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Soundcheck: Onkyo DP-X1 DAP

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Soundcheck: Onkyo DP-X1 DAP

Klopfen wir zu Beginn die Pegelfestigkeit unseres Probanden ab: Mit Over-Ears wie dem Shure SRH 1840 (65 Ohm), aber auch dem noch empfindlicheren AKG K812 (36 Ohm) können zumindest ausgewiesene Lauthörer je nach Aufnahme an Grenzen stoßen. Meinen Ohren genügte es bei recht weit aufgerissenem Lautstärkehahn (meist 150 bis 155 auf der bis 160 reichenden Skala, hohe Verstärkerleistung in den Einstellungen) zwar im Grunde, aber großer (dynamischer) Headroom, um die Kuh fliegen zu lassen, bietet sich nicht. Nun, den HNO freut’s. Ein Lotoo PAW 5000 und insbesondere der bärenstarke iBasso DX-80 machen ihm da auf jeden Fall mehr Sorgen.

Was das rein qualitative und eben nicht quantitative Element der Wiedergabe betrifft, ist der Onkyo DP-X1 aber zweifelsohne ein adäquater Partner für hochwertige Bügelkopfhörer, gerade mit dem AKG K812 macht es richtig Spaß. Dennoch würde ich sagen, dass der Onkyo – klar, er ist ja auch ein DAP und kein stationärer Amp – leistungsmäßig eher auf In-Ears optimiert wurde, mit einem RHA T20 (16 Ohm), aber auch Soundmagic E80 (64 Ohm) ist man für alle Pegel- und Dynamikanforderungen gewappnet, die man seinen Ohren gesundheitlich (und drüber hinaus) zumuten darf. Wobei der tonal wärmere und grobdynamisch schön pfundige RHA T20 auch klangcharakterlich ein ausgezeichnetes Matching abgibt. Mit dem straighter abgestimmten Soundmagic E80 empfinde ich den Klang dagegen als zu hell.

Ja, der Onkyo DP-X1 ist in seiner Gesamttonalität im Zweifelsfall einen Tick auf der helleren, präsenteren Seite von neutral unterwegs, bietet gleichwohl aber einen anstandslos tiefreichenden, nur eben nicht gerade ausnehmend voluminösen, dafür sehr konturiert-präzisen Bassbereich – als brummig-warmer Schmusebär geht der Japaner nicht durch, zumindest nicht, wenn der interne EQ auf „flat“ steht.

Vielmehr zählen zackig-schnelle (Fein-)Dynamik, hohe Auflösung, ein sich bestens nach oben öffnender, luftiger Hochton sowie eine ortungsscharfe und ansonsten wohlbalancierte Bühnendarstellung, die einem weder zu dicht ans Ohr rückt, noch zu distanziert wirkt, zu den echten Assets des Onkyo DP-X1. Hier setzt der Japaner sicherlich einige Benchmarks, an denen sich andere DAPs, aber auch stationäre KH-Amps messen lassen. Üppig-warme Klangfarben oder fett-saftige Bassläufe scheinen ihm dagegen schon fast etwas zu ordinär zu sein: Etwas überspitzt ausgedrückt, mimt der DP-X1 fast das Gegenstück zu meinem kernig-zupackenden iBasso DX-80, der mit engerer Bühne und breiterem wie farbigerem Pinselstrich zeichnet und bei alledem ein sonoreres, auf mehr Bassdruck aufbauendes Klangbild inszeniert. Den kürzlich getesteten Lotoo PAW 5000 würde ich im Grunde zwischen diesen beiden Polen verorten. Klar, beide Geräte können freilich weder in Sachen Ausstattung/Vielseitigkeit noch Bedienkomfort mithalten.

Der filigrane Onkyo entwickelt darüber hinaus aber auch klanglich ganz eigene Qualitäten. Für feinsinnige Musikgenießer, die wissen möchten, welche subtilen Details sich in ihren Aufnahmen verbergen und sich durch eine schlackenlose, sehr aktive, bewusste Art des Hörens musikalisch involvieren lassen möchten, ist der DP-X1 allererste Wahl. Zumal er es bei aller Präsenz und Präzision nicht derart ins Kraut schießen lässt, dass die Wiedergabe zu artifiziellen Härten, Zischligkeiten oder Härten neigen würde – im Gegenteil, der Onkyo spielt sehr artefaktefrei. Angeraten ist allerdings, ihn mit Kopfhörern zu verbinden, die ebenfalls die nötige Akkuratesse und Sauberkeit mitbringen. Wie erwähnt, funktioniert der DP-X1 auch bestens mit dem neutral-präzisen (aber niemals metallischen) AKG K812. Eine Kombination, die mich bei längeren Hörsessions, selbst beim Arbeiten, als ich gerade diese Zeilen schreibe, nie ermüdete. Minderwertigen Ohrschmuck entlarvt der Japaner aber sicherlich recht schnell.

Test-Fazit: Onkyo DP-X1

Der Onkyo DP-X1 (auf Amazon ansehen) macht bereits durch seine Verarbeitung und noch mehr durch seine ebenso logische wie sehr ästhetische UI sowie seinen Featurereichtum klar, dass er sich auf keinen Fall zu gewöhnlichen Wald- und Wiesen-DAPs zählen möchte, sondern sich zu Höherem berufen fühlt. Dazu passend lässt er es klanglich durchaus distinguiert angehen – statt das Publikum laut und bassstark zum Moshen anzufeuern, bevorzugt er die gewählte, durchaus auch den Intellekt ansprechende Ausdrucksform – eine sehr hörenswerte Präzisionsmaschine für Musikenthusiasten, die sich intensiv und feinsinnig mit ihren Aufnahmen auseinandersetzen möchten und eine gewisse Sorgfalt bei der Wahl des geeigneten Kopfhörers walten lassen.

Fakten:

  • Produkt: Onkyo DP-X1
  • Konzept: Digitaler Audio Player
  • Preis: 799 Euro
  • Maße und Gewicht: 129,0 × 75,9 × 12.7 mm (B× H× T), 203 g
  • Schnittstellen: 2,5-mm- (sym.) und 3,5-mm-Klinke, Micro-USB-B (Digital Out, OTG), 2 x microSD-Port à 200 GB (max. Gesamtspeicher 430 GB), Bluetooth aptX, WLAN (802.11a/b/g/n/ac (Wi-Fi Direct/WPS)
  • Unterstützte Formate: DSD (DoP, 2,8 MHz/5,6 MHz/11,2 MHz), PCM bis384 kHz/24 Bit (/FLAC/ALAC/WAV/AIFF/Ogg-Vorbis/MP3/AAC/MQA)
  • Sonstiges: Metallgehäuse, 32 GB interner Flashspeicher, Equalizer, 4,7-Zoll-Touchscreen (11,9 cm) (1280 × 720 px), englische Bedienungsanleitung
  • Garantie: 24 Monate

Hersteller/Vertrieb:
Pioneer & Onkyo Europe GmbH
Gutenbergstraße 3 | 82178 Puchheim
Telefon: +49 (8142) 4208-10
eMail: Kontaktformular
Web: http://www.de.onkyo.com/de

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Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: MTX-MONITOR.V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Sehring 903, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: BMC Pure USB1, AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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