Billboard
Cambridge Audio

Moon Nēo 380D: Streamingmodul MiND und …

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Moon Nēo 380D: Streamingmodul MiND und ...

Moon Nēo 380D

Zumeist habe ich den Moon Nēo 380D über den USB-Eingang gefüttert, einfach aus Bequemlichkeit. Zwischen Audiodata MusikServer und dem Kanadier eine USB-Strippe gespannt, den passenden Moon-Treiber installiert und im JRiver Mediacenter eingerichtet – fertig. Koaxiales S/PDIF habe ich auch ausprobiert, indem ich an den DAC mit meinem Wireworld Gold Starlight 7 eine Squeezebox Touch geknüpft habe – im Großen und Ganzen klang es so wie über USB, aber ein wenig basskräftiger kam’s mir doch vor. Ob das nun am Zuspieler, am Kabel oder am Moon selbst liegt, kann ich nicht abschließend sagen.

Die Steuerungs-App fürs Streaminmodul MiND ...
Die Steuerungs-App fürs Streaminmodul MiND …

Interessanter als dieses Experiment finde ich das MiND-Streamingmodul. Diese Option kostet 1.050 Euro und geht einher mit der Lautstärkeregelung, die für sich allein bei 500 Euro liegt, ist also nicht ganz umsonst – der Stand-alone-Streamer „180 Mind“ liegt allerdings schon bei 1.195 Euro (und enthält keinen DAC). Klanglich tut sich da noch einmal was. Zwei Dinge fallen mir im Direktvergleich zum USB-Eingang auf: Das Auflösungsvermögen gewinnt ein wenig – und die Bühne wirkt an den Rändern besser ausgeleuchtet, dagegen ist sie via USB eher leicht U-förmig, also in der Mitte tiefer als an den Seiten. Wird gestreamt, werden die Ecken nicht verrundet, dann geht’s straight nach hinten. Interessant. Auch deshalb, weil so der Bühnenraum insgesamt größer sowie tiefer gestaffelt wirkt.

... macht einen aufgeräumten Eindruck
… macht einen aufgeräumten Eindruck

Die MiND-Steuerungs-App läuft übrigens stabil und flott, besitzt eine vorbildlich schnelle Suchfunktion und ist ansprechend designt. Aber eine Anregung fürs nächste App-Update hätte ich schon noch auf Lager: Ich möchte nicht jedes Mal, wenn ich das Tablet zur Hand nehme, der App sagen müssen, mit welcher Datenbank sie sich verknüpfen soll. Ich will exakt da wieder einsteigen, wo ich die App verlassen habe und sofort loslegen können, alles andere ist mühsam. Okay, genug genörgelt.

… die Lautstärkeregelung

Als „Hidden Champion“ geht für mich die zweite Option durch: die Lautstärkeregelung als solche. Klar, ein nicht gerade aufregendes Thema, dergleichen soll doch einfach nur funktionieren. Tut’s aber nicht immer. Okay, funktionieren vielleicht schon. Viele D/A-Wandler sind regelbar und leiser stellen kann man dann natürlich schon – aber nur allzu häufig wird’s auch immer blutärmer beim Runterpegeln, was nicht nur an der reduzierten Lautstärke liegt. Das passiert beim Moon Nēo 380D nicht.

Die Pegelregelung erfolgt beim Kanadier vollständig im analogen Bereich, sie ist, wie die Ausgangsstufe des Moon Nēo 380D, vollsymmetrisch aufgebaut und arbeitet mit einem digital angesteuertem Widerstandsarray. Sowas ist einem in den letzten Jahren schon öfter untergekommen, und im Vergleich zu einem klassischen Poti ist der Kanalgleichlauf bei dieser Technik im unteren Regelungsbereich meist besser. So auch hier: Leiser, leiser, leiser kann ich drehen (eigentlich „tasten“) und nichts im Bühnenbild wandert nach links oder rechts. Sehr schön. Bisweilen knistert oder knackt es bei solchen Widerstandsnetzwerken allerdings auch schon mal – beim Moon bleibt das aus. Auch schön.

Die Platine für die Lautstärkeregelung
Im Blick: Die Platine für die Lautstärkeregelung

Großer Vorteil, gerade für Besitzer wirkungsgradstarker Lautsprecher: Man bekommt einen sehr weiten Regelungsbereich, um feinfühlig justieren zu können. Bei meiner Octave-Vorstufe habe ich vielleicht zwei Fingerbreit Spiel – kein Scherz! –, danach ist’s entweder zu laut oder zu leise. Gut, nicht jeder besitzt 93 dB-Lautsprecher wie die Dynamikks Monitor 8.12, trotzdem, mir geht das schon auf die Nerven. Kein Problem mit dem Moon, da kann ich gefühlt zwei Minuten auf Volumedown drücken und ich höre immer noch was (okay, ich übertreibe etwas). Das Beste ist aber, dass die Direktverbindung DAC – Endstufe einfach sehr gut klingt, auch und gerade bei leisen Pegeln. Vielleicht bühnentechnisch nicht ganz so weitläufig und nach oben heraus nicht ganz so luftig wie mit der Octave HP300 MK2, dafür aber fokussierter in der Abbildung der Musiker – letztlich ist das Geschmackssache. Allerdings kostet einen das eine 500, das andere so um die 5.000 Euro. Wer mit dem Thema „Analog“ nix zu tun hat, sollte die Lautstärkereglung zum Moon Nēo 380D definitiv mit dazubestellen.

Test: Moon Neo 380D | D/A-Wandler, Netzwerk-Player

  1. 3 Moon Nēo 380D: Streamingmodul MiND und ...
Billboard
Vincent