Test: Nubert nuVero nova 14 | Standlautsprecher
Drei, zwei, eins …
Im Test: Nubert nuVero nova 14 | Standlautsprecher
UVP zum Testzeitpunkt: 5.900 Euro
Es gibt den Begriff der schwäbischen Gründlichkeit. Dabei lässt man sich bewusst Zeit, probiert Neues aus, analysiert, vergleicht und kommt mit viel Geduld und Konzentration den gesteckten Zielen näher. Und aus eben diesen Gründen hat die „nuVero nova“ als Nachfolge-Serie der langjährigen Spitzen-Baureihe von Nubert (https://www.nubert.de/) wohl so lange auf sich warten lassen.
Erstmalig vorgestellt wurde die „nuVero nova“-Serie auf der High End 2025 in München. Dort war die hier zum Test einberufene Nubert nuVero nova 14, das zweitgrößte Modell der passiven Top-Produktfamilie im Portfolio der Schwaben, neben der kompakteren nuVero nova 9 und der extrem imposanten, mannshohen nuVero nova 18 zu sehen. Mittlerweile sind weitere Familienmitglieder hinzugekommen: die sehr kompakte nova 5, die als Center einsetzbare nova 7 und der 74 Kilogramm schwere Subwoofer Nubert nuVero nova 1w.

Die Nummernbezeichnungen geben übrigens bei der nuVero nova 14 das Gardemaß preis, in diesem Fall stattliche (fast) 140 Zentimeter Höhe. Für sicheren Stand und Stabilität und einen entsprechenden Abstand des nach unten strahlenden Bassreflexrohrs sorgt eine robuste Plattform, die sich optisch nahtlos einfügt und dank vier mittels Rändelschrauben justierbarer Ausleger auch für eine exakte Positionierung und Ausrichtung selbst bei Boden-Unebenheiten sorgt.


Der zweite Reflexport findet sich oben auf der Rückseite der Drei-Wege-Box wieder. Weiter unten entdeckt man die Bi-Wiring-Anschlussklemmen, deren hochwertige Machart eine Erwähnung wert sein dürfte. Stramme 46 Kilogramm wiegt eine 14er, meine Bandscheiben winselten beim Transportieren um Gnade, bei der Aufstellung empfehlen sich zwei weitere zupackende Hände. Die Mühen belohnt Nuberts nova 14 anschließend mit einer, entweder in hochglänzend schwarzer oder weißer Ausführung, unerwartet grazilen Integration in den Raum. Trotz ihrer hochragenden Erscheinung und den vielen frontseitig eingelassenen Chassis hinterlässt sie einen aufgeräumten Eindruck. Dafür ist nicht zuletzt die weiche, geschwungene Linienführung des schlanken Korpus verantwortlich.

Die Tieftonchassis nehmen die gesamte Breite der Front ein. Sie treten bei genauerer Betrachtung leicht hervor, man spricht hier von einer am Gehäuse „auskragenden Treibereinfassung“. Das macht tatsächlich optisch war her, während sich das Mittel-Hochton-Array als harmonisches Zentralstück zu erkennen gibt. Folgende Feststellung vielleicht noch ergänzend: Von oben betrachtet erinnert die Formgebung (mit ein bisschen Phantasie oder zwei, drei Viertele) an ein Instrument, und zwar an eine Lyra. Der sich nach hinten verjüngende Korpus verfügt über keine exakt parallel zueinander stehenden Seitenwände. Bei Einwinkelung direkt auf Hörachse bleibt der Korpus unsichtbar, man sieht lediglich die mit breitem Radius abgerundete Front; parallel aufgestellt ergibt sich eine ganz andere optische Wirkung. Was ich ebenfalls gelungen finde: Nirgends finden sich gerade Linien oder harte Kanten.

Die Anordnung der Tieftontreiber im oberen wie unteren Bereich sorgt für eine gleichmäßigere Raumanregung, sodass vertikale Raummoden geringer ausfallen. Die insgesamt drei knapp 17 Zentimeter messenden Tiefton-Chassis verfügen allesamt über einen starken Magnetantrieb und können ordentlich Hub; die Membran sind aus einem gedämpften, vierlagigen Carbonfaser-Material gefertigt. Irgendwann zwangsläufig einsetzende Materialresonanzen lassen sich, so berichtete mir Entwickler Thomas Bien im Gespräch, im Vergleich zu Polypropylen-Membranen in weit außerhalb des Treiber-Arbeitsbereichs liegende Bereiche verschieben. Gleiches gilt auch für die kompakteren, zehn Zentimeter messenden Mitteltontreiber, die sich in D’Appolito-Anordnung im Doppel um den neuen Aluminium-Hochtöner schmiegen.
Eines der primären Entwicklungsziele der nuVero-Nova-Serie, so Thomas Bien, ist ein verbessertes Rundstrahlverhalten. Bien führt hier den Begriff „Constant Directivity“ an, der darauf abstellt, dass sich die Klangcharakteristik, sprich die spektrale Zusammensetzung, in einem bestimmten Winkelbereich nicht wesentlich ändert. Diesen Effekt will er auch bei der nuVero-nova-Serie realisiert haben: Bis 45 Grad passiere eigentlich gar nichts, erst bei 60 Grad außerhalb der Achse werde alles ein klein wenig leiser, doch ohne relevante spektrale Änderungen. Für eine phasengleiche Abstrahlung – und damit keine Brüche entstehen und sich ein sehr großer Sweet Spot ergibt – war ein Zusammenrücken der Mittelhochton-Einheit und die Wahl einer tieferen Trennfrequenz erforderlich, so Bien. Zusätzlich kommt noch eine Diffusfeldentzerrung ins Spiel. Beides kombiniert, ergibt ein „homogenes und sauber durchzeichnetes Schallfeld“, das man bei Nubert als „BalancedField“ tituliert.

Zum besseren Verständnis: Von einem Diffusfeld ist dann die Rede, wenn sich der Direktschall mit dem raumbedingt reflektierten Schallanteilen vermischt und der Pegelanteil des reflektierten Schalls höher als der des direkten ist. Dieser „Schallsalat“ erreicht uns immer dann, wenn wir nicht im Nahfeld vor den Lautsprechern sitzen. Um unerwünschte Effekt auszubügeln, seien Filterungen notwendig. Bei der nuVero nova 14 lassen sie sich über rückseitige Steckbrücke bei Bedarf ein oder ausschalten.
Warum „bei Bedarf“, wird sich sicherlich jemand die Frage stellen. Weil die „Entzerrung“ mit einer relativen Anhebung des Pegels um etwa 2 Dezibel im Hochton realisiert wird – wohnt man im schallharten Umfeld mit vielen Fliesen und Glasflächen, ist das möglicherweise kontraproduktiv. Oder man ist einfach sensitiver Natur, was die obersten Lagen angeht, und mag es lieber softer. Dann empfiehlt sich anstelle der neutralen, sprich diffusfeldentzerrten, Steckbrücken-Einstellung der Wechsel auf die mit „sanft“ beschriftete Position. Auch wenn ich vorgreife, in praxi wirkt das so: Ohne (sanft) klingt es ein wenig weicher und abgerundeter, mit Diffusfeldentzerrung (neutral) zupackender und offener. Und wenn wir schon dabei sind: Die zweite Steckbrücke komplettiert die Raumanpassungsmöglichkeit in Sachen Tiefton. So kann eine zu nahe Wandaufstellung mit einer Abschwächung des Bass-Pegels von etwa 3 bis 4 Dezibel begegnet werden.

Bei den alten Veros wurde das sogenannte „Klangsegel“ eingesetzt, um die Beugungseffekte an den Kanten zu minimieren, bei der nuVero-nova-Serie sollen aufgrund der gewählten Gehäuseform Kantenbrechungen und damit einhergehende Pegeleinbrüche im Frequenzverlauf schlichtweg komplett eliminiert werden, und das mache sich laut Bien deutlich positiv bemerkbar. Die Verbindung aller Maßnahmen kürt Nubert mit dem Begriff des „WideStage“, bei dem sich ein unter breiten Winkeln homogenes Klangbild auch bei schwierigen Raumbedingungen und unabhängig von der Sitzposition einstellen soll. Ja, wie Thomas Bien enthusiastisch anmerkte, sogar beim Stehen und Umherbewegen.
Weiteres Augenmerk lag auf der Frequenzweiche. Getrennt wird bei der Nubert nuVero nova 14 mit einer Flankensteilheit von 24 Dezibel, sehr eng tolerierte, hochwertige Bauteile wie Folienkondensatoren, Luftspulen oder Eisenkernspulen sollen saubere, symmetrische Übergänge zwischen den Wegen ermöglichen. Der Impedanzverlauf wurde dabei so gestaltet, dass auch Röhrenverstärker problemlos zum Einsatz kommen können, so Bien.

Eine besondere Neuerung ist der Hochtöner. Metallkalotten waren bei Günter Nubert aufgrund ihres kritischen Aufbruchverhaltens eigentlich immer verpönt. Das hier jetzt trotzdem eine Metall- statt eine Seidenkalotte eingesetzt wird, ist, wenn schon kein Akt der Rebellion, so doch ein Novum. Um eine Abmahnung ist Bien, wie er selbst zugab, vermutlich nur aufgrund der „NRT“-Technologie herum gekommen. Diese Non-Resonant-Technologie ist ein Kunstgriff, bei dem aus dem relativ einfachen Material Aluminium das Verhalten einer kostspieligeren Beryllium-Kalotte rekonstruiert werden soll.
Resonanzen einer Metallkalotte setzen meist oberhalb von 20 kHz ein. Bei hohen Lautstärken können sie sich freilich schon recht früh in den hörbaren Bereich „hineinintermodulieren“. Deshalb ist Bien das Problem der Metallresonanz in zwei Stufen angegangen. Es gibt erstens das gut sichtbare Hochtongitter, das sowohl den Treiber vor neugierigen Fingern schützt als auch besagte Resonanzen durch einen im Inneren verbauten Reflektor um die Hälfte reduziert – und zweitens wird mittels eines elektronischen Saugkreises auf der Weiche eingegriffen. Im Ergebnis erhalte man laut Bien den gleichen Frequenzgang wie bei einer Diamant- oder Berylliumkalotte.
Nubert nuVero nova 14: Hörtest und Vergleiche
Gehört wurde die nuVero nova 14 mit verschiedenen Verstärkern – und diversen Roten, wie beispielsweise dem vorzüglichen GT Rotwein vom Weingut Bernhard Ellwanger oder dem Cuvée Trio vom Weingut Zimmerle. Doch sprechen wir besser von den Verstärkern: Hier gesellten sich zum günstigen WiiM Amp Ultra (599 Euro) der Nubert nuConnect AmpXL (1.800 Euro) und der Lyngdorf TDAI-2200 (4.500 Euro) in eben dieser, auch klanglich, aufsteigenden Reihenfolge.
Erfreulich: Die nuVero nova 14 ist, was Verstärker angeht, vollkommen „undivenhaft“. Selbst mit dem günstigen WiiM Amp Ultra klang es richtig gut, wurde je nach vorgeschalteter Verstärkung aber schlichtweg noch besser, die nova 14 skaliert die Qualität von vorgeschalteten Komponenten unmittelbar durch. Was die Einspielzeit anbelangt, sollte man übrigens durchaus ein wenig Geduld mitbringen, mit den ersten Tönen gab sich die 14er generell etwas zurückhaltend, legte das aber im Laufe der Zeit komplett ab.

Hochton
Im Hochton spielt die Nubert ungemein detailreich auf, ohne überambitioniert zu wirken. Von der generellen Gangart her ist’s grundehrlich und schnurgerade, es gibt kein Nachschärfen, es gibt kein Abdimmen. Ein praktisches Beispiel: Beim Stück „Walk Spirit Talk Spirit“ von Muriel Grossmann (Album: Plays the music of McCoy Tyner and Grateful Dead) zeichnet die Nubert nuVero nova 14 die perkussiven Elemente glanzvoller und mit einer transparenteren Feinzeichnung nach als etwa die mehr auf kernige Grundwärme bedachte aktive Abacus Mirra 14 Mk2 (circa 4.200 Euro).

Geschmacksache, sicherlich. Doch wer, wie meine Wenigkeit, regelmäßig im Stuttgarter Jazz-Club „Bix“ dem Schlagzeuger mit gelegentlich nur einer Armlänge Abstand im Rücken oder manchmal auch diagonal gegenüber sitzt, der mag es lieber kernig und klar. Kleine Anmerkung: Die vorhin erwähnte Diffusfeldentzerrung des Hochtöners funktioniert bei mir am besten, wenn die Lautsprecher parallel und nicht eingewinkelt aufgestellt werden.
Auflösungsvermögen
Kommen wir zum Auflösungsvermögen, das letztlich auch die Brücke in Richtung Räumlichkeit schlägt. Was mir hier besonders auffällt – insbesondere beim Stück „Loves Missing“ von Iggy Pop (Album: Free) –, ist die transparente und nuancierte Einfassung jeder noch so zarten stimmlichen Variation. Hier zeichnet die Nubert dramaturgisch exakt nach, ohne bei aller Akkuratesse im Detail die „natürliche Wiedergabe“ außer Acht zu lassen. Im Gegenteil, gerade was Natürlichkeit angeht, punktet die nuVero nova 14 für mich persönlich besonders. Das gilt gleichermaßen für Blasinstrumente, wie das Saxophon von Muriel Großmann, das sich mit Facettenreichtum und einer satten, chromatisch variantenreicher Struktur vor dem geistigen Auge manifestiert.
Puh, da fällt ein Vergleich tatsächlich schwer, im passiven Lager reicht eigentlich kaum etwas aus meinem Fundus an dieses außergewöhnlich feinpolierte Auflösungsvermögen heran, erst eine aktive Kii Seven (8.570 Euro) liefert ein Stück mehr ätherischer Luftigkeit bei minimal geringer ausgeprägtem Hang zur „Analytik“. Harte Exegese gibt es bei beiden nicht, aber die Nubert ist eine Nuance heller timbriert, was dem einen besser, dem anderen weniger gefallen mag. Aber ich muss schon sagen: Was die nuVero nova 14 hier abliefert, das ist weit mehr als anständig.
Räumlichkeit
Räumlich gibt sich die nuVero nova 14 variantenreich, ohne einen Hauch von artifizieller Künstlichkeit. Sie bleibt nicht stoisch auf der Grundlinie zwischen den beiden Lautsprechern verhaftet – oder zieht, umgekehrt, das Bühnengeschehen stets nach vorne. Vielmehr weiß sie sich der Aufnahme verpflichtet und marschiert dann nach vorne, wenn gefordert, und gibt sich reservierter, wenn ebenjenes angesagt ist – und sie liefert bei „Ansage“ auch ein breites Panorama und eine ausgeprägte Tiefenstaffelung. Das ist einerseits von einem Lautsprecher dieses Kalibers vielleicht erwartbar – aber die Selbstverständlichkeit, mit der das Geschehen und die Atmosphäre einer Aufnahme zur Geltung gebracht werden, die ist schon bemerkenswert.
Ich will versuchen, das an einem „umgekehrten“ Beispiel zu erklären. Bei der Live-Aufnahme „Castillian Drums“ vom The Dave Brubeck Quartet (Album: The Dave Brubeck Quartet at Carnegie Hall) hört man aufgrund der Mikrofonierung des Tonkutschers das Schlagzeug förmlich aus der „Ich-Perspektive“, das Publikum ist quasi nicht wie sonst der rückwärtige Raum in der Tiefe, sondern der davorliegende – also alles umgekehrt. Macht aber nichts, denn während sich meine in die Jahre gekommene Isophon Indigo mit diesen Feinheiten gar nicht lange aufhält und alles eher zentral mit Fokus auf die Boxengrundlinie drischt, zeigt die nuVero nova 14 ihre Fähigkeit zur nuancierten Raumstaffelung – und zwar ganz gleich ob nach vorne, hinten oder zur Seite. Sie baut hier tatsächliche eine fast schon begehbare Klangbühne auf; hinzu kommt noch, dass dieser Eindruck auch unabhängig davon entsteht, ob man nun im Sweetspot sitzt, steht oder gerade auf der Suche nach dem nächsten Album im Regal stöbert. Noch etwas fällt mir auf: Bei paralleler Aufstellung entsteht ein in sich geschlossenes und homogenes Bühnengeschehen, das mit einer sauber abgebildeten, lebensgroßen Bühnenhöhe aufwartet.
Da mir hier langsam der Platz ausgeht, fasse ich mich kurz: Orchestrale Werke wie die „Italienische“, Symphonie Nummer 4 in A major (Op.90) von Felix Mendelsohn (hier in der Fassung von Paavo Järvi / Tonhalle-Orchester Zürich), klingen groß und erhaben, die unterschiedlichen Instrumentengruppen positionieren sich akkurat und mit genügend Zwischenräumen. Da ich dem Stück erst vor Kurzem live lauschen durfte (SWR-Symphonieorchester), kann ich der nuVero nova 14 ein ehrliches Kompliment machen: Mein Sitzplatz auf der Empore erlaubt leider nicht den gleichen Grad an Differenzierung. (Ja, ja, ein deutlich besserer Platz wurde bereits eruiert und ist sozusagen in Arbeit, aber wieder zurück zum Thema.)

Dynamik und Impulsivität
Gut, wie sage ich es zensurfrei? Es ist Samstagabend, kurz vor neun Uhr, die Bewohner des Hauses kommen langsam zur Ruhe, im Hörraum bricht sich sanftes Licht in einem Glas rubinrot schimmernden „Enxertia Jaen Dão“ von Casa Da Passarella, und vorhin erwähntes Stück „Castillian Drums“ schiebt sich in die Playlist. Und dann, unfassbar, vollzieht sich mit einer Leichtigkeit ein Ausdrucksfeuerwerk, das mich unerwartet trifft und den Lautstärkeregler des Lyngdorf TDAI-2210 in vollkommen unvernünftige Regionen wandern lässt. Pegelfestigkeit? Aber sowas von!
Die Nubert nuVero nova 14 verzieht keine Miene, nicht ein Hauch von Anstrengung oder Nervosität ist zu spüren – eher unbändige Spielfreude und mitreißende Impulsivität. Der Wechsel von zart angedeuteten, fast streichelnden Bewegungen auf dem Ridebecken zu kraftvollen, explosiven Drum-Schlägen wirkt sagenhaft. Mühelos, das alles, authentisch-lebensgroß in der Darstellung, hochdynamisch und schlackenfrei. Eher gemütlich und hyggeliger verrundend agiert da meine Isophon Indigo, wenn sie einen Vergleich haben wollen. Wird also Explosivität, dynamische Wendigkeit im Groben wie Feinen sehr geschätzt, lässt sich bei der Nubert ein Haken dran machen. Das kann sie.
Mittenband
Das Stichwort „Transparenz“ hatten wir schon, es zieht sich wie ein roter Faden durch meine Aufzeichnungen. Auch die Mitten bleiben nicht außen vor.

Der eher etwas schlankere Grundton der Nubert – eine Anwärmung der unteren Mitten wie etwa bei einer KEF LS50 Wireless II sucht man hier vergebens – unterstützt die enorme Durchhörbarkeit noch. Statt ein, wie man möglicherweise bei der Größe erwarten könnte, dunkles, fülliges und grundtonbetontes Mittenband zu generieren, gibt sich die nuVero nova 14 eher locker-luftig, fast so wie der hier befindliche Magnetostat Magnepan LRS+. Stimmen und natürliche Instrumente wirken ungemein ausdifferenziert und authentisch. Kompliment, das ist einfach gelungen.

Auch die Klangfarben geraten mit der nuVero nova 14 ausgewogen, differenziert und natürlich zugleich. Gut zu hören beim „Cello Concerto in B minor B.191 (Op. 104)“ von Dvorak. Die Koloration der Instrumente, das Phrasieren und Ausklingen der Töne, ja, selbst der Nachhall und der sich daraus ergebende Ausdruck einer atmenden, lebendigen Darbietung lassen mich aufhorchen. Die nova 14 schlägt im Mittenband zwar nicht in die exakt gleiche, aber doch in eine ähnliche Kerbe wie die (teurere) Kii Three.
Bass
„Ooooooooooh, uuuuuuuh, geil.“ – Die Redaktion meint, ich soll zum Tiefton durchaus noch ein paar Sätze mehr verlieren. Also gut:
Ganz gleich, ob bei Bohren und der Club of Gore oder den Werken des Kilimanjaro Darkjazz Ensembles: Hier ist ein espressomäßig-kräftiger, durchsetzungsfähiger, aber linear gehaltener Bass am Start, der sich, ohne den oberen Bassbereich zu betonen, eben nicht in den Vordergrund drängt, trotzdem aber ein sattes Fundament bereitstellt, das für Stabilität und Würze sorgt und dabei sehr tief hinabreicht. Herrlich, ja, so muss das bei der Größe und dem Gewicht auch sein, alles andere wäre enttäuschend.

Und jetzt kommt die Besonderheit: Der Tiefton ist zudem schnell, wendig, präzise, und überfordert auch kleinere Hörräume nicht über Gebühr. Das Kunststück muss man bei der Größe erst mal hinkriegen. Eine Sahnestück dieser Bass, gerade Trommelschläge wirken mehrdimensional, tief, ja, sie lassen den Raum beben, wenn nötig. Der Kontrabass von Dieter Illg schnalzt so herrlich konturiert und süffig, das einem fast die Worte fehlen. Geht das noch besser?
Nun, sicher, entweder über nuVero nova 18, die ich im Vergleich hören durfte, oder auch über das Kii-Three-BXT-System, etwas Luft nach oben gibt es schließlich immer. Aber ganz ehrlich, würde ich ohne Vergleich bei der 14er etwas vermissen? Ich denke nicht, der Tiefton ist amtlich, da mangelt es fundamental an nichts.
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