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Klang Moon Nēo 380D

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  1. 2 Klang Moon Nēo 380D

Moon Nēo 380D

James Blake„Weiter vorn‘ und breiter“, so der erste Eindruck, als ich vom Luxman D-05 kommend auf den Moon Nēo 380D wechsele, den ich über USB mit Audiodatas MusikServer ansteuere. Es läuft „Unluck“ von James Blakes (gleichnamigem) Debütalbum, was ja generell ein wenig so wirkt, als hätte man Beats und Sounds in einen Häcksler geschmissen und nachher wieder mehr oder minder grob zusammengepuzzelt. Das macht’s ein wenig anstrengend, aber gerade deshalb auch interessant. Nun, jedenfalls bin ich jetzt näher dran an dieser etwas eigenwilligen Musik als mit meinem CD-Player/DAC, und das elektronische Gefritzel, Geschiebe und Gejaule verteilt sich auf ein üppigeres Panorama – vielleicht wirkt das auch nur deshalb ein wenig größer, weil’s weiter vorne spielt. Das fängt gut an. Der an sich schon furztrockene Elektrobeat des Stücks kommt mit dem Kanadier noch ’ne Runde furztrockener und härter – aber auch etwas weniger substanziell als über den Japaner.

Moon Nēo 380D

Nächster Versuch: Ben Harper and the innocent Criminals, Live. Das nennt man dann wohl landläufig „handgemachte Musik“, elektronische Störkomponenten sind hier nicht auszumachen. Beim Song „Fight For Your Mind” gibt es dafür ein schön eingefangenes E-Bass-Solo, schon direkt am Anfang geht’s gut zur Sache. Meine Erwartungshaltung nach dem James-Blake-Album war, dass das mit dem Moon-DAC jetzt vielleicht eine Spur fader rüberkommt, da der im Tiefton schlanker unterwegs ist. Nun gut, das ist zwar schlanker – aber dafür auch härter, subjektiv dynamischer und es spielt sich wieder etwas mehr nach vorne statt so relaxed und laid-back wie der Luxman (was durchaus auch seinen Charme hat). Unterm Strich muss ich sagen – das sind einfach zwei „Interpretationen“ des E-Basses: Beide Ben Harper and the innocent Criminals, Liveinvolvieren und machen Spaß, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: saftig-plastisch die eine, hart-federnd und mit Drive nach vorne die andere.

Der Moon Nēo 380D scheint mir tonal generell etwas leichter unterwegs zu sein, nicht nur im Bass. Jedenfalls wirken Ben Harpers Stimme und seine E-Gitarre eine Nuance ätherischer als gewohnt. Ganz klar auch, dass es obenheraus jetzt luftiger und deutlicher zur Sache geht. Das Tamburin im Hintergrund von „Fight For Your Mind” wird vernehmlicher nachgezeichnet – aber wohlgemerkt: ohne jegliche Härte. Das hat vielmehr etwas Feinzerstäubtes/Luftiges an sich, sehr angenehm, die Auflösung ist gut; in Kombination mit dem etwas drahtiger gehaltenen unteren Frequenzbereich wirkt es halt einen Tick expliziter. Diese Art der Tonalität im Zusammenspiel mit erwähntem Schritt nach vorn und den feindynamischen Meriten machen Harpers Live-Album, über den Nēo 380D gehört, zum Genuss – irgendwie „knistert’s“ mehr, die Live-Stimmung wirkt echt.

Lizz Wrights Album Dreaming Wide Awake

Beim Gitarrenspiel im Song „A Taste Of Honey“ auf Lizz Wrights Album Dreaming Wide Awake (Bill Frisell spielt hier, schönes Cover des Klassikers übrigens) darf ich die gleichen Erfahrungen wie schon zuvor machen: Ist der Nēo 380D an der Reihe, scheint der Fokus mehr Richtung Saite zu gehen, spielt der D-05, wirkt es sonorer. Dito beim Kontrabass – rund und plastisch über den Luxman, etwas mehr Details bei den Griffgeräuschen mit dem Moon. Und Frau Wright scheint einen halben Schritt auf mich zugegangen zu sein. Wirkt ihre Stimme auch deshalb ein wenig offener, leichter, direkter? Griffiger, das muss man fairerweise sagen, aber über den Luxman, wenn auch etwas „entfernter“. Wir reden natürlich über unterschiedliche Nuancen zweier Digitalquellen, nicht um akustisch Weltbewegendes (wie Raumakustik, Lautsprecheraufstellung etc.). Gleichwohl gibt’s da ja trotzdem Differenzen, die man festhalten kann und die in gut balancierten, durchlässigen Anlagen mehr oder weniger wichtig werden können.

Moon Nēo 380D

Als Zwischenfazit lässt sich also anführen: Der Moon Nēo 380D kommt tonal balanciert, aber eher etwas leichter rüber, im Bass- und Grundtonbereich gibt es Volltönenderes. Wer eine Quelle sucht, die einer an sich schon drahtigen Anlage etwas mehr Wärme gibt, liegt hier falsch – umgekehrt wird schon eher ein Schuh draus. Und insofern erinnert mich der Moon auch mehr an den Electrocompaniet ECM-2 – wobei der im Bass etwas massiver spielt und obenrum noch mehr Energie verströmt, aber bühnentechnisch ging’s mit dem ja auch nach vorne – als an den La-Rosita-Streamer, der im Grundton saftiger auftritt. Was sich ebenfalls festhalten lässt: involvierendes Grundnaturell, gute Feindynamik, prima Auflösung, auch und gerade ab den oberen Mitten aufwärts. Der Kanadier hat was.

Test: Moon Neo 380D | D/A-Wandler, Netzwerk-Player

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