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McIntosh und Streamingverstärker? Das ging bisher nicht zusammen. Doch Kinder, die Zeiten ändern sich! In einer Welt, in der mittlerweile fast alles auf dem Kopf steht, wundert es nicht, wenn sich auch ein Traditionshersteller neuen Trends und Technologien öffnet. Und – tusch! – hier ist er nun, der erste Streaming-Vollverstärker von McIntosh: der MSA5500 AC für 9.995 Euro (Vertrieb: www.audio-components.de). Schauen wir mal, was er auf dem Kasten hat.

Der MSA5500 AC ist der erste Streaming-Verstärker von McIntosh. Vom ikonischen Look weicht er trotz „moderner“ Zuspielwege natürlich nicht ab
„Kasten“ ist ein gutes Stichwort, schließlich wirkt der McIntosh MSA5500 AC mit seinen Abmessungen von 44,4 x 15,2 x 47,6 cm (BxHxT) wie einer. In puncto Länge und Breite kann er mit seinen größeren McIntosh-Vollverstärker-Brüdern mithalten, in Sachen Höhe und vor allem Gewicht schaut es hingegen anders aus: Er ist circa vier Zentimeter flacher als etwa der MA8950 AC oder der MA7200 AC und wiegt nur rund die Hälfte. Zum Vergleich: Mein MA8900 AC wuchtet besorgniserregende 34 Kilogramm auf die Waage, während der MSA5500 AC nur auf 17,2 Kilo kommt. Das erweist sich besonders beim Herumschleppen als großer gesundheitlicher Vorteil, wenn man Rücken hat.
Autoformer? Braucht er nicht!
Das liegt in erster Linie daran, dass er im Gegensatz zu den größeren McIntosh-Vollverstärkern nicht über die Autoformer verfügt, die groß und schwer sind. Die Autoformer-Technologie von McIntosh gilt bei ihren Transistorverstärkern als zentrales Merkmal, das auf einem speziell entwickelten Ausgangsübertrager basiert, der zwischen dem Verstärkerausgang und den Lautsprechern sitzt. Der Autoformer soll die Impedanz des angeschlossenen Lautsprechers an die optimale Arbeitsimpedanz des Verstärkers anpassen, damit dieser stets die volle Leistung abgeben kann.
Im Unterschied dazu erfolgt die Signalweiterleitung in der Ausgangsstufe des McIntosh MSA5500 AC direkt zu den Lautsprecherausgängen, also ohne Umweg über einen Übertrager. Die Ingenieure verwenden in der unsymmetrischen Class-A/B-Schaltung konsequent Transistoren. Die Endstufe liefert eine Ausgangsleistung von 100 Watt pro Kanal an 8 Ohm und 160 Watt an 4 Ohm. Es gibt Leute, die es „kleinen“ McIntosh-Verstärkern wie zum Beispiel dem MA5300 AC absprechen, echte Amps des Herstellers zu sein, weil sie keine Autoformer besitzen. Lassen Sie es mich ganz klar ausdrücken: Das ist Unsinn, wie auch der folgende Hörtest beweist.

Seitliche Sicht auf den McIntosh MSA5500 AC. Der Streaming-Amp baut etwas flacher als die großen Vollverstärker der Amerikaner
Laut McIntosh baut der MSA5500 AC technisch auf dem MA5300 AC auf, wie eine Anfrage über den deutschen Vertrieb in den USA ergab. Zitat: „Der MSA5500 hat die gleiche Verstärkerarchitektur wie der MA5300 und liefert die gleiche Leistung pro Kanal und die typische McIntosh-Performance. Der MSA5500 wurde jedoch für den heutigen Hörer sorgfältig überarbeitet und bietet integriertes Streaming, aktualisierte Anschlussmöglichkeiten und ein verbessertes Gehäuse, das für die moderne Systemintegration entwickelt wurde.“
Streaming-Premiere: High-End trifft Hi-Res
Der McIntosh MSA5500 AC hat allen anderen Amps der Amerikaner eines voraus: Er kann streamen und unterstützt Apple AirPlay, Google Cast, Spotify Connect, Tidal Connect und neuerdings auch Qobuz Connect, wobei Qobuz und Tidal HiFi-Lossless- und HD-Qualität bieten. Spotify wird den Fähigkeiten des McIntosh MSA5500 AC eigentlich nicht gerecht, da der Dienst nach wie vor nur datenreduziert funktioniert.
Es gibt keine eigene McIntosh-App, in der Streamingdienste zusammenlaufen. In meinem Fall wird die Musikauswahl direkt mit der Tidal-App auf meinem iPad gesteuert. Dazu startet man ein Album oder einen Song in der App und klickt dann das kleine Lautsprechersymbol an, wählt den McIntosh aus – und los geht’s. Das Streaming gelingt wahlweise drahtlos über die anschraubbaren Wi-Fi-Antennen oder kabelgebunden per Ethernet-Schnittstelle. Auch eine Zuspielung per Bluetooth ist möglich, wobei hier AAC, Qualcomm aptX HD und aptX Adaptive zum Einsatz kommen können. Roon ready ist der Vollverstärker ebenfalls.
Digital voll bestückt, analog gut bedacht
Beim internen DAC handelt sich um einen 8-Kanal-32-Bit/384-kHz-Quad-Balanced-Digital-Analog-Wandler, der laut McIntosh eine enorme Dynamik und minimale Verzerrungen bieten soll. Die DAC-Sektion lässt sich allerdings nicht – wie bei den großen Vollverstärker-Modellen – herausnehmen und irgendwann durch ein höherwertigeres Modul ersetzen. Auf Nachfrage teilte uns McIntosh mit, dass es sich um das DA2-Digital-Audio-Modul handelt, das beispielweise auch im MA8950 AC oder MA9500 AC zum Einsatz kommt. Über die technischen Hintergründe der neuen Streaming-Sektion ließ sich dem Hersteller leider nichts entlocken.
Es stehen sieben digitale Eingänge für die Wandlung bereit: koaxial (2 x), optisch (2 x), MCT, HDMI ARC und USB-B. Kritische Geister könnten lediglich das Fehlen eines AES/EBU- oder I2S-Eingangs beklagen. HDMI ARC ermöglicht dafür die Einbindung des Fernsehers, der MSA5500 AC dekodiert Dolby- und DTS-Mehrkanalformate und konvertiert sie in hochwertigen Stereoklang. Per USB gelingt die native Wiedergabe von DSD512 und DXD bis zu 384 kHz, während bei den anderen Schnittstellen bei 24 Bit und 192 Hertz Schluss ist. Die MCT-Schnittstelle (McIntosh Coaxial Transport) wurde speziell von McIntosh entwickelt und dient der hochwertigen digitalen Übertragung von SACD- und CD-Audio-Daten zwischen McIntosh-Komponenten.

Rückseitiges Anschlussfeld des McIntosh MSA5500 AC. Neben Digital- und Hochpegel-Eingängen ist auch Phono-MM mit an Bord
Auf analoger Eingangsseite stehen vier unsymmetrische Hochpegeleingänge und ein symmetrischer XLR-Eingang bereit. Darüber hinaus können Plattenspieler mit MM-Abtaster andocken, MC-Tonabnehmer sind jedoch nicht willkommen (außer High-Output-MCs). Die Vor- und Endstufensektion lässt sich auftrennen, indem man die Steckbrücke zwischen Pre-Amp-Output und Power-Amp-Input entfernt. Dann kann der McIntosh MSA5500 AC auch als reiner Vorverstärker oder Endverstärker agieren. Wer ihn hingegen als Vollverstärker betreibt (was in den allermeisten Fällen so sein wird), sollte die Steckbrücke möglichst schnell durch hochwertige Cinch-Jumper ersetzen, da die Brücken die Klangqualität leicht limitieren.
Wer einen Subwoofer anschließen möchte, freut sich über die Sub-Output-Buchse, während Kopfhörer-Fans ihre Ohrlauscher auf der Vorderseite am 6,35-mm-Anschluss andocken lassen. Laut McIntosh eignet sich dieser am besten für Kopfhörer mit Impedanzen zwischen 100 bis 600 Ohm. Ach ja: Der deutsche Vertrieb legt – Applaus! – ein hochwertiges Shunyata-Netzkabel bei und gewährt zudem eine fünfjährige Sondergarantie.
McIntosh MSA5500: Hörtest und Vergleiche
Eine Vorbemerkung: Als ich vor rund 15 Jahren mein HiFi-Hobby wiederbelebte, hatte ich die Chance, zwei McIntosh-Vollverstärker zu Hause zu hören: den MA6300 AC (ohne Autoformer, circa 4.500 Euro) und den MA7000 AC (mit Autoformern, damals rund 7.000 Euro). Der Händler war sehr überrascht, als ich mich für den preiswerteren Verstärker entschied, weil dieser in meinen Ohren durch mehr Schmelz und Seele besser klang. Nach ein paar Wochen rief mich der Händler an und meinte, ich hätte recht gehabt mit meiner Einschätzung, er hätte beide Verstärker gegeneinander antreten lassen. Ich hatte lange Freude an meinem MA6300 AC, während der MA7000 AC auch in Foren klanglich eher als McIntosh-untypisch beschrieben wurde. Was ich damit sagen will: Auch McIntosh-Vollverstärker ohne Autoformer sind echte McIntosh-Geräte. Und das bestätigt auch der MSA5500 AC im Hörtest.

Blick in den Hörraum mit McIntosh MA8900 (vorne) und McIntosh MSA5500 (hinten) – an der Sonus Faber Olympica Nova 3
Tiefton
Im Bassbereich reicht er annährend so tief herunter wie mein McIntosh MA8900 AC (damals 9.780 Euro, mit Autoformern), was mich positiv überrascht hat. Und dabei wirkt er im Frequenzkeller sogar eine Spur agiler und trockener. Das trat etwa bei „Everydaydreamer“ der Indie-Rocker Franz Ferdinand (aktuelles Album: The Human Fear) zutage – der ziemlich tiefe Bass hüpft mit dem McIntosh MSA5500 AC etwas flotter durch den Hörraum. Das ist im Tiefbass äußerst amtlich und stellt beispielsweise den deutlich günstigeren Streaming-CD-Receiver AVM Inspiration CS 2.3 (mittlerweile 5.990 Euro) locker in den Schatten – bei gleicher Schnelligkeit und Präzision. Pegelseitig ragt der Bass minimal aus dem Geschehen heraus, was für einen kraftvollen Eindruck mit stabilem Fundament sorgt. McIntosh hat hier eine beeindruckende Balance aus Agilität und wuchtiger Tiefbass-Autorität ohne jede Schwammigkeit gefunden.
Zwischen Punch und Poesie: Grob- und Feindynamik
Auch grobdynamisch findet der US-Amerikaner einen prima Mittelweg aus Attacke und Fluss und erinnert mich dabei an den Krell-Vollverstärker K-300 i (13.650 Euro mit Digitalboard), den ich im Jahr 2023 zu Gast im Hörraum hatte. Auch der langt grobdynamisch ordentlich zu, übertreibt es aber nicht, sondern behält stets die Natürlichkeit im Blick.
Während mein McIntosh MA8900 AC es grobdynamisch gern mal ein bisschen gemütlicher angehen lässt (preisklassenbezogen, nicht absolut), kommt der MSA5500 AC bei manchen Songs etwas energischer und flinker rüber, etwa bei der Eröffnungsnummer „I Can Never Say Goodbye“ (Paul Oakenfold Cinematic-Remix) des opulenten Remix-Doppel-Albums Mixes Of A Lost World von The Cure. Diese feine Neuinterpretation legt nach einem kurzen, sanften Mittelteil bombastisch wie ein großes Orchester los, und dieser Pegelsprung gelingt dem „kleinen“ 5500er tatsächlich minimal beeindruckender als dem „großen“ 8900er und ist auch preisklassenbezogen sehr gut.
Grundsätzlich treibt der McIntosh MSA5500 AC meine Lautsprecher problemlos bis zu ohrenfeindlichen Pegeln an – sowohl die Canton Reference 7 (6.000 Euro) als auch die Sonus Faber Olympica Nova 3 (13.400 Euro) passen hervorragend zu dem Streaming-Verstärker.
Der Feindynamik habe ich unter anderem mit dem neuen Skunk-Anansie-Album The Painful Truth auf den Zahn gefühlt. Die Briten lösen sich darauf von ihrem Rocksound und setzen verstärkt auf Elektro-Pop, der dank Skins kraftvoller Frauenstimme aber immer noch hymnisch rockt. In der aufs Wesentliche reduzierten, von Klavier getragenen Ballade „Meltdown“ spielen feine Lautstärkeabstufungen eine wichtige Rolle, besonders beim Nachhall der Stimme. Der McIntosh MSA5500 AC folgt diesen feinen Impulsen nicht besonders hart oder zackig, sondern eher mit einer leichten Präferenz Richtung Fluss. Mein Röhrenvollverstärker PrimaLuna EVO 300 (4.890 Euro) agiert in seinem kraftvolleren Ultralinear-Modus feindynamisch schon eine Spur agiler. Doch das ist weder besser noch schlechter, sondern fällt in die Kategorie Geschmackssache: McIntosh-Verstärker behalten gerne das große Ganze im Auge, das sie lieber zusammenhalten als auseinanderdividieren.
Viele Wege führen nach Rom
Sprechen wir an dieser Stelle über die verschiedenen Schnittstellen beziehungsweise Zuspielarten, die ich im Test verwendet habe: Streaming per Tidal Connect und Bluetooth, USB über den Musikserver/Streamer Innuos Zenith MK3 unter Verwendung des internen McIntosh-Wandlers sowie CD-Zuspielung (McIntosh MCD 301 AC) über die analogen Cinch-Eingänge und Phono-MM (Thorens TD 1500 mit Ortofon 2M Black).

Digitale Signale können dem McIntosh MSA5500 nicht nur als LAN/WLAN-Stream zugeführt werden, sondern auch über klassische Digitalschnittstellen. HDMI ARC und das proprietäre Format MCT sind ebenfalls mit an Bord
Bei den drei bisher behandelten Disziplinen – Bass, Grob- und Feindynamik – fallen zwar keine großen Unterschiede auf, aber doch geringfügige. Als etwas basslastiger erwies sich die Streaming-Variante über die Tidal-App, und zwar sowohl kabelgebunden als auch drahtlos. Qualitativ fiel sie kein bisschen ab, McIntosh ist hier also beim ersten Streaming-Amp gleich ein Volltreffer gelungen. Zumal das Ganze auch drahtlos tadellos und bis auf ganz wenige Ausnahmen unterbrechungsfrei klappte. Die Bluetooth-Zuspielung klingt zwar auch ganz gut, aber leicht verhangener und nicht so druckvoll.
Am anderen Ende des Spektrums steht der gute alte Plattenspieler, und wer McIntosh kennt, weiß, dass die integrierten Phono-Module in den meisten Fällen einen externen Phono-Vorverstärker überflüssig machen. Das gilt auch in diesem Fall: Der MM-Phono-Zweig klingt exzellent und kraftvoll – bei mir kam nie der Drang auf, meinen beileibe nicht schlechten Phonoverstärker AVM PH 30.3 (800 Euro) ins Spiel zu bringen.
Musikalisch statt mikroskopisch: Auflösung und Hochton
Auch an der Zuspielung per USB-B gibt es nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil: In Kombination mit dem Musikserver/Streamer Innuos Zenith MK3 tönte es stets souverän und entspannt. Das Auflösungsvermögen des McIntosh MSA5500 AC ist für seine Preisklasse gut, aber nicht überragend – Details werden nicht auf dem Silbertablett serviert und bis ins Allerletzte ausdiskutiert. Das feingliedrige Gitarren- und Bassspiel in „Crystalised“ von The XX (Debütalbum: The XX, 2009) habe ich zwar schon mal einen Hauch präziser und hochaufgelöster gehört, etwa beim bereits erwähnten Krell-K300i. Das wird McIntosh-Fans jedoch nicht stören, da Verstärker dieser Marke das Hauptaugenmerk auf Musikgenuss und nicht auf allerhöchste Analyse legen. Nicht falsch verstehen: Mir fehlten nie irgendwelche relevanten Informationen, weil alles so richtig und selbstverständlich klingt. Lediglich Fans sehr hoher Auflösung könnte das zu wenig sein.
Dasselbe lässt sich in etwa auch über den Hochtonbereich sagen: Chefanalytiker mit Hang zum Erbsenzählen werden mit dem McIntosh MSA5500 AC nicht hundertprozentig glücklich. Das soll nicht heißen, dass die Höhen Auflösung vermissen lassen oder im Klangbild untergehen, nein: Ihnen haftet nur eine minimal zurückgenommene Samtig- und Geschmeidigkeit an, was sie extrem langzeittauglich macht. So wirkt zum Beispiel die Hi-Hat zu Beginn des Metallica-Klassikers „Until It Sleeps“ (Album: Load, vor einer Weile ist davon eine remasterte Version erschienen, die hier auch gemeint ist) mit dem McIntosh MSA5500 AC nicht ganz so angriffslustig wie beispielsweise mit der Vor-End-Kombi Audiolab 9000Q & Audiolab 9000P (zusammen rund 3.300 Euro). Er nimmt ihnen etwas Schärfe, was meine Ohren als sehr angenehm empfinden.
Mitten-drin statt nur dabei
Die Mittenwiedergabe gehört zu den größten Stärken unseres Testkandidaten. Besonders den unteren Mittenbereich, der dem Klang Fundament und Körper verleiht, hebt er leicht hervor. Durch diesen Schuss Wärme wirken Stimmen und akustische Instrumente schön füllig und natürlich, was beispielsweise Rockmusik oder Singer-&-Songwriter-Sachen das gewisse Extra verleiht, ohne ins Schwülstige abzurutschen.
Bei Singern & Songwritern greife ich immer gern zu William Fitzsimmons, dessen sanfte, klare Stimme mit falsettartigem Einschlag generell sehr nahbar wirkt. Mit dem McIntosh MSA5500 AC berührt sie Herz und Seele besonders stark, wenn er in „Beacon“ (vom Minialbum Pittsburgh, 2015) über den Tod seiner Großmutter singt. Das hat durchaus etwas von Röhrencharme und erinnert mich mit seinen Klangfarben an meinen PrimaLuna EVO 300.
Nicht nur deshalb wird es Sie vermutlich kaum überraschen, dass sich die Gesamttonalität des MSA5500 eher auf der leicht warmen Seite der Macht bewegt. Der erste Streaming-Vollverstärker der Kultmarke zählt gewiss nicht zu den hellen, frischen und besonders analytischen Vertretern seiner Art, sondern folgt dem typischen McIntosh-Klangideal: mit Autorität gesegnet, dabei sehr „musikalisch“, ausgesprochen emotional, erdig und geschmeidig. Auch lange Hörsessions bei höheren Pegeln ermüden die Ohren nicht.
Im Rampenlicht: Bühnencheck
Fehlt noch das räumliche Darstellungsvermögen des US-Amerikaners. Der McIntosh MA8900 AC spannt im Vergleich zwar die größere Bühne auf, die Unterschiede sind allerdings nur gering. Auch beim McIntosh MSA5500 AC ragt sie seitlich ein Stückchen über die Lautsprecher hinaus, wenngleich nicht ganz so stark. Das schafft Weitläufigkeit und ein großzügiges Klangpanorama, das der Preisklasse absolut angemessen ist.
Beim ausgesprochen räumlich aufgenommenen „Into The Great Wide Open“ der deutschen Instrumental-Rocker Long Distance Calling (Album: Long Distance Calling, 2011) zeigt sich, dass das musikalische Geschehen tendenziell eher in der Nähe der Lautsprecherebene stattfindet und sich nicht besonders offensiv zum Hörplatz hin erstreckt, dafür aber ein gutes Stück hinter die Lautsprecherbasislinie. Der McIntosh MSA5500 AC verfügt also über eine ansprechende Bühnentiefe, gehört aber eben nicht zu jenen Vertretern, die dem Hörer offensiv entgegenkommen – wie tendenziell etwa der PrimaLuna EVO 300 im Ultralinear-Betrieb. Die Instrumente positionieren sich präzise, mit klar umrissenen Konturen im Raum, was sie schön greifbar macht, da sie sich auch sauber voneinander abgrenzen. Das wirkt authentisch, strukturiert und wie ein plastisches Abbild der jeweiligen Aufnahme.
Kopfhörer
Der integrierte Kopfhörerverstärker folgt dem hier beschriebenen Klangcharakter und gibt ihn leicht warm und harmonisch an den Kopfhörer weiter. Die McIntosh-Crossfeed-Director-Technologie (HXD) sorgt dafür, dass das Hörerlebnis über Kopfhörer dem über Lautsprecher näherkommt, indem sie kleine Anteile des linken und rechten Kanals ins jeweils andere Ohr mischt (Crossfeed). Das macht den Klang weitläufiger, dafür wirkt das Geschehen aber auch etwas distanzierter und weniger direkt – Geschmackssache. Hier heißt es ausprobieren, ob das den eigenen Ansprüchen genügt oder lieber eine externe Lösung vorzuziehen ist.
Test: McIntosh MSA5500 AC | Streaming-Verstärker









