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Test-Fazit: Krell Illusion und Krell Duo 300

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Krell Illusion und Krell Duo 300

Krell Illusion

Die Krell Illusion richtet sich eher an den perfektionistisch-anspruchsvollen Intensivhörer als an Kunden, die das Besondere eines teuren HiFi-Gerätes von der ersten Sekunde an unter die Nase gerieben bekommen wollen – klingt sie im ersten Moment doch ähnlich wie viele andere auf Neutralität und „Nichteinmischung“ getrimmte, gute Geräte, treibt dieses Ansinnen aber mehr oder weniger subtil auf die Spitze. Die Illusion ist sicherlich so etwas wie der metallgewordene Traum von Toningenieuren. Aber auch ein Gerät, das vor allen Dingen aufgrund seiner Dynamik und Transparenz Emotionen weckt. Als Wermutstropfen geht freilich der Preis durch. Bekanntlich sind die letzten Millimeter des Entwicklungspfades die teuersten, was bedeutet, dass auf die Spitze getriebene Kompromisslosigkeit eigentlich nie im herkömmlichen Sinne preiswert sein kann – ein Schicksal, welches sich die Illusion mit anderen hochgezüchteten Highend-Preziosen oder generell Luxusgütern teilt. Wer in der glücklichen Lage ist, eine fünfstellige Summe für eine bis in letzte ausgefeilte Vorstufe zu investieren, ohne das Konto zu überreizen, sollte sich die Krell einmal anhören – viel perfekter geht’s wohl kaum.

Krell Duo 300

Der Krell Duo 300 lässt sich zwar ebenso wenig für ein Taschengeld ins heimische Rack locken, aber dennoch durchaus als preiswert bezeichnen: Wer eine Endstufenlösung sucht, die kraftvoll-dynamisch jeden Lautsprecher antreibt, der nicht bei drei auf dem Baum ist, mit einer Basswiedergabe in „Referenzqualität“ gesegnet ist und obendrauf absolut kompromisslos präzise, schnell und neutral agiert sowie gänzlich frei von nervigen „Störstellen“ ist, wird sich jedenfalls auf hörbare Abstriche gegenüber dem Duo 300 einstellen müssen, wenn er in tieferliegenden Preisgefilden sucht. Ausnahmen mögen sich da allenfalls Hörern bieten, die nach einer klanglichen Schlagseite oder „Klangwürze“ und damit eben bewusst nach Abweichungen vom Neutralitätsgebot suchen. Gönnen Sie dem Duo 300 Spielpartner auf Augenhöhe: Der 300er ist wie die Illusion ein Präzisionswerkzeug, das selbst ungemein „fehlerarm“ zu Werke geht, aber eben die Fehler anderer Elektronik oder von Lautsprechern auch nicht zu kaschieren oder gar beschönigen vermag. Obwohl: Zur Vitalisierung dynamisch müder oder „verhangen“ spielender Ketten taugt dieser hochtransparente Energiebolzen ohne Frage …

Last but not least: Ich vermute, dass der Krell Duo 300 eine recht lange Einspielzeit benötigt. Mein Testgerät kam direkt von einer anderen Redaktion zu mir, so dass man bereits von einer längeren Vorlaufphase ausgehen sollte, dennoch gestaltete sich der Vortrag des Amps nach den ersten ein-zwei Wochen noch merklich flüssiger und geschmeidiger.

Krell Illusion

Die Vorstufe Krell Illusion zeichnet sich aus durch …

  • eine hohe Durchlässigkeit – die Nichteinmischung als vielbeschworenes Ziel von HiFi-Komponenten suggeriert sie nahezu perfekt.
  • ein perfektes, schnelles Dynamikverhalten und Auf-den-Punkt-spielen, einzelne Musikereignisse werden sehr konzentriert und unverwackelt gezeichnet, was zusätzlich für ein sehr energetisches Klangbild sorgt.
  • einen hochkontrollierten, sehr tief reichenden, tonal minimal ins Schlanke tendierenden Bassbereich.
  • sehr differenzierte, transparente Mitten mit eher sachlich-neutraler denn betont üppig-sonorer Klangfarbendarstellung.
  • eine außergewöhnlich akkurate Hochtonauflösung ohne artifizielle Schärfen und Silbrigkeiten.
  • eine – passend zu ihren anderen Meriten – perfekte räumliche Differenzierung.

Die Endstufe Krell Duo 300 zeichnet sich aus durch …

  • absolute tonale Neutralität, er neigt über alles gehört weder einen Millimeter ins Warme noch ins Helle.
  • eine – ähnlich wie bei der Illusion – sehr sachliche, „nichteinmischende“ Spielweise. Es gibt Endverstärker, die üppiger, schwelgerischer, geschmeidiger, weicher, wärmer oder farbiger spielen, aber der Musik dann nicht selten auch eine – wenn auch womöglich charmant-gefällige – eigene Klangwürze untermischen.
  • einen überragenden Bassbereich: tief, schnell, konturiert – sicherlich sowas wie eine Benchmark, an der sich auch teurere Verstärker messen lassen müssen.
  • ein auch angesichts seiner ambitionierten Preisklasse überdurchschnittliches Auflösungsvermögen, gleiches gilt mit Blick aufs Dynamikverhalten: Der Duo 300 spielt sehr präzise und schnell.
  • sehr differenzierte, transparente Mitten, die sich tonal ausgewogen geben, aber mit eher sachlich-neutraler denn betont üppig-kräftiger Klangfarbendarstellung daherkommen.
  • eine sehr akkurate Hochtonauflösung ohne artifizielle Schärfen und Silbrigkeiten.
  • hervorragende Ortungsschärfe und räumliche Differenzierung, nicht zuletzt begünstigt von dem sehr störarm wirkenden „schwarzen“ Hintergrund.

Fakten:

Krell Illusion

  • Konzept: Vorstufe mit externem Netzteil (Power Supply)
  • Preis: 15.000 Euro
  • Maße & Gewicht (Vorstufe und Power Supply übereinander): 43,8 x 19,2 H x 46,4 cm (BxHxT), 20,8 kg
  • Farbe: Schwarz
  • Eingänge: 4 x RCA, 2 x XLR, 2 x Cast
  • Ausgänge: 3 x Hochpegel-Out (XLR, Cinch, Cast), 2 x Sub-Out (Cinch, XLR), 1 x Cinch-Tapeout
  • Leistungsaufnahme: ca. 60 Watt im Leerlauf
  • Garantie: 5 Jahre bei Registrierung, ansonsten 2 Jahre

Krell Duo 300

  • Konzept: Stereo-Endverstärker
  • Preis: 9.500 Euro
  • Maße & Gewicht: 43,4 x 19,4 H x 53, 6 cm (B x H x T),
    31,8 kg
  • Ausgangsleistung: 2×300 W/8 Ohm
  • Leistungsaufnahme: ca. 130 Watt im Leerlauf
  • Anschlüsse: 1 x Cinch, 1 x XLR, Ausgänge für 1 Lautsprecherpaar, Ethernetanschluss
  • Sonstiges: patentiertes, energieeffizientes Class-A-Konzept, Schaltungsüberwachung online möglich
  • Garantie: 5 Jahre bei Registrierung, ansonsten 2 Jahre

Vertrieb: Audio Reference
Web: www.audio-reference.de
eMail: info@audio-reference.de
Telefon: 040 – 533 203 59

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Test: Krell Illusion und Krell Duo 300 | Vor-End-Kombi

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Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: MTX-MONITOR.V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Sehring 903, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: BMC Pure USB1, AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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