Billboard
H-E-A-R

Klangeindruck Musical Fidelity MX-HPA: symmetrischer und unsymmetrischer Betrieb

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klangeindruck Musical Fidelity MX-HPA: symmetrischer und unsymmetrischer Betrieb

Die Optik stimmt mich schon mal positiv, aber das bringt nicht viel, wenn der Klang nicht mitziehen kann. Dies gilt es nun herauszufinden.

Musical Fidelity MX-HPA

Im CD-Fach liegt die Live-Aufnahme der Eels aus der Royal Albert Hall (auf Amazon anhören). Frontmann Mark Everett ist in Höchststimmung und der Musical Fidelity bringt mich mitten ins Geschehen. Bekannt für seine teilweise skurrilen Ansagen, haben es eben diese auch auf die Aufnahme geschafft – und zeigen Eelswunderbar die Räumlichkeit und Detailverliebtheit des Musical Fidelity MX-HPA, nicht zuletzt bei den Halleffekten und der Publikumsresonanz, auf. Natürlich spielt der Kopfhörer hier auch eine entscheidende Rolle, aber der kann seine Qualitäten eben nur bei guter Verstärkung offenbaren. Der Musical Fidelity gibt sich keine Blöße und die Ortbarkeit sowohl mit dem älteren Sennheiser HD650 als auch dem aktuellen HD800S ist ausgezeichnet. Dies spricht für einen sauberen Aufbau und gut gematchte Bauteile. Das ist bei einem symmetrischen Verstärker generell noch wichtiger als sonst, da hier wie gesagt insgesamt vier identische Verstärkerschaltkreise integriert werden müssen.

Musical Fidelity MX-HPA

Tatsächlich kann ich bestätigen, dass Musical Fidelity seine Hausaufgaben gemacht hat: Im symmetrischen Betrieb wirkt die Separation der Instrumente innerhalb der Bühne noch etwas überzeugender und klarer, da der Verstärker den Kopfhörer noch besser unter Kontrolle hat. Die Unterschiede sind zwar minimal, zeigen aber die hohe Sorgfalt bei der Bauteilauswahl und der Umsetzung des Schaltungslayouts auf. Das Stück „My timing is off“ ist hier in einer sehr langsamen und reduzierten Version vertreten, die den einzelnen Tönen Luft lässt. Man kann zu jedem Ton den Hall, der teilweise auch dem Mix hinzugefügt wurde, verfolgen. Während die Stimme sehr zentral und direkt erscheint, ist das Schlagzeug weit entfernt und Reflektionen und Direktschall kommen nahezu gleichzeitig beim Hörer an. Wie auch immer dieser Effekt erzeugt wurde – die Wirkung ist ein starkes Gefühl der Einsamkeit und Intimität mit der Musik. Man erliegt der Illusion, Mark singt den Song nur für einen persönlich, obwohl man weiterhin im Publikum steht, das jedoch eher entfernt und spärlich vorhanden ist. Im direkten Vergleich fehlt meinem Musical Fidelity X-CAN v3 etwas von diesen Details zwischen den Noten.

Mit natürlicher Räumlichkeit hat der MX-HPA ebenfalls keine Probleme, da auch hier die zeitlich kohärente und präzise Wiedergabe von kleinen Hintergrunddetails den entscheidenden Unterschied macht. Mit Kopfhörern, welche eine recht große Bühne um den Kopf aufbauen – wie den großen AKGs –, stellt er daher auch einen enormen Raum dar. Hierbei ist er prinzipiell sehr ehrlich und fügt weder hinzu noch nimmt er etwas weg. Man bekommt sehr gut die Charakteristik des Kopfhörers präsentiert.

MX-HPA innen

Der Kontrolle und linearen Wiedergabe im Bassbereich habe ich mit dem Opener „The Drunkk Machine“ von Thom Yorkes EP Spitting Feathers (auf Amazon ansehen) auf den Zahn gefühlt. Und hier zeigt der Musical Fidelty MX-HPA, warum der symmetrische Betrieb im Kopfhörerbereich sinnvoll sein kann. Die Kontrolle, die er über die Thom Yorks EP Spitting Feathersgroßen Treiber des Sennheiser HD800S an den Tag legt, sucht ihresgleichen. Zugegeben, die tiefen Frequenzen kommen bei diesem Song etwas unmotiviert und natürlich synthetisch ins Spiel, das gehört aber zum Aufbau des Stücks. Die wenigsten Kopfhörer kommen überhaupt so tief herunter, sodass man zum Ausloten der Stärken des MX-HPA schon einen sehr guten Hörer zur Verfügung haben muss. Insgesamt lässt sich hier zur Basswiedergabe des Briten sagen: Pegelmäßig neutral – wer eine Extraschippe Tiefton möchte, muss woanders suchen –, sehr konturiert und auch in den alleruntersten Lagen noch „bissfest“, da wird nicht nachgegeben. Die hohe Kontrolle, die der Musical Fidelity an den Tag legt, lässt das eigentliche Potenzial eines Kopfhörers wirklich aufleben.

Wer nicht generell wabernde Bässe bevorzugt, für den führt mehr Kontrolle wohl immer zu einem besseren Gesamteindruck: Während ein bassschwacher Kopfhörer noch etwas punchiger wird, gewinnt ein bassstarkes Modell an Kontur und Definition. Gerade diese Kriterien profitieren auch von der symmetrischen Ansteuerung. So konnte ich im Vergleich zwischen unsymmetrisch und symmetrisch angeschlossenem Kopfhörer noch einen weiteren kleinen, aber spürbaren Schritt zu höherer Impulstreue Sennheiser HD800S am Musical Fidelity MX-HPAbeobachten. Den Unterschied zwischen akustisch aufgenommenen Bässen und synthetisch erzeugten arbeitet der Musical Fidelity sehr gut heraus, jedoch lässt er in seiner Wiedergabe immer eine gewisse Natürlichkeit durchscheinen, soll heißen, auch „kantige“ Aufnahmen werden nie zu harsch.

Test: Musical Fidelity MX-HPA | Kopfhörer-Verstärker

  1. 2 Klangeindruck Musical Fidelity MX-HPA: symmetrischer und unsymmetrischer Betrieb
Billboard
Audioplan