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Norddeutsche HiFi-Tage

Test-Fazit: Musical Fidelity M8 700m

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Musical Fidelity M8 700m

Musical Fidelitys neue Mono-Endstufen M8 700m besitzen nicht nur schier unerschöpfliche Leistungsreserven, sondern auch höchste klangliche Meriten. Es sind wahre Allrounder: Sie bringen leistungshungrige Lautsprecher auf Trab, spielen aber auch hervorragend an wirkungsgradstarken Konzepten. Sie tönen tonal neutral, hochauflösend sowie räumlich groß und präzise. Dynamisch, insbesondere grobdynamisch, zählen sie zum Besten, was man für Geld kaufen kann. Ein ganz besonderes Vermögen ist diese Leichtigkeit, ja Lässigkeit, mit der in jeder Situation und in schwierigsten musikalischen Passagen das Klangbild transparent durchgezeichnet wird.

Musical Fidelity M8 700m

Das klingt jetzt fast nach einer verstärkenden Allzweckwaffe. Doch das sind die M8 700m nicht. Es gilt immer, aber hier besonders: Die Endstufen müssen zum Hörgeschmack und zur Anlage passen. Die Kombination aus tonal neutral und hochauflösend, welche die Musical Fidelitys ins Werk setzen, kann bei wenig audiophilen Aufnahmen bloßstellend wirken. Quellgeräte, die irgendwelche Härten besitzen, werden enttarnt, Lautsprecher, die drahtig tönen, spielen mit ihnen noch ’ne Runde drahtiger. Ein Ferrari mag begnadete Fahreigenschaften haben – aber man muss mit so einer straffen Aufhängung auch klar kommen.

Die Musical Fidelity M8-Monos sind echte Geschosse. Wenn sich irgendwo die Gelegenheit ergibt, tun Sie sich den Gefallen und hören Sie sie an. Es ist ein Erlebnis.

Steckbrief Musical Fidelity M8 700m:

  • Die M8-Endstufen spielen tonal neutral ohne jegliche Betonung bestimmter Frequenzbereiche. Auch an den Frequenzenden wird straight durchgezogen. Das gesamte Frequenzband wirkt sehr rein und verzerrungsarm.
  • Kontrolle, Durchzeichnung und Nachdrücklichkeit bis in allertiefste Basslagen hinunter sind beispielgebend, nicht nur in dieser Preisklasse. Das Ganze geschieht mit der größtmöglichen Selbstverständlichkeit, ohne jedes Zeichen von Anstrengung. Bei aller Definition im Untergeschoss wirkt es aber doch auch nicht „übertrocken“, Texturen und Klangfarben werden auch im Bass offengelegt.
  • Die Musical-Fidelity-Endstufen spielen sehr detailliert und hochauflösend über das gesamte Frequenzband hinweg. Eine echte Stärke. Man muss es freilich auch so genau wissen wollen, beileibe nicht alle Aufnahmen profitieren hiervon. Das ist der Preis, den man dafür zahlt. Mit den guten verschlägt es einem aber bisweilen den Atem.
  • Die M8 vermitteln das Gefühl dynamischer Unbegrenztheit. Grobdynamisch sind sie sowieso über alle Zweifel erhaben, aber auch Mikroschwebungen und feinste Lautstärkeschwankungen (etwa einer Stimme) werden minutiös nachgezeichnet. Es mag sich seltsam anhören, aber die Musik wirkt wie energetisch aufgeladen, geradezu strahlend. Sehr faszinierend.
  • Wenn die Musik es fordert, können die M8 700m eine sehr große virtuelle Bühne aufziehen. Die Raumtiefe und die Transparenz auch an den „Rändern und Ecken“ der Bühne sind weit überdurchschnittlich. Es wird sehr präzise abgebildet, die Plastizität der Klänge ist gut, aber auch nicht das Maß aller Dinge. Als solches wirkt aber fast schon die Stabilität des Klangbildes, auch gröbste Dynamiksprünge und komplexe Instrumentierungen bringen räumlich nichts durcheinander.
  • Erstklassige Verarbeitung, dezente Optik. Die Lautsprecherterminals liegen unpraktisch eng beieinander.
  • Natürlich sind die Endstufen nicht billig, aber unterm Strich lässt sich ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis attestieren. Jedermanns Liebling dürften die Musical Fidelitys gleichwohl nicht werden.

Fakten:

  • Konzept: Transistor-Mono-Endverstärker in Brückenschaltung (2 x 700 Watt an 8 Ohm)
  • Preis: 9.998 Euro/Paar
  • Farben: Schwarz und Silber
  • Eingänge/Ausgänge: je 1 x Cinch- und XLR-Input, je 1 x Cinch- und XLR-Loop-Out, doppeltes Lautsprecherterminal, Trigger-Ein- und Ausgänge
  • Abmessungen und Gewicht: 440 x 160 x 460 mm (BxHxT), 30 kg
  • Leistungsaufnahme: circa 100 Watt im Leerlauf (Stück)
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:
Reichmann AudioSysteme
Telefon: 07728 – 1064
eMail: info@reichmann-audiosysteme.de
Web: www.reichmann-audiosysteme.de

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Test: Musical Fidelity M8 700m | Endstufe

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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