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Klangliches zum NAD M22 Endverstärker

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klangliches zum NAD M22 Endverstärker

Die NAD-Endstufe M22 ist vom gleichen Schlag wie der umseitig beschriebene Pre/DAC, was insbesondere in tonaler Hinsicht gilt. Auch die Masters M22 gibt sich eher saftig denn drahtig, zieht eine homogen-integrative Präsentation des Frequenzbandes maximaler Durchzeichnung an den Extremen vor – und karge bis mittelmäßige Aufnahmen werden eher nach dem Motto „Ehrlichkeit mit menschlichen Antlitz“ statt gnadenlos transparent und offenlegend behandelt. Eine zweifellos legitime und vor allem mehrheitsfähige Abstimmung.

Statt nun das, worin sich Vor- und Endstufe ähnlich sind, weiter auszuwalzen, möchte ich lieber auf die Unterschiede eingehen. Die liegen nach meinem Dafürhalten im Bereich der Dynamik und der Art und Weise der Raumdarstellung.

NAD M22

Der NAD M12 ist mir dynamisch nicht groß aufgefallen, das ist alles im Rahmen dessen, was man erwarten darf. Für einen Endverstärker der 3.000-Euroklasse aber bietet der M22 – gerade grobdynamisch – deutlich mehr als nur Erwartbares. Er kann seine Kräfte sehr flott mobilisieren und knickt bei plötzlichen Attacken keineswegs ein, sondern zeigt sich stabil und souverän. Manchmal geht’s bei dynamisch forderndem Material ja mit der Bühne etwas Zappa & Ensemble Modern/The Yellow Sharkdurcheinander beziehungsweise wirkt es dann so, als würde der Raum einklappen (von hinten nach vorne, wie ich finde). Da hat der NAD M22 nun gar kein Problem mit, wie ich bei „Be-Bop Tango“ (Zappa & Ensemble Modern/The Yellow Shark) feststelle, als die Pauken einsetzen. Wow, das ist vehement, da muss man schon ganz hartleibig sein, wenn man jetzt nicht grinst! Aber es bleibt eben auch alles an Ort und Stelle in diesem virtuellen Raum, egal, wie sich der Schlagwerker austobt. Sehr angenehm – für so was kauft man doch Endstufen, oder etwa nicht? Nur weil der NAD M22 nicht so groß wie ’nen Kasten Bier ist, unterschätze man ihn nicht. Die 250 Watt Class-D-Power pro Kanal kann er aufs Angenehmste in die Waagschale werfen, wenn’s gefordert wird.

NAD M22

NAD M22 Detail

Wie eingangs erwähnt ist auch die Art der Bühnendarstellung etwas anders als bei der zum M22 passenden Vorstufe. Oder besser gesagt: Mir fallen spontan andere Dinge auf. Waren dies beim Pre-DAC der sich leicht nach vorne öffnende Raum und die durchaus großzügig dimensionierte Abbildung von Stimmen und Instrumenten, so ist’s beim NAD M22 eher die saubere Tiefenstaffung, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und angenehmerweise beherrscht der NAD diese Tugend auch an den Rändern der Bühne, nicht nur in deren Mitte. Dafür befindet sich der „Start“ der Bühne etwas weiter vom Hörer entfernt als beim M12, also eher bei der Grundlinie der Boxen, und von dort aus öffnet sich ganz klassisch das „Fenster zur Musik“, also zum Bühnenraum nach hinten. Das ist perspektivisch ein etwas anderer Ansatz als mit den NAD M12 „solo“. Hört man die Kombi, gleichen sich die jeweiligen Raumtendenzen – wenn man das so mal nennen möchte – einander an.

NAD M22

Apropos Kombi: Wohl nicht zuletzt auch wegen der Optik – gebürstetes Alu trifft schwarz abgesetzte Front plus mittig platziertes Touchdisplay – erinnert sie mich an einen Vollverstärker, der zuletzt bei uns war: den Einstein Audio The Tune. Doch auch klanglich gibt es Ähnlichkeiten, gerade was die Tonalität angeht. Unterschiede freilich auch: Im Bass hat die Kombination mehr Kraft in petto und grobdynamisch kann sie auch noch einmal ganz anders zulangen und rocken. Weiterer Vorteil: Der DAC ist beim NAD M12 schon inklusive, beim Einstein optional (dafür ist die Kombi aber etwas teurer und ein Verbindungskabel muss ja auch noch mit auf die Rechnung). Phono können beide, wobei hier der Einstein etwas überzeugender aufspielte. Was Funktionsumfang und Schnittstellenreichtum angeht, da bietet die NAD Masters Vor-End-Kombination freilich mehr.

Test: NAD Masters M12 und M22 | D/A-Wandler

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