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Testfazit: Kora CD140

Der CD140 von Kora ist ein CD-Player, der Erwartungen (ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt) unterläuft – und sie klanglich mit Nachdruck übererfüllt. Äußerlich gibt sich der französische CD-Spieler erstaunlich nüchtern: schlichtes Gehäuse, puristisches Anschlussfeld und eine Bedienung, die weder haptisch noch ergonomisch echte Freude bereitet. In dieser Preisklasse darf man das kritisch anmerken, denn „Look & Feel“ bleiben ein Stück hinter dem Anspruch zurück, den der Preis suggeriert. Doch all das relativiert sich, sobald die Musik läuft.

Der Kora CD140 , von links oben, mit ausgefahrener CD-LAde
In puncto „Look & Feel“ wäre sicherlich mehr möglich, aber das gehört wohl zum Konzept: Der Kora CD140 ist ein kompromisslos auf Klang getrimmter CD-Player

Klanglich spielt der Kora CD140 nämlich in einer Liga, die ich vom Standalone-CD-Player-Segment kaum erwartet hätte. Tonal zeigt er sich überwiegend neutral, gönnt sich jedoch ein dezentes Plus an Wärme und Substanz im Bass, das Musik körperlicher und involvierender wirken lässt, ohne an Präzision einzubüßen. Mitten und Höhen sind farblich glaubwürdig, fein aufgelöst und frei von Effekthascherei, der Superhochton minimal gezügelt, aber blitzschnell im Antritt. Seine eigentliche Klasse offenbart der Kora bei Auflösung, Raumabbildung und „Präsenz“: Stimmen und Instrumente materialisieren sich mit beeindruckender Stabilität und Realitätsnähe im Hörraum, Details werden nicht analysiert, sondern organisch erfahrbar gemacht. Die Bühne ist präzise, tief und glaubhaft, ohne künstlich aufgeblasen zu wirken – das ist eine fast schon cineastische Immersion, die süchtig macht.

Unterm Strich ist der Kora CD140 also ein kompromisslos auf Klang getrimmter CD-Player. Wer fürs Geld perfekte Verarbeitung, üppige Ausstattung oder Komfort sucht, wird hier nicht vollständig glücklich. Wer jedoch das Redbook-Format in einer atemberaubenden Intensität erleben möchte, die man eher von sehr hochwertigen und höher auflösenden Digitalquellen kennt, findet im Kora CD140 einen echten Ausnahme-Player – mutig, eigenständig und klanglich schlicht herausragend.

Steckbrief Kora CD140:

  • Die Tonalität ist über weite Strecken ausgewogen, mit einem sehr dezenten Plus an Wärme und Saftigkeit im Bass- und Oberbassbereich. Kein streng linealglatter Charakter.
  • Im Bass kraftvoll, konturiert und flink. Leicht sonorer Grundcharakter ohne Aufdickung oder Trägheit. Sehr gute Durchzeichnung von Hüllkurven und Bassstrukturen.
  • Die Mitten zeigen sich neutral, authentisch und detailreich.
  • Der Hochton ist sehr fein aufgelöst, schnell und sauber. Im Superhochton minimal milder abgestimmt, dabei stets detailliert, nie stumpf oder gebremst.
  • Auflösung und Detailgrad sind herausragend. Dieser Dreher fördert selbst kleinste Hintergrunddetails und Feinheiten klanglicher Texturen zutage, ohne analytisch oder sezierend zu wirken.
  • Die Räumlichkeit ist nichts weniger als großartig: Die Bühne rückt leicht nach vorne, entfaltet sich präzise in Breite und Tiefe. Extrem stabile Phantommitten, glaubhafte Größenverhältnisse, keine künstliche Überzeichnung. Die Ortung gelingt hyperpräzise und dennoch organisch. Schallquellen stehen messerscharf im Raum, ohne dabei statisch oder technisch zu wirken.
  • „Musikalität und Immersion“ sind auf besonderem Niveau. Der Kora CD140 zieht den Hörer tief ins Geschehen hinein, sorgt für lange Hörsessions und ein beinahe cineastisches Erleben von Musik.
  • Angesichts der Preisklasse gewisse Abstriche bei Bedienung und Verarbeitung. Das geht besser. Erinnert, wenn man so will, eher an einen charaktervollen Citroën CX als einen Porsche.

Fakten:

  • Modell: Kora CD140
  • Konzept: CD-Player mit Röhrenausgangsstufe
  • Preis: 6.950 Euro
  • Ausgänge: 1 x Line-out (Cinch)
  • Eingänge: –
  • Maße und Gewicht: 420 x 355 x 118 mm (BxTxH), 7 kg
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

SoReal Audio
Aresinger Straße 36 | 86561 Unterweilenbach
Telefon: +49 (0) 8445-2670030
E-Mail: info@soreal-audio.de
Web: https://www.soreal-audio.de/

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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Jochen Reinecke Jochen Reinecke

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Plattenspieler: Rega Planar 3 RS-Edition mit NEO PSU Mk2
      • Tonarm: RB330-Tonarm
      • Tonabnehmer: Rega Nd5 (MM), Rega Ania (MC)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Denafrips ENYO 15TH, HenryAudio DAC256
      • CD-Player: Rotel CD11 Tribute, QUAD 3 CDT
      • Streamer: Cambridge Audio CXN (V2)
      • Sonstiges: Farad Power Supplies Super3 (PSU)
    • Vollverstärker:
      • Audio Note Cobra, Marantz PM7000N
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Khozmo Passive ZFoil-Ladder-Vorstufe, Tsakiridis Alexander (Röhre), Vincent SA-32 AE (Hybrid)
      • Phonoverstärker: Tsakiridis Alexander (Röhre)
    • Endstufen:
      • Valvet A4 MKII Monos, Abacus Electronics Ampollo Dolifet
    • Lautsprecher:
      • Audes Maestro 116, Fyne Audio Classic VIII SM, Harbeth P3ESR XD
    • Kopfhörer:
      • Sennheiser HD 800S, Cambridge Audio Melomania A100
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Analog Tools CU-Line, StudioConnections Reference
      • NF-Kabel: Boaacoustic Evolution Black.xlr und Black.rca2
      • Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII (Coax), Oehlbach XXL Serie 80 (Toslink)
    • Zubehör:
      • Stromfilter: Adam Hall AHPCS10 Power Conditioner/Netzfilter
      • Sonstiges: bFly Pure Absorber, bFly Talis, Auralex Subdude Lautsprecherbasen, Creaktiv SC 440 Gerätebasen
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 18 m²
      • Höhe: 2,70