdient zweifelsohne höchsten Respekt:

In Sachen Pegelfestigkeit – allerdings sind eher kräftige (End-)Verstärker zu empfehlen, es braucht doch schon einer recht beherzten Rechtsdrehung am Lautstärkeregler, um es krachen zu lassen – und Tiefgang gehören die Phonar Credo Primus zu den ausgebautesten Kompaktlösungen, die ich kenne! Hinsichtlich Tiefgang toppt sie sogar Standboxen vom Schlage meiner hochgeschätzten Sehring S 703 SE, wenngleich diese dafür unten rum schon noch etwas differenzierter, durchgezeichneter agiert.

phonar primus bass-mitteltöner

Auch im Hochton sind die Phonar Credo Primus eher auf Langzeittauglichkeit und Fluss gezüchtet, als dass ein Ausmaß an Transparenz und Feindynamik an den Tag gelegt wird, wie das zum Beispiel eine mit Folienhochtöner bewehrte Quadral Rondo vermag: So werden der eingangs des Titels „Black Smoke“ zu hörende, an ein Wasserplätschern erinnernde Soundeffekt sowie die später einsetzende Perkussion über das Bändchenjesus lizard nicht nur tonal exponierter, sondern auch ausgearbeiteter, zackiger, crisper gezeichnet. Allerdings hat die Hochtonabstimmung der Phonar dann umso mehr die Nase vorn, wenn es gilt, aufnahmetechnisch dünn-zischelig eingefangene Becken zu transportieren: Jesus Lizards „7 vs. 8“ (Album: Head & Pure, 1990) kann da beispielsweise schon mal am Trommelfell kratzen, mit der Phonar gerät das Ganze – gleichwohl keinesfalls bedeckt klingend – vorbildlich eingängig und stressfrei.

Ich sag’s sicherheitshalber, um nicht versehentlich Missverständnisse zu provozieren: Klar lassen sich die deutlich preisgünstigeren Hannoveraner mit den Tarpern ansonsten kaum vergleichen – nicht nur in Bezug auf Einzeldisziplinen wie Tieftonautorität oder Mittenqualität, sondern vor allen Dingen über alles gehört spielen die Phonar Credo Primus mit Blick auf die Geschlossenheit, die Natürlichkeit des Klangbilds in einer anderen Liga als die merklich „kleiner“ und weniger kultiviert klingenden Rondos.

Øystein SevågUnd spätestens bei Hochton-Herausforderungen wie dem Song-einleitenden, hochfeinen Beckengespinst in Øystein Sevågs „Hanging Gardens“ (Album: Bridge, 1997) fällt auf, dass es deutlich zu kurz greift, die oberen Lagen alleinig mittels einer leichten Dezenz in Sachen Air/Superhochton und Zackigkeit zu charakterisieren, denn die Seidigkeit, die Schlüssigkeit, mit dem die Credo Primus diesen Teilbereich der Musik ohne jeglichen Anflug von Porosität oder Grauschleier ausnehmend natürlich wirkend zu Gehör bringen – ohne direkten A/B-Vergleich winkt man hier einfach mit nach oben gerichtetem Daumen durch – ist alles andere als selbstverständlich. (Die erwähnte Rondo wirkt beispielsweise poröser; mich erinnert die Hochtonperformance der Credo Primus vielmehr an meine Sehring S 703 SE, die allerdings noch ein bisserl mehr Air kann – eh eine ihrer Stärken).

phonar credo refernce

Dickes Ding: Die 38 mm starke Schallwand

Wer will, kann den oberen Lagen mittels rückseitig vorzufindender Steckbrücken noch zu einem Tick mehr Exponiertheit verhelfen, mit persönlich gefällt die Neutralstellung aber besser, integriert sich der Hochton für meinen Geschmack so am – da haben wir‘s schon wieder, dieses Wörtchen – stimmigsten ins Klangbild.

phonar credo primus

Test: Phonar Credo Primus | Kompaktlautsprecher

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