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Die Manunta-Kombi spielte gut und gerne zwei Monate bei mir – und die Larson bespielten selbst nach Beendigung der Hördurchgänge für diesen Test weiter meine Wilson SabrinaX. Einfach weil ich noch Lust hatte, mit den italienischen Monos zu hören, und das, obwohl ich mit meinem Norma Audio REVO PA 150 und den Bryston 7B3 jederzeit auf ausgesuchte, hochwertige Alternativen zurückgreifen kann. Natürlich tönen die Manunta Larson objektiv nicht besser als meine Referenzamps, schon gar nicht als die 7B3. Das Larson-Doppel bringt mit seinem seidig-reinen Klangbild und der gleichsam neutralen wir gehaltvollen Mittenwiedergabe allerdings derart hörenswerte Qualitäten ins Spiel, das man nur allzu gerne an ihm kleben bleibt.
Wer solche besonderen Stärken goutiert und dafür die leichten Abstriche bei der Tieftonfestigkeit/-konturiertheit, dynamischen Knalligkeit und der Hochtonprägnanz, die man von typischen Transistorendstufen dieser Preisklasse sonst gewohnt sein mag, gerne in Kauf nimmt (oder sogar mag), dann zählen die Larson zum Besten, was endstufenseitig bis 10.000 Euro oder auch mehr zu haben ist. Die Larson klingen (wie alle Audiokomponenten) nicht perfekt, haben aber das Zeug dazu, ihrem Besitzer emotionale, wahrhaftige Hörlebnisse zu bescheren, wie nur wenige andere Verstärker. Sie verdienen sich meine besonders nachdrückliche Probehörempfehlung.
Der Manunta Tosh hat es bei derart außergewöhnlichen Geschwistern wie den Larson natürlich erst mal schwer, sich richtig in Szene zu setzen. Dabei glänzt auch er mit einem sehr reinen, klaren Klangbild, setzt mit einem tonal leicht ins Präsente tendierenden, dynamischen und sportlich-definierten Sound dennoch andere Akzente als die Larson. Je nach Hörgeschmack mögen die sich in gewisser Weise ausgleichenden Charaktere von Vor- und Endstufen ein perfektes Match abgeben. Mir selbst gefällt die tonal noch ausgeglichenere Gangart meines Funk MTX an den Larson einen Tick besser. Und trotz der kompakten Bauform der Larson-Monos wird nicht jeder Hörer die kleinen Gehäusemaße der Tosh als wirklichen Vorteil ansehen und sich vielleicht eher ein griffiges Lautstärkerädchen sowie adapterfreie XLR-Anschlüsse wünschen, obwohl die Kabeladapterlösung im Test tadellos funktionierte.
Der Mono-Endverstärker Manunta Larson …
- vermag den Hörer aufgrund seiner sich warm anfühlenden, gehaltvollen, gleichwohl quellwasserreinen, transparenten und neutralen Mitten regelrecht zu betören.
- weist generell ein sehr reines, seidiges, klares Klangbild auf. Sehr langzeittauglich und keinesfalls übertrieben schönfärberisch.
- bietet absolut betrachtet gute Fein- wie Grobdynamik, relativ betrachtet gibt es natürlich Endstufen in der Preisklasse der Larson, die dynamisch noch knalliger agieren.
- löst gerade in den Mitten sehr gut auf, hochtonseitig heben sich Details aufgrund der Reinheit und guten Kontrastierungen zwar im Grunde ebenfalls sehr gut ab, dennoch passiert das nicht übermäßig ausdrücklich, was viele Hörer, die auf betont analytische Klangbilder allergisch reagieren, allerdings auch als Stärke auffassen werden.
- tendiert hochtonseitig eher zu Geschmeidigkeit und tonaler Dezenz, allerdings ohne hier eine echte Schlagseite zu entwickeln.
- reicht im Bass anstandslos tief hinab, mutet untenrum aber nicht ganz so fest und konturiert an wie manch andere Endstufe dieser Preisklasse. Von „weich“ – wie etwa früher mal Marantz-Verstärker abgestimmt waren – sind die Larson aber weit entfernt.
- bietet auch aufgrund des reinen, kontrastarken Klangbildes eine tolle Räumlichkeit: Ortbarkeit, Plastizität und die sich schön von den Boxen lösende Abbildung sorgen für ein involvierendes „Bühnengefühl“, die Manifestation von Stimmen in der Stereomitte ist einen Extraapplaus wert.
- kommt optisch irgendwie cool rüber (obwohl er topseitig sicherlich um die 50 Grad warm wird), wirkt in Teilbereichen etwas rustikal (Oberseite des Gehäuses), dennoch verlässlich verarbeitet. Die Qualität der Polklemmen für den Lautsprecheranschluss mutet für die Preiskasse etwas knauserig an, aus klanglichen Gründen drauf achten, dass sie auch beim Betrieb mit Bananas festgezogen sind.
Die Vorstufe Manunta Tosh …
- bietet ebenfalls ein für die Preisklasse überdurchschnittlich reines Klangbild, das sich in dieser Sache sogar mit meinem höchst verzerrungsarmen Funk MTX messen kann.
- spielt fein- wie grobdynamisch schön akzentuiert und knackig.
- wirkt tonal einen Tick leichter, präsenter abgestimmt.
- mutet – auch durch seine tonale Abstimmung befördert – im Mitten-Präsenzbereich sehr transparent an, eine besondere, überdurchschnittliche Stärke des Tosh.
- kommt mit einem gut luftig ausgeprägten Hochton ohne künstliche Schärfen oder Härten.
- fühlt sich aufgrund der tonalen Gesamtabstimmung im Bass nicht ausgeprägt warm oder druckvoll an, langt aber tief und präzise runter.
- spielt räumlich so differenziert und gelöst, wie man das von highendigen Amps erwartet, aber in dieser Preisklasse dennoch nicht immer bekommt.
- wirkt verarbeitungsseitig zweckmäßig und robust, eher wie ein Tool als ein Schmuckstück. Der durch die sehr kompakte Bauform bedingte Platzmangel führt zu einem vergleichsweise kleinen Lautstärkesteller, wer via XLR hören will, muss den beiliegenden Kabeladapter (drei XLR-Schnittstellen) verwenden.
Fakten:
Manunta Larson
- Konzept: Class-A-Stereo-Endstufe (Single Ended)
- Eingänge: Cinch, XLR
- Preis: 5.898 Euro
- Farben: Silber
- Leistung: 2 x 20 Watt an 8 Ohm, 2 x 40 Watt an 4 Ohm
- Maße & Gewicht: 220 x 210 x 220 mm (B x T x H), 11 kg
- Sonstiges: externe Netzteile
- Garantie: 2 Jahre
- weitere technische Informationen auf der Hersteller-Website
Manunta Tosh
- Konzept: rein analoge Vorstufe
- Preis: 2.550 Euro
- Farben: Silber
- Analoge Eingänge: 3 x Cinch, 3 x XLR (mit Kabeladapter)
- Analoge Ausgänge: Cinch, XLR
- Maße & Gewicht: 20 x 5 x 20 cm (BxHxT), 2 kg
- Sonstiges: Fernbedienung
- Garantie: 2 Jahre
Hersteller & Vertrieb:
audioNEXT GmbH
Isenbergstaße 20 | 45130 Essen
Telefon: +49 (0)201-799 39 404
E-Mail: info@audiodomain.de
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Test: Manunta Tosh und Manunta Larson | Vor- und Endverstärker


