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Test-Fazit: Nubert nuVero 3

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Nubert nuVero 3

Wer die Testberichte von fairaudio in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat – und ich hoffe doch sehr, bei den meisten von Ihnen davon ausgehen zu können –, dem wird aufgefallen sein, dass Nubert-Lautsprecher bei mir grundsätzlich auf Wohlwollen stoßen. Nicht nur das: Das Flaggschiff der hier getesteten Serie, die Nubert nuVero 14, hat für eine recht lange Zeit mein privates Arbeits- und Hörzimmer mit mir geteilt. Zwar habe ich sie vor einigen Monaten verkauft, weil ich mal Lust auf etwas Neues hatte, im Gedächtnis geblieben ist sie mir aber nachhaltig.

Nubert nuVero 3

Ich wusste also, was mich im Test erwartet. Umso erstaunter bin ich, wie gut es gelungen ist, die Attribute des Topmodells – das um ein Vielfaches größer, „potenter“ und auch teurer ist – auf die handliche Nubert nuVero 3 zu übertragen. Zum Beispiel die überhaupt nicht gewollt, sondern wie selbstverständlich zum Konzept gehörende natürlich-neutrale Abstimmung des Mittenbandes und das sehr fein und detailreich dargebotene Hochtonspektrum – welches sich nicht scheut, „schlechte“ Aufnahmen zu entlarven. Sowie der gemessen an den Abmessungen imposante, druckvolle und dabei strukturierte Bass, der hier naturgemäß nicht ganz so tiefgründig ausfällt wie bei den größeren Geschwistern – die Physik kann denn auch Nubert nicht überlisten.

Insgesamt ist dieser klangliche Eindruck in seiner Homogenität aber typisch für die Lautsprecher aus Schwäbisch Gmünd. Typisch auch, dass sie sich damit eher weniger in ihrer eigenen Preisklasse, als vielmehr mit einigen zum Teil deutlich teureren Wettbewerbern „kabbeln“. Die tonale Ähnlichkeit der kleinen Schwäbin etwa mit einer Dynaudio Focus 110 – für ihren ehrlich-neutralen Charakter vielgerühmt – ist für mich absolut nachvollziehbar. Was beide eint: Auch das Nordlicht braucht Verstärkerleistung, tönt sonst eher blass und im Bass unkontrolliert.

Nubert nuVero 3

Fast immer gibt es noch eine markentypische „Tüftelei“ obendrauf, die den alltäglichen Umgang mit den Lautsprechern ergänzt. So kommt hier, zusätzlich zu den in dieser Serie üblichen Wahlschaltern für Bässe und Höhen, die Möglichkeit hinzu, die Nubert nuVero 3 als Dipol zu betreiben: Je nach Musikgeschmack können eine sich vor allem zu den Seiten hin verbreiternde, virtuelle Bühne sowie großzügigere Schallverteilung im Raum sehr reizvoll sein. Mir persönlich gefielen kleinere Besetzungen, etwa Solisten oder ein Akustik-Folk-Trio, im Dipol-Modus sehr gut, während ich auf diesen bei einer ambitioniert „losbratenden“ Rock-Kombo gut verzichten konnte.

Steckbrief Nubert nuVero 3:

  • Die schwäbische Kompakte reicht im Bass für ihre Größe erstaunlich tief hinunter, erlaubt sich dabei aber keine Dröhntendenzen oder Unsauberkeiten. Damit die Kelleretage schön druckvoll, strukturiert und kontrolliert zu Gehör kommt, empfiehlt sich ein Verstärker mit ausreichenden Leistungsreserven.
  • Der Tieftöner übernimmt das Mittenband gleich mit, was ihn keinesfalls überfordert. Die Anbindung an höhere Frequenzbereiche gelingt ihm bruchlos und homogen, die Darstellung von Stimmen und Naturinstrumenten kann man im besten Sinne als „neutral“ bezeichnen. Die Mitten werden präsent, detailreich und konturenscharf, dabei weder zu kühl noch zu warm dargestellt.
  • Im Hochtonspektrum zeigt sich die Klasse der Seidengewebekalotte, die nicht ohne Grund in der gesamten Serie bis hin zum Topmodell Nubert nuVero 14 verbaut wird. Mit sensiblem Auflösungsvermögen lässt sie detaillierte Einblicke in die Aufnahme zu, sie softet nicht künstlich ab (Blechbläser oder Schlagzeugbecken können halt auch mal „zubeißen“) und unterstützt die Raumabbildung vor allem in die Tiefe. Besonders, wenn das rückseitig montierte Chassis zugeschaltet wird, ergibt sich eine zu den Seiten hin weitere Bühne und breitere Streuung der Töne im Raum. Die Abbildungspräzision leidet darunter erstaunlicherweise kaum. Allerdings zeigt sich, dass die nuVero 3 sorgfältig produzierte Aufnahmen mag. Stark komprimiertes Material entlarvt sie gnadenlos.
  • Gemessen an ihrem Gehäusevolumen sind die dynamischen Fähigkeiten der nuVero 3 beachtlich. Im Rahmen eines Pegelbereiches, der nicht umgehend die mahnenden Ordnungskräfte auf den Plan ruft, spielt und verdaut die handliche Box ohne hörbare Anstrengung auch plötzlich einsetzende Dynamikattacken. Als „Party-Girl“ würde ich sie dennoch nicht empfehlen.
  • Die kleine Nubert dankt eine sorgfältige Aufstellung auf stabilen Ständern, gern auch frei positioniert und beschallt einen Raum bis zu 20 Quadratmetern sehr souverän. Individuelle Anpassungen im Bass- und Hochtonbereich ermöglichen die Schalter auf ihrem Rücken. In ein Regal gehört sie trotz ihrer kompakten Abmessungen definitiv nicht!

Fakten:

  • Modell: Nubert nuVero 3
  • Konzept: Passiver Zwei-Wege-Kompaktlautsprecher (Bassreflex) mit rückseitigem, schaltbarem Dipol-Hochtöner
  • Preis: 1.090 Euro (Paar)
  • Maße & Gewicht: 20 x 310 x 280 mm (BxHxT), 9,0 kg
  • Farben: Anthrazit, Perlweiß, Mocca
  • Sonstiges: einmonatiges Rückgaberecht, Pegelschalter zur zur Hochton- und Bassanpasung
  • Garantie: 5 Jahre bei privater Nutzung

Hersteller & Vertrieb:
Nubert electronic GmbH
Telefon: 0800 / 6823780
eMail: info@nubert.de
Web: www.nubert.de

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Test: Nubert nuVero 3 | Kompaktlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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