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Nubert nuPro A-20: Klang via USB sowie Vergleich mit anderen Lautsprechern

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  1. 3 Nubert nuPro A-20: Klang via USB sowie Vergleich mit anderen Lautsprechern

nubert nupro a-20

Wie klingt der USB-Eingang der Nubert nuPro A-20? Überraschend gut. Ich sage überraschend gut, weil er im Vergleich zum Cinch-Eingang noch eine Spur heller, direkter und auch involvierender rüberkommt, was ich nicht unbedingt erwartet hätte. Ich sah den USB-Eingang zunächst mehr als ein praktisches denn ein audiophiles Feature. Aber weit gefehlt. Nehmen wir beispielsweise den Song „Alibi“ von Elvis Costello:

Elvis CostelloHier brettern dem verdutzten Hörer zu einem vergleichsweise stolpernd-relaxten Schlagzeug allerlei Gitarren um die Ohren. Der Bass und auch die Bassdrum klingen fast ein wenig analog angezerrt (was nicht an den Lautsprechern liegt, sondern an der bewusst „vintage“ klingenden Produktion des Albums) und ziehen einen über die nuPro A-20 ebenso wie Costellos raue, an Atemgeräuschen und Sibilanten reiche Stimme regelrecht in den Bann. Auffallend ist abermals, dass die Bühnendarstellung angenehm weitläufig, aber eben nicht unrealistisch gerät. Summa summarum ergibt dies ein zu gleichen Teilen sich neutral anfühlendes und spaßbringendes Klangamalgam.

nubert nupro a-20

Der Eindruck bestätigt sich bei The Cures „All Cats Are Grey“, bei dem die verhallten Tomtoms und die disparaten Keyboardflächen in Verbindung mit Robert Smiths düsterem Gesang eine wohlige Gänsehaut erzeugen. Wiederum gefallen ein definierter, klar abgegrenzter stereofoner Raum und eine sinnliche Atmosphäre (der gute Tieftonbereich) bei gleichzeitig realistischer Darstellung der Klangquellen.

ELAC AM-150Verorten wir doch einmal die Klangeindrücke. Mein letzter preislich und konzeptionell vergleichbarer Aktivlautsprecher war der ELAC AM-150. Ist ´ne Weile her, doch in meiner Erinnerung war die Elac in den Mitten etwas feiner auflösend, während die Nubert nuPro A-20 einen erheblich präziseren und neutraleren Bass bietet. Mehr kann ich hier nicht ins Detail gehen, denn dazu müsste ich einen aktuellen A/B-Vergleich anstellen.

Interessant dürfte der Vergleich zu den anderen Nubert-Lautsprechern, die ich schon testen durfte, sein. Vornehmlich beziehe ich mich hier auf die in ähnlichen Regionen gepreisten nuBox 101 und nuLine32. Die nuLine 32 beispielsweise kostet genau so viel wie die nuPro A-20.

nuBox 101Der Vergleich hinkt natürlich insofern wieder, als dass bei der nuLine 32 das gesamte Budget wirklich in Chassis, Gehäuse und diskrete Frequenzweiche fließen durfte, während bei der nuPro A-20 vom selben Geld noch ein D/A-Wandler, zwei Schaltverstärker und eine interne Klangregelung bezahlt werden müssen. Das Vergleichsfazit ist auch relativ klar: Wer eh einen „großen“ Verstärker zu Hause hat und seine Lautsprecher ausschließlich im Wohnraum einsetzen möchte, dem bietet – natürlich abhängig von der Qualität der externen Verstärkung – die nuLine32 mehr Potenzial. Sie hat der nuPronuLine32 A-20 klanglich hier und da schon etwas voraus, nämlich ein insgesamt besseres Auflösungsvermögen im Bereich der Mitten und Höhen. Je komplexer die musikalische „Software“ wird, desto mehr kann man dies als Hörer schätzen. Auch kann sie im Bereich der Raumdarstellung weiter und präziser in die Tiefe – also „nach hinten“ auflösen (die Bühnenbreite hingegen ist bei allen drei genannten Nubert-Speakern vergleichbar).

Ich gehe auch so weit zu sagen, dass die nochmal günstigere nuBox 101 in den Bereichen Präzision der räumlichen Tiefe und Feinauflösung im Obertonbereich der nuPro A-20 ebenbürtig bis einen kleinen Tick überlegen ist – wenn wie gesagt die Quelle und der Verstärker aus einer anderen audiophilen „Liga“ stammen, als die in der nuPro A-20 verbauten Class-D-Amps. Das Gesagte gilt jedoch nicht im Bassbereich. Den Bass nämlich, den die nuPro A-20 zaubert, habe ich aus einer Kompaktbox dieser Größe, und das kann ich guten Gewissens sagen, noch nie so knackig und tief gehört.

Andersherum ausgedrückt: Man könnte sagen, die nuPro A-20 erinnert mich ein wenig an die Kombination aus dem Trends Audio TA-10.2 SE-Verstärker (dessen Vorgänger bei uns mal im Test war) und der nuBox 101, und das mit einer Extraschippe Bass.

nubert nupro a-20

Wenn wir also nochmal zur „Wohnzimmerfrage“ gehen, lässt sich zusammenfassend sagen: Wer nebst einer audiophilen Quelle bereits einen ebenso guten Verstärker (sowie eventuell D/A-Wandler) sein Eigen nennt, der ist aus dieser Dreier-Runde am besten mit der nuLine 32 bedient, sodann folgen etwa auf Augenhöhe nuPro A-20 und nuBox 101. Die nuPro A-20 ist der nuBox 101 in erheblichem Maß vorzuziehen, wenn es um profunde Bässe geht; die nuBox 101 hat potenziell (abhängig von der anhängigen Verstärkung) hingegen leicht die Nase in der Feinauflösung vorn, muss dann aber im Bassbereich schneller passen.

Anders wird die Gewichtung, wenn wir an den Desktop- oder Mischpulteinsatz gehen. Hier ist die nuPro A-20 eine echte eierlegende Wollmilchsau. Sie klingt ausgesprochen neutral, angenehm erwachsen, weder spitz, bauchig noch langweilig – und kann durch die beiden stufenlosen Klangregler sowohl der Raumakustik als auch den Erfordernissen eines Musikproduzenten sehr genau angepasst werden. Überdies gefällt der wirklich überraschend gute Klang des internen D/A-Wandlers. Meiner Meinung nach ist der ideale Einsatzort das (eventuell sogar mobile) Kleinstudio, zum Beispiel im Verbund mit einem PC oder Notebook als Aufnahme-, Misch- und Schnittplatz. Doch auch, wer am klassischen PC-Arbeitsplatz sitzt, die quäkige, interne Soundkarte endgültig stilllegen und das schrottige 2.1-Set vom Multimediamarkt entsorgen möchte, ist mit der nuPro A-20 bestens bedient. Und ’nen Subwoofer braucht man mit ihr am Schreibtisch definitiv nicht.

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Test: Nubert nuPro A-20 | Aktivlautsprecher, Kompaktlautsprecher

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