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MEF TA 854 Verstärker – Mitten- und Höhen-Wiedergabe – Test fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 MEF TA 854 Verstärker - Mitten- und Höhen-Wiedergabe - Test fairaudio
MFE TA 854 | Röhren-Vollverstärker

Vier Hochpegeleingänge stehen am TA 845 R zur Verfügung

Generell setzt der TA 845 bei der Mittenwiedergabe eigene Akzente. Er spielt unheimlich schnell und dynamisch, Transienten wie beim Anreißen einer Gitarrensaite explodieren förmlich. Dafür vernachlässigt er die Wiedergabe allerfeinster Details ein wenig. Das ist aber nicht schlimm, da er dafür in Sachen Klangfarben so was von auf den Punkt kommt, dass ich keine weiteren Informationen benötige. Ich denke, genau diese Eigenschaften machen den oben geschilderten Eindruck aus, dass der MFE-Verstärker Schallquellen irgendwie greifbarer abbildet als übliche Verstärker. Weniger (verwirrende?) Details, mehr (die einzelnen Tonquellen charakterisierende) Klangfarben.

Um die Höhen zu beschreiben, fällt mir spontan der Begriff „reichhaltig“ ein. Was eben nicht einfach „viel“ heißt. Auch wenn die MFE-Röhre große Affinitäten zum Hochton hat, äußert sich eva cassidydas nicht in einer tonalen Verschiebung oder gar einem nervigen Klangbild. Vielmehr kommen die Höhen einfach etwas satter, voluminöser, aber nicht spitzer rüber. Der Besen, mit dem der Drummer beispielsweise im ersten Stück „Cheek to Cheek“ auf der Live at blues Alley von Eva Cassidy die Bronze seiner Becken bearbeitet, scheint einfach ein paar Drähte mehr zu haben als über andere Verstärker. Das nervt nicht, sondern klingt eben ein bisschen eindringlicher. Irgendwie passt das hervorragend zum Gesamtcharakter, da auch die Höhen, ähnlich wie der Bass, nicht konturlos wirken. Im Gegenteil: alles wirkt sehr griffig-plastisch.

Die räumliche Abbildung des MFE TA 845 hat ebenfalls eine eigene Qualität. Bei kleineren Besetzungen – egal welchen Genres – zaubert dieser Verstärker. In Verbindung mit Lautsprechern, die zu einer sehr plastischen, dreidimensionalen Darstellung neigen, glaubt man förmlich um Sänger und Instrumentalisten herumgehen zu können. Hier ergänzt sich anscheinend die sehr gute räumliche Abbildung des TA 845 kongenial mit seinen Talenten, Klangquellen in ihren tonalen Eigenschaften zusammenzuhalten. Auch bei großen Besetzungen patzt der TA 845 nicht. Allerdings stößt man bei großem Orchester und deutlich gehobener Zimmerlautstärke – je nach Wirkungsgrad der anhängigen Boxen – an die Grenzen der zwei mal zwanzig Watt. Wenn man es richtig krachen lässt, verliert sich die räumliche Präzision als erstes, bevor man bewusst Verzerrungen wahrnimmt.

MFE TA 854 | Röhren-Vollverstärker

Noch ein Wort zum Kopfhörerausgang: Der ist absolut ernst zu nehmen. Bei mir liegen ständig verschiedenste Kopfhörer unterschiedlichster Provenienz herum und ich muss sagen, dass der TA 845 mit hochwertigen Kopfhörern eine exzellente gute Figur macht. Gerade hoch beleumundeten, extrem neutralen Exemplaren, die mir an ebenfalls neutralen Kopfhörerverstärkern fast ein wenig zu langweilig klingen, verleiht der TA 845 genau den Esprit, der das Hören zum Vergnügen macht.

Test: MFE TA 845 | Vollverstärker

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