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Test-Fazit: Luxman DA-06

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  1. 3 Test-Fazit: Luxman DA-06

Die Zukunft wird mich wahrscheinlich eines Besseren belehren, doch Stand heute traue ich mich zu sagen: Viel besser geht D/A-Wandlung nicht mehr. Zumindest dann, wenn man von den ganz verrückten Konzepten und Preisen absieht. Der Luxman DA-06 ist derjenige DAC, der von allen von mir bisher gehörten das höchste Klangniveau erklimmt. Mag das auch ein subjektives Statement sein, es gibt, wie ich finde, durchaus objektive Gründe dafür.

Luxman DA-06

Wozu der Featurereichtum nun allerdings nicht unbedingt zählt. Fürs halbe Geld bekommt man heute Produkte, die eine Lautstärkeregelung, noch ein paar Analoginputs, eine Kopfhörerklinke, Streamingfunktionalität oder Ähnliches mitbringen. Das alles hat der DA-06 nicht an Bord. Er wurde nur für einen Zweck bestimmt: Nullen und Einsen so gut es eben geht in Musik zu übersetzen.

Und das kann er – aber hallo! Für die Auflistung aller einzelnen klanglichen Tugenden verweise ich auf den Steckbrief unten. Hier sei lieber noch mal auf diese sehr ausgetüftelte Über-alles-Geschlossenheit des Luxman, diese instinktive Richtigkeit seines Klangbildes verwiesen. Ich konnte ihm keine Schwäche, keinen klanglichen Kompromiss in die eine oder andere Richtung nachweisen. Eine solche raffinierte Klangbalance auf einem derart hohen Level zu liefern, das ist echte audiophile Kunst. Kudos!

Steckbrief Luxman DA-06:

  • Insgesamt tonal neutral, keinerlei Schlagseite. Möchte man Helleres oder Wärmeres, muss man sich sein Sounddesign woanders besorgen.
  • Erstklassig durchstrukturierter Bassbereich, bis in die tiefsten Lagen hinein. Bei harten Impulsen – unnachgiebig. Bei gestrichenem Kontrabass ausdrucksstark, da mit Farbe, Substanz und Kontur versehen – und keinesfalls zu abgehangen/trocken. Einen Schuss Extralaune im Untergeschoss liefert er freilich auch nicht, siehe Punkt eins.
  • Das Mitten-/Hochtonband überzeugt durch höchste Auflösung – die allerdings immer im Dienste der Natürlichkeit steht – sowie durch die ungemeine klangfarbliche Differenzierungsfähigkeit. Zudem auffällig: der außerordentlich luftige, reine Hochton. Diese sehr akkurate Darstellung noch im „Luftband“ sorgt für Geschmeidigkeit (es wirkt nie „porös“) und den Eindruck, harmonisch komplette Klänge geliefert zu bekommen (und nicht nur 95 % der Obertöne, salopp gesagt).
  • Sehr, sehr feindynamisches und lebendiges Klangbild – der Skat wird aber nie überreizt, sprich: Nie wirkt es künstlich hart oder „attackig“. Umgekehrt kann man genauso formulieren: Alles ist im rhythmischen Fluss, aber nie verschwommen, verschliffen. Grobdynamisch wird im Fall der Fälle ebenfalls zugelangt wie sich das gehört (aber das leisten auch andere Geräte).
  • Die räumlichen Fähigkeiten sind enorm. Zum einen kann, wenn gefordert, ein riesiger Bühnenraum aufgezogen werden und das Vermögen zur Tiefenstaffelung ist schon heftig – zum anderen werden die einzelnen Klänge hochfokussiert in diesen Raum projiziert. Gleichwohl kommt es nicht zu einem gerasterten, starren Eindruck, denn Stimmen und Instrumente wirken sehr körperlich und physisch. Diese Plastizität lässt das Klangbild natürlich-echt erscheinen, die hohe Lokalisationsschärfe in Kombination mit der Weitläufigkeit des Raumeindrucks sorgen für transparente Sicht durchs Klangfeld. Und dann ist da noch dieser extrem souveräne Umgang mit dem Raumhall.
  • Die Ausstattung ist fürs Geld mäßig, aber das nennt man in dieser Klasse minimalistisch. Die Verarbeitung ist Ausdruck japanischen Perfektionswillens.
  • Zusammenfassen lässt sich sagen: Der DA-06 ist ein klanglicher Allrounder auf allerhöchstem Niveau. Auf mich wirkt es, als hätte man sich bei der Abstimmung sehr viel Zeit genommen und jenseits jeglicher Moden als Klangideal maximale Stimmigkeit ausgerufen. Vielleicht hat man nach 90 Jahren Firmengeschichte auch nichts anderes mehr im Sinn.

Fakten:

  • Modell: Luxman DA-06
  • Konzept: D/A-Wandler
  • Preis zum Testzeitpunkt: 5.000 Euro
  • Abmessungen & Gewicht: 440 x 92 x 400 mm (BxHxT), 11 kg
  • Farben: Silber
  • Eingänge: 1 x USB Typ B (asynchron), 2 x S/PDIF (Cinch), 2 x TOSLINK, 1 x AES/EBU
  • Ausgänge: digital: 1 x S/PDIF (Cinch), 1 x TOSLINK; analog: 1 x symmetrisch, 1 x unsymmetrisch
  • Sonstiges: Eingangsformat PCM über USB bis 32 Bit/348 kHz, DSD 2,8 und 5,6; alle anderen Inputs PCM bis 24 Bit/192 kHz; Fix-Pegel-Ausgang; fünf Digitalfiltersettings; Phase kann invertiert werden; Display dimm- und abschaltbar
  • Leistungsaufnahme: circa 17 Watt im Leerlauf
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb/Hersteller:

IAD GmbH
Johann-Georg-Halske-Straße 11 | 41352 Korschenbroich
Telefon: 02161 -61 78 30
eMail: info@iad-audio.de
Web: www.luxman-deutschland.de

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Test: Luxman DA-06 | D/A-Wandler

  1. 3 Test-Fazit: Luxman DA-06

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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