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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Lichtgestalt
  2. 2 Lumin P1: Hörtest und Vergleiche

Was habe ich schon an meiner Streaming-Strecke geschraubt und optimiert! Seit meinen Anfängen vor gut zehn Jahren mit MacBook, USB-Kabeln und spezieller Software bis heute war es ein langer und steiniger Weg. Oft war ich genervt von den Unzulänglichkeiten und Kompatibilitätsproblemen der Computertechnik und immer getrieben vom Ideal der Silberscheibe, mit deren Klang ich über meine damalige DCS-Puccini-Kombi eigentlich (fast) zufrieden war. Das sollte also die schöne neue Streaming-Welt sein, die immer wieder propagiert wurde? Nicht bei mir! Nun, mittlerweile klingt der Streamingweg bei mir schon deutlich besser, aber einfacher ist es immer noch nicht geworden. Der neue Netzwerkplayer Lumin P1 (Vertrieb: www.lumin-deutschland.de; Preis: 9.990 Euro) will hier Abhilfe schaffen, indem er Klang, Bedienung und Flexibilität unter einen Hut bringt.

Lumins Aufstieg als Streamer-Hersteller begann 2012 mit dem A1. Schon damals erinnerten das Design und der Innenaufbau an den Linn Klimax: das Gehäuse aus einem Alublock gefräst, separate Abteile für die Digital- und die Analogsektion, Lundahl-Übertrager für die Ausgangsstufe und kanalgetrennte Wolfson-WM8741-DAC-Chips. Und was die Stromversorgung betrifft, ging der A1 mit einem externen Dual-Linearnetzteil wohl noch einen Schritt weiter als die Schotten mit ihrem integrierten Schaltnetzteil.

Lumin P1 in Schwarz, von vorne oben

Der Lumin P1 kombiniert Streamer, DAC und Vorstufe in einem Gerät – so reichhaltig seine Schnittstellenauswahl, so minimalistisch der Look

Beim derzeitigen Top-Modell von Lumin, dem X1 (12.990 Euro), wurde weiter an vielen Stellen optimiert: So nahm das externe Netzteil von 2 auf 4 kg deutlich zu, als DAC-Chip wird das Flaggschiff von ESS Sabre, der 9038, eingesetzt und als Highlight kam noch ein optischer Lichtwellenleiter-Eingang (LWL) hinzu.

Nerdig oder lifestylig?

Leider bietet der Lumin X1, wie auch schon seine Vorgänger A1 und S1, externen Mitspielern keinen Zugang, es gibt weder Anschlüsse für Analog- noch für Digitalquellen. Der X1 positioniert sich im Lumin-Programm damit – um mal wieder einen der beliebten Automobilvergleiche zu bemühen – als hochgezüchtetes Formel-1-Rennauto, das von seinem Besitzer hinsichtlich Flexibilität und Alltagsnutzen Kompromisse verlangt und aufs klanglich Absolute zielt. Der brandneue Lumin P1 ist da etwas anders gestrickt, er geht eher als Tourenwagen, der auch auf der Rennstrecke eine gute Figur macht, durch. Der P1 ist sozusagen die audiophile Version eines Porsche 911 GT2.

Laut Lumin wurde der P1 als zentrales Herzstück eines Audio-Systems konzipiert und soll audiophile Performance mit Lifestyle und Alltagstauglichkeit verbinden. Was den Style angeht, trägt der Lumin P1 angenehmerweise nicht so dick auf wie manch anderes Highend-Gerät. Das liegt zum einen am Midi-Format mit 35 cm Breite und zum anderen an der sanft abgeschrägten, gerundeten Front, die nur von einer Aussparung für das leuchtstarke, monochrome Display unterbrochen wird. Der Lumin P1 gefällt mit seinem minimalistischen und wertigen Auftritt und wirkt auch auf einem Design-Lowboard im Wohnzimmer nicht unpassend, geschweige denn klobig.

Schwarzter Lumin P1 auf weißem Lowboard

Der Lumin P1 macht auch im Wohnzimmer eine gute Figur

Den vom Hersteller versprochenen Alltagsnutzen erfüllt der P1 in vielerlei Hinsicht, und damit setzt er sich vom „Spezialisten“ X1 ab. Neben diversen digitalen Eingängen wie AES/EBU, Toslink, koaxiales S/PDIF sowie USB-A und -B bietet der Lumin die Möglichkeit, einen Blu-Ray-Player oder Fernseher per HDMI einzubinden, letzteren sogar mittels HDMI-Return-Channel. Damit nicht genug kommt der Lumin P1 sogar mit je einem analogen XLR- und Cinch-Eingang, beispielsweise um einen Phono-Vorverstärker anzuschließen. So wird er endgültig vom reinen Streaming-DAC beziehungsweise Netzwerkplayer zur kompletten Vorstufe mit eingebautem Streamer – und zum extern nutzbaren D/A-Wandler.

Anschlussfeld des Lumin P1 auf der Rückseite

Die Rückseite des Lumin P1 bietet reichlich Ein- und Ausgänge, darunter auch analoge sowie mehrere HDMI-Buchsen

Last, but not least: Der Streaming-Pionier Lumin wäre sich wohl nicht treu geblieben, hätte er nicht auch noch den für ein HiFi-Produkt innovativen Lichtwellenleitereingang vom Topmodell X1 übernommen. Und das ist nicht das einzige was der P1 vom X1 geerbt hat: Die interne Doppel-Torodial-Stromversorgung ist laut Vertrieb ebenfalls vom X1 inspiriert, und dessen Stand-alone-Netzteil kostet alleine schon schlappe 2.500 Euro. Die audiophilen Erbanlagen des Lumin P1 scheinen also ganz anständig zu sein.

Lumin P1 mit RJ45-Buchse und Lichtwellenleitereingang

Sieht man selten: Der Lumin P1 bietet nicht nur Netzwerkzugang via RJ45-Buchse, sondern auch per Lichtwellenleitereingang (gelbes Kabel/blauer Stecker)

Apple Airplay ist an Bord, mit WiFi oder gar Bluetooth kommt man beim bei Lumin P1 aber nicht weiter, man muss ihn fürs Streaming schon „an die Leine nehmen“. Dafür decodiert er aber praktisch alle gängigen Tonformate und Codecs inklusive DSD und MQA und reicht, wenn gewünscht, sogar 4K-Videosignale durch seine HDMI-Eingänge; Roon ready ist er obendrein. Das ist alles praxisgerecht ausgelegt und sollte auch hohen Ansprüchen gerecht werden.

Spartanisch fällt dagegen die Bedienung am Gerät selbst aus: Außer einem Netzschalter auf der Rückseite gibt es nix, nada. Der Lumin-Besitzer sollte sich also schnell mit der hauseigenen App anfreunden. Ohne sie geht nämlich (fast) nichts, weder die initiale Einrichtung noch das Streamen. Ersteres ist übrigens mithilfe der Online-Bedienungsanleitung wirklich im Handumdrehen erledigt: Innerhalb von weniger als zehn Minuten erklangen die ersten Töne von Qobuz, Tidal und meiner NAS. So muss das sein, ist aber leider nicht die Regel. Hat man die Einrichtung hinter sich, geht es via App eigentlich auch recht flüssig weiter, auch wenn ich in Sachen Benutzerfreundlichkeit schon noch Steigerungsmöglichkeiten sehe – etwa beim Playlisten-Management oder der Einbindung von Qobuz. Aber irgendwas findet man ja immer. Super sind jedenfalls die regelmäßigen Updates. Vielleicht sind sie auch ein Grund, zusammen mit den rund zehn Jahren Streamingerfahrung des Herstellers, weshalb diese App so stabil läuft.

Blick in den Lumin P1

Blick in den Lumin P1: rechts im grauen Kasten befindet sich das Linearnetzteil, links daneben die Hauptplatine

Ebenfalls vorbildlich: Für die Bedienung essenzieller Streaming-Funktionen (selbst mit Roon) legt Lumin eine wertige Infrarot-Fernbedienung aus Acryl und Zink bei. Natürlich kann man mit ihr auch die Lautstärke an den Ausgängen in feinen Stufen regeln. Dafür nutzt Lumin auf der digitalen Ebene einen speziellen Algorithmus von LEEDH, doch dazu später mehr.

Einfach und schnell geht schlussendlich dann auch der erste Teil der Verkabelung von der Hand. Dabei kommt mir zugute, dass ich erst vor ein paar Monaten einen zweiten Switch im Hörraum installiert habe – gefüttert über einen Lichtwellenleiter vom ersten Switch im Wohnzimmer. Der neue, zweite, von mir leicht modifizierte Meraki-MS220-8P-Switch lässt mir dann die Wahl, ob es per LAN-Kabel oder Lichtwellenleiter weitergehen soll.

Lumin P1: Platine mit zwei ESS SABRE32-ES9028Pro-DAC-Chips

Zweikanal: Im Lumin P1 werkeln zwei ESS SABRE32-ES9028Pro-DAC-Chips

Lumin P1: Hörtest und Vergleiche

Vorneweg, bevor wir zum Klanglichen kommen: Man sollte dem Lumin P1 eine längere Einspielzeit gönnen, damit er seine anfänglichen Härten ablegt – gut 200 Stunden können nicht schaden.

Lumin P1 auf dem Lowboard

Nicht schaden kann auch ein Check, ob sich eine zweite, kurze LWL-Verbindung zwischen dem Switch im Hörraum und dem Lumin P1 durch ihre galvanische Entkopplung nochmals klanglich gegenüber einer Ethernet-Verbindung positiv bemerkbar macht. Obwohl der Switch im Hörzimmer bereits durch eine optische Verbindung von seinem Vorarbeiter im Wohnzimmer von HF-Schleudern wie Router, Modem sowie allerlei elektrischen Störkomponenten auf der Datenleitung isoliert ist, gibt’s zur Antwort ein klares – Ja. Wieder wird der Hintergrund etwas schwärzer, die Abbildung dreidimensionaler und sauberer, das Klangbild samtiger. Klar, alles keine Welten, aber doch hörbar und damit eine klare Empfehlung für den optischen Anschluss des Lumin P1 ans Datennetz.

Netzwerkzugang über den Lichtleiteranschluss - Lumin P1

Der Netzwerkzugang über den Lichtleiteranschluss kann sich klanglich bezahlt machen

Der Lumin P1 als reine Streamingbridge

Norah Jones Til We Meet Again LiveUm schrittweise den klanglichen Talenten des Lumin P1 nachzuspüren, verkabele ich ihn zuerst als reine Streamingbridge über seinen USB-Ausgang mit meinem SACD-Player/DAC TAD D1000 MKII (circa 17.000 Euro; als DA1000 MK II für circa 12.000 Euro auch als reiner DAC erhältlich). Sonst übernimmt mein Auralic Aries G1 (circa 2.800 Euro) diesen Job. Also zappe ich mich zur Einstimmung mal durch meine Playlisten. Die tonalen und klanglichen Unterschiede sind gering, beide Renderer sind balanciert, der Lumin lediglich ein wenig frischer. Allerdings lässt der P1 schon hier sein Auflösungstalent durchblicken und klingt durchweg etwas offener und direkter, dabei aber im Hochton auch leicht offensiver. Aus meinen Qobuz-Favoriten suche ich mir von den Norah Jones-Liveaufnahmen (Album: Til We Meet Again – Live; auf Amazon anhören) ihren Hit „Sunrise“ aus. Über den Lumin gestreamt, legt die Stimme von Mrs. Jones ein leicht helleres Timbre an den Tag. Der Auralic scheint etwas sanfter zu Werke zu gehen und die Höhen etwas abzurunden.

Oben Auralic Aries G1, unten Lumin P1

Oben im Bild der Auralic Aries G1, unten der Lumin P1

Der Lumin P1 als Netzwerkplayer

Aber es wäre natürlich viel zu schade, den Lumin P1 nur als reinen Digitalsignallieferanten zu nutzen, also dürfen jetzt auch seine D/A-Wandler mitspielen (die interne Lautstärkeregelung muss aber noch auf ihren Einsatz warten). Also verkabele ich die hochwertigen analogen XLR-Ausgänge des Lumin mit meinem Grandinote-Domino-Vorverstärker.

Weiter geht es mit Norah Jones und „Tragedy“ vom gleichen Album. Die Klavier-Anschläge kommen mit dem Lumin P1 wunderbar präzise und kein bisschen verschmiert, ja, sie sind vielleicht sogar etwas präsenter und klarer als über meine Haus-Combo. Nicht schlecht! Kurz danach setzt die Stimme von Frau Jones ein, sie klingt ein wenig offener und heller als ich es gewohnt bin – und bestätigt damit meine Eindrücke vom vorherigen Vergleich des Lumin P1 gegenüber dem Auralic als reine Bridge. Das deutlich teurere Gespann aus Auralic und TAD hält mit einer etwas kraft- und gehaltvoller tönenden Stimme dagegen. Geschmackssache, würde ich sagen.

Die Liveaufnahmen offenbaren aber noch eine weitere Eigenschaft des Lumin. Er versteht es, die Bühne in alle drei Dimensionen ein Stückchen weiter auszuleuchten. Norah Jones scheint über den Lumin P1 etwas höher zu sitzen und auch die Bühnenbreite legt noch mal etwas zu. Die Präsentation der Auralic-TAD-Kombi wirkt dagegen etwas kompakter und gepresster und, ja, zweidimensionaler. So rückt die Stimme von Norah Jones mit ihr zwar etwas mehr nach hinten, trotzdem erreicht die Bühne nicht ganz die maximale Tiefe des Lumin P1.

 Black Acid Soul Lady BlackbirdDie Höhen treten über den Lumin P1 etwas prominenter hervor als über meine in dieser Hinsicht etwas gnädigere Kombi, was wohl auch daran liegt, dass die Aufnahme – nomen est omen? – mit ein paar Lumen mehr ausgeleuchtet wurde. Auffällig ist dies insbesondere beim Titel „Collage“ (vom ausgezeichneten Album Black Acid Soul; auf Amazon anhören) von Lady Blackbird, auf dem die Stimme der Sängerin, die eigentlich Marley Munroe heißt, stets ein wenig leichter und klarer klingt. Fast ist es so, als sei der Scheinwerfer, der sie angestrahlt, etwas heller gedreht worden – was sie zudem auch noch konturenschärfer vor dem Hintergrund erscheinen lässt.

Melody Gardots Live in EuropeApropos Konturen: Die treten auch ein paar Oktaven tiefer klar hervor. So kommen Basslinien schön straff und trennscharf rüber (so wie bei den ersten Takten von Melody Gardots „Wayfaring Stranger (Live)“ vom Album Live in Europe; auf Amazon anhören). Vielleicht ist der Lumin P1 ganz unten nicht das allerletzte Wort hinsichtlich Wucht und Fülle, okay, aber wirklich fehlen tut hier auch nichts; der tonal wichtige Mid- und Oberbass kommt wunderbar präzise rüber.

Hmm, die wichtigen Mitten habe ich jetzt unbewusst übersprungen – aber in der Tat gibt es hier eigentlich keine größeren Auffälligkeiten zu berichten. Der Lumin spielt auch hier wieder etwas genauer, konturenschärfer und gleichzeitig tonal etwas nüchterner als meine gemütlicher und wärmer wirkende Kombi aus TAD und Auralic. Die tonalen Unterschiede bleiben aber subtil, es ist letztlich eine Frage des Geschmacks, was besser gefällt.

Lumin P1 auf oberster Rackebene

Dieses positive Zwischenfazit ist umso bemerkenswerter, als meine Vergleichskombination den Einstandspreis des Lumin P1 um etwa das Doppelte übersteigt und als funktionalen Mehrwert eigentlich nur das SACD-Laufwerk mitbringt – aber dafür keinen analogen Eingang.

Unerwarteter Besuch

Während der Lumin P1 noch auf der Gästeebene meines Racks verweilt, bekommt er Besuch von einem ähnlich gepreisten (und modifizierten) Linn Akkurate, den ich ebenso wie den Lumin mal direkt an die Endstufen, mal über meinen Vorverstärker anschließe. Ergebnis: Die tonalen Gemeinsamkeiten von Linn und Lumin sind größer als die mit meiner asiatischen Streamer-DAC-Kombination. Lumin und Linn sind beides Präzisionswerkzeuge, wenn es um Raumdarstellung und Ortung geht. Mein Auralic-TAD-Gespann bleibt hier eher relaxt und nimmt es auch mit der Staffelung von Instrumenten auf der Bühne etwas weniger genau. Dazu passt, dass die Haus-Kombi etwas wärmer abgestimmt ist als die etwas heller spielenden Kontrahenten mit dem „L“ im Namen.

Lumin P1 vor CD-Regal

Die Lautstärkeregelung des Lumin P1

Aber halt, der Lumin P1 hat ja noch ein weiteres Ass in petto: Laut Hersteller soll die „akkurate Lautstärkeregelung auch bei kleinen Pegeln“ der analoger Vorstufen in nichts nachstehen, da ein spezieller Algorithmus des französischen Herstellers LEEDH die für die digitale Lautstärkeregelung notwendigen Bits dem D/A-Wandler vorgeblich nicht „klaut“ und somit der volle Dynamikumfang erhalten bleibe. Das liest sich theoretisch ja sehr schön, aber macht der LEEDH-Algorithmus eine gute analoge Vorstufe tatsächlich überflüssig?

Um das herauszufinden, verkabele ich den Lumin P1 über den XLR-Ausgang direkt mit den Grandinote-Monos und wähle von meinen Qobuz-Favoriten das von Bernie Grundman gemasterte Duett von Kandace Springs und Norah Jones „Angel Eyes“ (Album: The Woman Who Raised Me). Bereits nach den ersten Takten erkenne ich die klare und transparente Handschrift des P1 wieder: Der Song beginnt, rechts von der Mitte, mit dem Klavierspiel von Frau Jones, dann setzt ihre von Herrn Grundman mittig positionierte Stimme ein – wunderbar präsent und präzise auf der Bühne wird sie verortet. Eigentlich fehlt da nichts, im Gegenteil. Das Klangbild liefert Informationen im Überfluss, die Raumabbildung ist großzügig und dabei trotzdem scharf umrissen. Wo soll denn hier ein Vorverstärker nochmals nachlegen können?

Lumin P1 im Hörraum

Nach gut drei Stunden Hörmarathon darf der Grandinote Domino wieder seinen Stammplatz einnehmen und wird zwischen Lumin P1 und den Monos aus dem gleichen Hause eingeschliffen.

Boris Blank ElectrifiedMit dem knapp 13.000 Euro teuren Vorverstärker in meiner Anlage klingt es doch noch mal anders: So schieben sich die Basswellen von Boris Blanks „Electrified“ (vom gleichnamigen Album Electrified über Qobuz in HiRes; auf Amazon anhören) noch nachdrücklicher in den Raum, und es scheint mir auch so zu sein, dass die „Wellen“ etwas an Breite und Höhe hinzugewonnen haben und damit noch gewaltiger auf mich „einschlagen“. Ergibt es also Sinn, einen Lumin P1 trotz bereits eingebauter Vorverstärkerfunktion mit einer sehr hochwertigen Vorstufe zu betreiben? Nun, für mich schon. Aber zugegeben: Das ist ganz schön teuer und es kommt natürlich auch ganz wesentlich auf die jeweilige Kette an.

Der Lumin P1 als D/A Wandler

Zum Abschluss will ich schließlich noch wissen, wie sich der Lumin P1 als reiner D/A-Wandler bei digitaler Zuspielung von einem CD-Transport schlägt. Wer noch einen vielleicht etwas älteren CD-Spieler mit Digitalausgang besitzt, kann diesen problemlos über die digitalen RCA-, AES/EBU- oder Toslink-Eingänge anschließen und damit vom sehr guten Wandlertrakt des Lumin P1 profitieren.

Der Lumin P1 kann als hochwertiger DAC auch einen – eventuell schon älteren – CD-Player aufwerten. Im Zusammenspiel mit dem TAD D1000 MKII (unten im Bild) scheint das natürlich nicht zwingend nötig…

Dass dies klanglich wunderbar funktioniert, zeigt der (etwas extreme) Vergleich zwischen dem TAD D1000 MKII als „integriertem“ CD-Spieler gegen die Kombination aus TAD und dem Lumin P1. Im TAD liegt die japanische SHM-CD von Norah Jones‘ Album ‘Til We Meet Again, ich steuere den Song „Black Hole Sun“ an, eine intime Hommage an den nur fünf Tage vor ihrem Konzert gestorbenen Soundgarden-Sänger Chris Cornells.

Die Allianz aus Lumin P1 als Wandler und dem TAD als CD-Transport ist verdammt nah am „integrierten“ TAD. Über die Wandler im Lumin P1 werden die Sibilanten in Norah Jones‘ Stimme etwas stärker betont, während der TAD das Klangbild insgesamt einen ganz kleinen Tick wärmer und dunkler präsentiert. Doch die Unterschiede sind gering. Ähnlich subtil zeigen sich auch die Differenzen in der Raumabbildung, die in Breite und Höhe kaum auszumachen sind. Einzig in der dritten Dimension scheint sich das Fox Theatre in Detroit über den „integrierten“ Player noch ein Stück weiter in die Tiefe auszudehnen als im Teamplay mit dem Lumin.

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Acapella Audio Arts

Test: Lumin P1 | Netzwerk-Player

  1. 1 Lichtgestalt
  2. 2 Lumin P1: Hörtest und Vergleiche

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