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Test-Fazit: KS Digital KSD 2030

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  1. 3 Test-Fazit: KS Digital KSD 2030

KSD 2030„Warum baut man zu Hause umfangreiche Geräteparks auf, wenn sich mit einer auf einen hochwertigen mobilen Player und zwei Aktivboxen reduzierten Anlage auf so hohem Niveau Musik genießen lässt?“, fragte sich Kollege Martin Mertens nach einem Besuch bei KS Digital auf der Messe hifideluxe in 2014. Tja, nach ausführlicher Beschäftigung mit der aktiven KSD 2030 kommen mir ganz ähnliche Gedanken. Natürlich ist das in erster Linie ein Aktivlautsprecher – aber dank des Digitaleingangs lässt sich mit ein paar Kabeln, einem AES/EBU-Switch und einem günstigen Zuspieler wie etwa einem Raumfeld Connector oder ähnlichem eine minimalistische HiFi-Anlage realisieren, die in Relation zum Preis klanglich ganz, ganz vorne mitspielt.

Tonal neutral – aber dank ihrer Bass-/Höhen-Filter in weitem Maße anpassbar – spielt die KSD 2030 so hoch aufgelöst, dass ein extrem feinpixeliges, samtig-organisch wirkendes Mitten/Hochtonband realisiert wird, welches im höchsten Maße natürlich wirkt. Die völlig freie Abbildung gehört ebenso zu ihren Stärken wie die ungemein plastische Modellierung einzelner Klänge – gerade im Stimmbereich ist das eine Wucht.

Echte Kritik lässt sich bei der KS Digital kaum anbringen, auf physikalische Grenzen hinweisen schon: Wer maximalen Bassdruck und -tiefgang, grobdynamische Exzesse und schieren Pegel sucht, bekommt von der KSD 2030 nicht das ganze Brett geliefert. Angesichts von Größe und Konzept ist das nur logisch. Fürs normale Hören reicht’s aber auch in diesen Bereichen.

Wem der Sinn nicht nach „HiFi-Altären“, sondern nach einem aufgeräumten Wohnzimmer mit zeitlos-reduziert designten Lautsprechern steht, und klanglich dabei kein Jota aufgeben, sondern im Zweifel eher noch dazu gewinnen möchte, der sollte ernsthaft über die KSD 2030 nachdenken. Ich kann Ihnen ein Probehören jedenfalls nur wärmstens empfehlen – was übriges, dank des vierwöchigen Umtauschrechts, welches KS Digital gewährt, auch risikolos daheim möglich ist.

Steckbrief KS Digital KSD 2030:

  • Bei Nullstellung der Bass-/Höhen-Filter quer übers Frequenzband hinweg mustergültig neutral, nichts ragt heraus, nichts wird unterschlagen.
  • In Sachen Bassdruck und -tiefgang gibt es Limitierungen. Qualitativ überzeugt der Tiefton auf ganzer Linie: trocken, durchgezeichnet, schnell bei Impulsen und ohne Nachschwinger wird auch im tonalen Untergeschoss das geboten, was den Lautsprecher generell auszeichnet: sehr hohe Auflösung.
  • Mitten- und Hochtonband sind eine Einheit. Der Detaillierungsgrad ist hier derart hoch, dass ein feingezeichneter, leicht smoother und samtiger Vortrag gelingt, der eben alles andere als „grell beleuchtet“ oder plakativ wirkt. Das ist der echte Stoff – gerade bei Stimmen und akustischen Instrumenten frappierend. Vor allem in dieser Preisklasse.
  • In der Tat ein Studiolautsprecher für daheim, und deshalb gilt: Junk in, Junk out. Sprich: mittelmäßige Aufnahmen klingen auch so. Allerdings kann man mit den High- und Lowshelf-Filter – je nach Aufnahme, Hörraum und Geschmack – tonal sein eigenes Süppchen kochen.
  • Feindynamisch wird angesichts von Klasse und Konzept ein sehr gutes Niveau geboten, grobdynamisch und in Sachen Maximalpegel gibt es Grenzen.
  • Die KSD 2030 nehmen sich komplett aus der virtuellen Bühne heraus, die Abbildung ist sehr frei. Eine besondere Stärke liegt im Vermögen zur plastisch-körperhaften Gestaltung von Stimmen und Instrumenten – insbesondere im Mittenband eine tolle Sache.
  • Die Bühnendimensionen werden letztlich von der jeweiligen Aufnahme bestimmt, hier gibt es kein Standard-XXL oder -Kleinklein, sondern ein Je-nach-dem. Das gilt auch für den „Startpunkt“ der Bühne, dieser kann vor, hinter oder auf der Grundlinie der Boxen liegen, die KS Digital mischt sich da nicht ein.

Fakten:

  • Modell: KS Digital KSD 2030
  • Konzept: aktiver, Zweiwege-Bassreflex-Standlautsprecher mit digitalem und analogem Eingang
  • Preis: 6.990 Euro
  • Abmessungen & Gewicht: 122 x 21 x 43,5 cm (HxBxT, inkl. Fuß), 30 kg/Stück
  • Ausführungen: Nextel-Weiß, -Anthrazit und -Perlweiß
  • Ein-/Ausgänge: 1 x AES-EBU-Digitalinpul, 1 x analoger Hochpegelinput (beides XLR), je 1 x Remote-in und -out
  • Leistung: 2 x 200 Watt
  • Leistungsaufnahme: circa 16 Watt im Leerlauf
  • Sonstiges: Eingangsempfindlichkeit um +/- 12 dB justierbar, Tief- und Hochton um +/- 6 dB justierbar
  • Garantie: 2 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
KSdigital GmbH
Altenkesseler Straße 17/D1 | 66115 Saarbrücken
Telefon: 06 81 – 76 18 04 63
E-Mail: info@ksdigital.de
Web: www.ksdigital.de

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Test: KD Digital KSD 2030 | Aktivlautsprecher, Standlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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