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Norma HS-DA1 VAR – USB- und S/PDIF-Schnittstelle – Test fairaudio

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spoonAuf zur nächsten Fragestellung: Was passiert, wenn ich zwar weiterhin den USB-Input des Norma nutze, dabei aber eine externe Vorstufenlösung weglasse und dem Italiener das Lautstärkeruder in die Hand drücke – was ja bereits mit der mittleren Ausbaustufe HA-DA1 VAR möglich wird: Nun, ich hatte fast noch größere Unterschiede erwartet, wenngleich diese sich nichtsdestotrotz recht eindeutig offenbarten: Spoons „I turn my Camera on“ (Album: Gimme Fiction) ist ein von einem recht schlichten, aber wirkungsvollen Schlagzeugrhythmus geprägter Song, der regelmäßig zu entspanntem Fußwippen und Kopfnicken einlädt:

Über den variablen Norma-DAC gehört, stellt sich das Gefühl, die Bassdrum physisch im Hörraum verorten zu können, noch nachdrücklicher ein, so präzise, konzentriert und klar umrissen wird sie ins Bühnenbild definiert. Beim Umweg über den Funk MTX gerät die Suggestion livehaftiger Physis dagegen etwas weniger zwingend. Am oberen Ende der Frequenzskala präsentiert sich die Hi-Hat dann noch einen Tick klarer, in ihrer Textur weiter freigelegt, wenn man sich den externen Pre spart. Abgesehen von solchen leicht erbsenzählerischen Beobachtungen auf der Mikroebene wirkt die „Musik als Ganzes“ wie mit einer Prise mehr Drive, Anmachfaktor versehen.

Norma HS-DA1 PRE / VAR

Ergo geriet bei meinen Versuchen das Weglassen eines Pres – immerhin vom Schlage eines wohlbeleumundeten 3.000-Euro-Gerätes – klanglich durchweg vorteilhaft. Und logo, muss man bei solchen Vergleichen auch die Kabel einbeziehen – ich hatte als Cinch-Binder immerhin das Virtuoso von Straight Wire und als Netzkabel das Reference von Swisscable im Einsatz, die man sich bei einer solch integrierten Lösung wie dem Norma budgetschonend „klemmen“ kann.

Ach, bevor ich’s vergesse: Der S/PDIF-Eingang (Cinch) kam während des Tests freilich ebenfalls zum Zug, die sich ergebenden Unterschiede zur USB-Schnittselle – tonal etwas wärmeres, nicht ganz so durchsichtiges Klangbild – kenne ich auch von anderen Geräten so und sollten insbesondere auf die Kappen der verschiedenen Quellgeräte (Fonel Simplicité statt Laptop) und Kabel gehen. Wobei ich an dieser Stelle mal en passant eine Lanze fürs USB-Kabel von B.M.C. brechen möchte, eine der besten USB-Strippen, die ich kenne und angesichts dessen noch relativ preiswert (199 Euro/2 Meter).

So zünden wir die dritte Ausbaustufe und füttern den Norma HS-DA1 PRE über seine analogen Cincheingänge. Und das gleich mal mit einem recht gehaltvollen Gericht: Nämlich mit Grassy Knolls „Down in the Happy Zone“ (Album: III), das nicht zuletzt von grassy knolleinem recht tief reichenden, druckvoll-massigen Bassbereich geprägt wird: Kein Zweifel, Tiefbass kann der kleine Italiener auch analog, der Track fährt in die Magengrube, wie ich das auch sonst gewohnt bin. Oder vielleicht gar noch einen Tick heftiger, scheint der Norma HS-DA1 PRE doch noch etwas weiter nach unten zu langen als mein Funk MTX. Tonal bleibt er an dieser Stelle nach wie vor dem Neutralitätsgebot verpflichtet – gut so, denn gerade bei diesem Stück gerät ein Bassbäuchlein schnell zum Ärgernis, sieht man quasi vor lauter Fett den Rest der Instrumente nicht mehr.

Norma HS-DA1 PRE / VAR

Angenehm differenziert gerät abermals die Darstellung der Instrumente: Wie bereits oben beschrieben liegt das nicht nur an schierer Ortungsschärfe, die beim Norma auch höchsten Ansprüchen genügen sollte, sondern auch an der klangfarblichen Kontrastierung: In Spoons „My Mathmatical Mind“ setzen sich die „Bewohner“ der unteren bis mittleren Frequenzetagen – Bass, Klavier, Gitarre – vorbildlich voneinander ab, obwohl teils in sehr ähnlichen Lagen spielend. Obendrauf dann Stimme und die Bronzeabteilung des Schlagzeugs – ebenfalls anstandslos akkurat definiert. Das Gefühl physisch abgrenzbare Akteure im Hörraum zu beherbergen, illusioniert der Italiener nach meinem Empfinden sogar noch einen Tick überzeugender als der Funk.

Was auch mit der Gestaltung der oberen Lagen zusammenhängen kann, bisweilen habe ich jedenfalls das Gefühl, dass luftig-frisch tönende Geräte räumlich zwar sehr involvierend-offen, aber zum Teil etwas wolkiger und flächiger daherkommen. Klangfarben wirken zudem etwas frischer, oder wie man’s ebenfalls sehen kann: blasser.

legendary pink dots a perfect mysteryWie dem auch sei: Der HS-DA1 PRE lässt es über seine analogen Eingänge etwas weniger frisch als Normal-Null angehen, Instrumente wie Hi-Hat oder Becken oder das schmissige Saxophon in „When I’m with you“ der Legendary Pink Dots (Album: A Perfect Mystery) kommen einen kleinen Tick verhaltener und weniger glänzend poliert zu Gehör. Bei dichteren Elektronikstücken, die mit vielen download-effectortransienten Einzeldetails aufwarten, wie beispielsweise auf Downloads gut aufgenommenen Album Effector vorzufinden, lässt sich mit dem Norma nicht ganz so tief in die Analyse gehen, den durchaus sehr anmachenden Effekt, den ein aus der Anlage strömender Schwall aus feinen Details haben kann, unterstützt der Norma über seine Analogeingänge nicht voll: Man kann sich zwar schön ganzheitlich fluten lassen, die Mikro-Komplexität solcher Musik vermitteln einem transparenter zeichnende Komponenten jedoch eindrücklicher.

Dafür ist man mit dem Norma in Sachen Langzeittauglichkeit auf der sicheren Seite, sucht man einen Pre für analoge Quellen: Mit harschen, spitzen, gleißenden etc. Höhen hat der Italiener nichts shellac 1000 hurtsam Hut. Und so lässt sich’s umso mehr ablenkungsfrei an einer abermals sehr reinen, farbigen Mittenwiedergabe erfreuen, die nicht zuletzt Freunde von „schönen Stimmen“ sehr zufriedenstellen sollte.

Zur stressfreien Hochtonwiedergabe passt das eher entspannte Dynamikverhalten bei analoger Fütterung des Italieners: Nein, kein ohrenfälliges Abrunden oder Aufweichen, keine Sorge, in die estAbteilung „gebotoxte Schönspieler“ lässt er sich keineswegs stecken, ebenso wenig aber als „Hans Dampf“ einordnen: So knallt einem das aufnahmetechnisch in typischer Steve-Albini-Manier trocken eingefangene Schlagzeug in Shellacs „Mama Gina“ (1000 Hurts) nicht gerade ausnehmend explosiv-zackig um die Ohren, das Piano in ESTs „Tuesday Wonderland“ (gleichnamiges Album) vermeine ich nicht zuletzt über meinen Funk MTX impulsiver/energetischer in Szene gesetzt zu bekommen.

norma hs da1 platine

Test: Norma HS-DA1 PRE | Vorstufe

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