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Test-Fazit: Neat Iota 2

Lautsprecher von der Größe der Neat Iota 2 könnte man nach oberflächlicher Inaugenscheinnahme für audiophil untermotorisiert halten – und würde der Iota 2 damit massiv Unrecht tun. Denn das nordenglische Schächtelchen ist intelligent aufgebaut und wartet mit einem überraschend hochwertigen Innenleben auf, allein schon, dass die Kontakte komplett „durchverlötet“ sind, ist ein Sonderlob wert.

Sicher, die Physik limitiert die Möglichkeiten: Tiefbass und ultimative Pegel zählen freilich nicht zu den Kernkompetenzen der kleinen englischen Kompaktbox Die Entwickler haben auf kosmetische oder vorgaukelnde Tricks verzichtet und setzen auf Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit. Das, was der kleine Neat-Lautsprecher kann, kann er gut, kann er sehr gut – und weist für mein Empfinden damit auch über die Preisklasse hinaus. Jedenfalls entfaltet diese Abstimmung einen solchen Reiz auf mich, dass ich nicht umhin kam, mir die Iota 2 nach dem Test zu kaufen.

Aus meiner Sicht spricht die Neat Iota 2 Hörerinnen und Hörer an, die die Offenlegung feiner Texturen sowie Stimmenplastizität und rhythmische Präzision goutieren, die konzentriertes Hören im Nah- bis Mittelfeld mit wohnraumtypischen Pegeln schätzen. Feinmusikalischer und audiophiler Genuss statt Rambazamba, monitoreske Ehrlichkeit statt betonte Euphonie – darum geht es den Neat Iota 2. In kleinen bis mittelgroßen Räumen (ca. 10 bis 25 Quadratmeter) entfaltet sie ihr Potenzial souverän. Bei 1,5 bis 2,5 Meter Hördistanz, Tweetern außen (natürlich!) und auf Ohrhöhe, mit leichter Rückwandunterstützung im Bass und wenig Einwinkelung entsteht ein geschlossenes, luftiges Klang-Panorama inklusive klarer Tiefenstaffelung.

Für großhubige Dynamikanforderungen, epische Orchesterbögen oder Programme mit dauerhaftem Tiefbassanteil wird man sich so oder so woanders umschauen müssen. Repertoireseitig glänzt die Neat Iota 2 dafür bei Stimmen, akustischem Jazz, Folk, Kammermusik, kleineren Chorbesetzungen, transparentem Pop, Singer-Songwriter, Indie-Rock in moderaten Pegeln sowie detailreichen Live-Mitschnitten. Elektronische Musik profitiert von ihrem Timing.

Als gediegene, wenngleich nicht besonders groß gewachsene Persönlichkeit aus Nordengland muss man auch nicht auf jeder Hochzeit tanzen – Noblesse oblige!

Der Steckbrief der Neat Iota 2:

  • Man drückt „Play“ und die Iota 2 übernimmt mit gelassener Selbstverständlichkeit. Dafür sorgt nicht zuletzt die tonale, unverfärbte Über-alles-Neutralität. Lediglich eine feine Präsenzanhebung weitet den Blick für Texturen und Sprachverständlichkeit.
  • Das Bändchen führt die Hochton-Energie homogen bis hoch in die Brillanz, in den Superhochton. Sibilanten erscheinen sauber definiert, Ausklänge kommen mit ordnungsgemäßen Sustain. Selbst bei anziehendem Pegel bleibt der Tweeter kultiviert und kontrolliert, er leuchtet aus – aber er blendet nicht.
  • Das minimale Präsenzplus sorgt dafür, dass Nuancen von Stimmen und Feinheiten von akustischen Instrumenten sehr schön zum Tragen kommen. Die Mittenwiedergabe ist aber auch davon unbenommen von Transparenz geprägt. Das Timbre zeigt dennoch Substanz – gleichwohl werden sich eher Hörer angesprochen fühlen, die es „monitoresker“ mögen, die Iota 2 färben nicht nach und wärmen nicht auf.
  • Die Iota 2 packt den Groove mit straffem Griff. Der Antritt wirkt schnell, das Ausschwingen kurz und sauber. In der Praxis reicht sie souverän runter bis in den Mittelbass. Mit etwas Rückwandunterstützung wächst das Fundament im Oberbass hörbar. Für echten Tiefbass sind solche Konzepte wie die Neat hingegen nicht gemacht.
  • Es öffnet sich eine breite, nicht allzu frontale Bühne mit sauber fokussierter Phantommitte. Tiefenstaffelung und Ortungsschärfe erinnern abermals an gute Studiomonitore. Lediglich die vertikale Bühnendimension könnte sich noch ausgedehnter zeigen.
  • Fein- und Grobdynamik definieren sich vor allem mittels Tempo und Struktur – weniger über Masse, wie das gerade bei größeren Lautsprechern der Fall ist. Die Neat punktet vor allem mit ihrer Feinmotorik.

Fakten:

  • Produkt: Neat Iota 2
  • Kategorie: passiver 2-Wege-Kompaktlautsprecher im Querformat mit Bassreflexsystem
  • Preis: ab 1.430 Euro
  • Wirkungsgrad: 86 dB (2,83 V/1 m)
  • Nennimpedanz: 8 Ohm (Minimum: 5 Ohm)
  • Gehäuse / Innenaufbau: MDF, rückseitiger Port, Bitumen-Dämpfung innen
  • Maße (H×B×T) und Gewicht je Lautsprecher: 130 × 200 × 165 mm, 3 Kilogramm
  • Farbausführungen: Satin-Weiß und -Schwarz, Gelb, Rot, Blau
  • Garantie: 2 Jahre
  • Weitere technische Informationen auf der Website des deutschen Vertriebs

Vertrieb:

EarAudio – Mike Husar
Wittenburger Ring 20 | 25821Bredstedt
Telefon: +49 (0)4671 4047599
E-Mail: mike.husar@earaudio.de
Web: https://www.earaudio.de/


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    Über die Autorin / den Autor

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    Equipment

    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Musical Fidelity M6sdac
      • CD-Player: Musical Fidelity M6cd, Sony CDP XA 5 ES, Sony CDP XA 7 ES, Sony SCD 555 ES
      • Streamer: WiiM Ultra
    • Vollverstärker:
      • Musical Fidelity M6si, Akai AM 75, harman/kardon HK 1400 und PM 665 Vxi, Sansui AU 919, Accuphase E 207
    • Lautsprecher:
      • ATC SCM 11, Dynaudio Contour 20, Harwood Acoustics LS3/5a, Neat Acoustics Iota 2
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Reson LSC
      • NF-Kabel: Kimber PBJ WBT-147, Audioquest Z1, Oehlbach NF 14 Master X
      • Digitalkabel: Audioquest Cinnamon RJ/E Ethernet, Oehlbach NF 113 D
      • Netzkabel: Oehlbach Powercord C13
      • Netzleiste: Oehlbach Powersocket 907 MKII
    • Zubehör:
      • Stromfilter: Dynavox HiFi-Netzfilter X4100S
      • Sonstiges: Doppelsteckdose Furutech FP-SWS-D (Wandeinbau)
    • Sonstiges:
      • Lautsprecher-Ständer von Musical Fidelity
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 32 Quadratmeter
      • Höhe: 3,80 Meter