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Testfazit: Perreaux Audiant 80i

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  1. 4 Testfazit: Perreaux Audiant 80i

Kurz gefasst, geht der Perreaux Audiant 80i sowohl als vorbildlich praxistauglich als auch klanglich hochinteressant durch:

Da wäre zunächst das von einem kräftigen Ringkerntrafo versorgte Schaltungslayout, das routinierten Verstärkerbau kennzeichnet. Die Schnittstellen mit der gleichen Anzahl analoger wie digitaler Zugänge lassen den Betrieb eines ziemlich umfangreichen Gerätefuhrparks zu, wobei gerade die letzteren Ports Zukunftssicherheit versprechen. Der eingebaute DAC muss sich vor externen Lösungen kaum fürchten. Es sei denn, sie liegen in einem Preissegment ab etwa 500 Euro aufwärts, was dann aber auch nicht verwundert.

Klanglich wandelt der Audiant 80i sicher auf dem schmalen Grat zwischen kraftvoll, erdigem Grundton mit tiefem, trockenem und strukturiertem Bass und leichtfüßig-schwungvollem Mittelhochtonbereich, der sehr klar und transparent rüberkommt.

Attribute, die ihn sehr dicht an Top-Verstärker vom Schlage eines Symphonic Line RG 9 MK IV heranrücken, der im Bass noch massiver austeilt und vor allem bei der Raumabbildung näher an der Realität bleibt. Die Raumdarstellung des Perreaux ist in allen Dimensionen der virtuellen Bühne sehr luftig und groß, obgleich vorrangig in der Tiefe hervorragend gestaffelt. Ja, ein wenig zu groß und zu luftig, wobei er es auch nicht unangenehm überzieht. Denn: Er fügt alles zu einem stets fließenden und harmonischen Klangbild zusammen. Dabei bevorzugt er ohrenscheinlich kein bestimmtes Genre, jeder Musikstil kommt in den Genuss seines kraftvoll-souveränen und gleichzeitig weiträumig-entspannten Vortrags.

Steckbrief Perreaux Audiant 80i …

  • Der Amp reicht im Bass tief hinab mit trockenem, festem Charakter und gut nachvollziehbarer Struktur. Wenngleich größere Verstärkerboliden bisweilen noch fundamentaler und druckvoller „schieben“ können.
  • Sein Klangbild baut aus der Tiefe des Raumes heraus auf, wobei er es scheinbar Schicht um Schicht vor dem und um den Hörplatz herum arrangiert. Dabei gewährt der 80i tiefe und detaillierte Einsichten in jede Aufnahme, wobei er auch komplexe Strukturen sensibel auflöst, ohne sie dabei zu „sezieren“.
  • Die Raumabbildung ist in Tiefe und Breite sehr großzügig, was nicht immer der Realität – sofern die musikalische Vorlage als solche bezeichnet werden kann – entspricht. Der Audiant 80i interpretiert hier in allen Dimensionen eines gedachten Koordinatensystems ein wenig mehr Raum hinein als vorhanden. Ein gar nicht mal unangenehmer Charakterzug, zumal er auch nicht überstrapaziert wirkt. Der Ortbarkeit von Einzelereignissen und der „Organisation“ des Bühnenabbildes tut dies auch keinen Abbruch. Das alles ist tadellos. Was man in dieser Liga aber auch erwarten darf.
  • Die Übergänge der Frequenzbereiche ineinander hinterlassen einen ausnehmend fließenden und bruchlosen Eindruck, was den leichtfüßig-mühelosen Charakter des Klangbildes unterstützt.
  • Das Mittenband ertönt so körperhaft wie natürlich, vor allem bei Stimmen sehr klar und akzentuiert. Für mich ist er damit in seiner Klasse ganz weit vorn.
  • Gleiches gilt für die fast „luzide“ Hochtonetage, die mit sehr viel, aber keinesfalls aufgesetzt wirkender Strahlkraft überzeugt und dabei trotzdem – auch bei komprimierten Aufnahmen – nicht bissig wird.
  • Sein ausgeprägtes Rhythmusgefühl und das sehr gute Timing beziehen das Auditorium auf angenehme Weise emotional in das musikalische Geschehen ein, der dynamische Antritt überzeugt.
  • Sehr homogenes, fein gestaffeltes und sauberes Klangbild über den eingebauten DAC. Für Musik vom PC oder Mac via USB (Typ B) definitiv eine Aufwertung. Der integrierte Phono-Pre (MM) ist dagegen zwar gut gemeint, wird ambitionierte Vinylfans aber eher nicht überzeugen.
  • Die äußere Verarbeitung zählt zum massivsten und wertigsten, was man in dieser Klasse bekommen kann.

Fakten:

  • Modell: Perreaux Audiant 80i
  • Konzept: Vollverstärker mit MOSFET-Technologie und integriertem DAC
  • Preis: 2.800 Euro
  • Ausgangsleistung: 2 x 80 Watt/8 Ohm
  • Maße & Gewicht: 431 x 67 x 309 mm (BxHxT), 11,5 kg
  • Analogeingänge: 3 x Hochpegel (Cinch), 1 x Phono (MM)
  • Digitaleingänge: 1 x Koax, 2 x Optisch (Toslink), 1 x USB (Typ B)
  • Leistungsaufnahme: 35 Watt im Leerlauf, < 1Watt im Standby
  • Farbe: Silber
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:
Genuin Audio Vertrieb
Telefon: +49 (0) 355 38377808
eMail: thomas.wendt@mac.com
Web: www.genuin-audio.de

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Test: Perreaux Audiant 80i | Vollverstärker

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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