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Test-Fazit: Nubert nuLine 284

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Test-Fazit: Nubert nuLine 284

Meine eingangs aufgeworfene Frage, ob ich meine „nuVero 14“ – immerhin das Flaggschiff im Nubert-Programm – vermisse, kann ich nach diesem Test mit reinem Gewissen verneinen. Wie kommt das?

Nubert Nuline 284Objektiv betrachtet ist es vollkommen unstrittig, dass Günter Nuberts Vorzeigelautsprecher in fast allen Belangen, vor allem in Sachen Auflösungsvermögen, Raumdarstellung und Abbildungspräzision, die Nase vor der nuLine 284 hat. In diesen Disziplinen zeigt die „nuVero 14“ das berühmte Quäntchen mehr, was den Unterschied zwischen einem sehr guten Lautsprecher und einem, der ungeniert an die highendige Pforte klopft, ausmacht. Mal abgesehen davon, dass ihre Gehäusekonstruktion mit der als „Klangsegel“ vorgesetzten und zu den Seiten hin abgerundeten Schallwand noch ein Schippchen aufwändiger ist und auch akustische Vorteile bietet. Insofern ist und bleibt die „nuVero 14“ ein bezahlbarer Highend-Traum und wird keinesfalls überflüssig.

In meinem Fall aber – und hier muss ich subjektiv argumentieren – schlagen diese Tugenden gar nicht so sehr ins Kontor. Ich höre privat zu fast 90 Prozent Rock- und Popmusik, und das gerne laut. Dass viele dieser Produktionen heutzutage fast kriminell komprimiert werden, muss ich Ihnen nicht erzählen. Bei der Wiedergabe solchen Materials kommt es meines Erachtens auf folgende Aspekte an: Einen gleichwohl tiefen und sauber akzentuierten Bass, ein sehr gutes Timing mit Antrittsschnelligkeit und Attacke, tonale Ausgewogenheit, fein- wie grobdynamisches Talent und ein detailreiches Hochtonspektrum, das mich nicht mit Glasigkeit oder schrillen Akzenten nervt. All das erfüllt auch die nuLine 284 mit Bravour, wobei insbesondere ihre Energie und mitreißende Spielfreude preisklassenbezogen und leicht darüber Ihresgleichen suchen.

Übrigens erreicht die Nubert nuLine 284 ihre Performance bereits nach recht kurzer Einspielzeit. Die von vielen bauartübergreifend empfohlenen „mindestens 48 Stunden“ brauchte sie bei mir nicht. Einen Sonntag „durchorgeln“ und danach regelmäßig in Betrieb nehmen hat ihr gereicht.

Nuberts nuLine 284 …

  • entwickelt eine Bassperformance, die ich in dieser Preisklasse vorher noch nicht gehört habe: abgrundtief, rabenschwarz, knochentrocken und schnell. Trotz ihres kraftvollen Fundaments „funktioniert“ die Nubert auch in Räumen unterhalb 20 Quadratmetern.
  • spielt im Präsenzbereich neutral, ohne nüchtern zu wirken und vermittelt anspringende Lebendigkeit ohne jeden Effekt. Den Stimmbereich und akustische Instrumente etwa gibt sie weder mit einem Schuss Wärme und schon gar nicht zu kühl wieder. Vielmehr trifft sie tonal punktgenau das, was ich als natürlich beschreiben würde.
  • leuchtet den Hochtonbereich fein und detailreich aus. Nuberts „nuOva“-Chassis schafft die Gratwanderung zwischen hohem Auflösungsvermögen und langhörtauglicher Geschmeidigkeit. Transparenz wird hier nicht mit Glasigkeit verwechselt.
  • stellt die Bühne in Tiefe und Breite großzügig und luftig dar, bleibt aber stets realistisch. Die Ortbarkeit der Musiker und die Fokussierung auf Einzelereignisse sind gut. Die Darbietung bleibt dabei immer ein Ganzes, wirkt nie zergliedert.
  • zeigt eine über das gesamte Frequenzband im Vergleich zu Wettbewerbern der Preisklasse beispielhafte Homogenität und in sich schlüssige Tonalität. Ihr Timing ist – vor allem gemessen an der Anzahl der anzusteuernden Chassis – schlicht super.
  • war während des gesamten Testzeitraumes grobdynamisch nie überfordert. Und ich habe es versucht! Attacke kommt, wenn Attacke gefordert ist. Schnell und knochentrocken. Auch die vielen feindynamischen Abstufungen dazwischen stellt die nuLine 284 präzise in den Raum.

Fakten:

  • Modell: Nubert nuLine 284
  • Konzept: Drei-Wege-Standlautsprecher (Bassreflex)
  • Preis: 1.950 Euro
  • Maße & Gewicht: 180 x 1100 x 330 mm (BxHxT), 28,5 kg/Stück
  • Farben: Weiß, Schwarz, Platin (Mehrschichtlack), Kirsche, Nussbaum (Furnier)
  • Besonderheiten: Bass- und Höhenschalter zur Raumanpassung, „kanalfixierte“ Montage der Hochtöner (dadurch Links-Rechts-Position vorgegeben)
  • Garantie: 5 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
Nubert Elektronik GmbH
Telefon: 0800 – 6823780
eMail: info@nubert.de
Web: www.nubert.de

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Test: Nubert Nuline 284 | Standlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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