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Hifi Test Kompakt-Lautsprecher Manger Zerobox 109 IIe – Hörtest – Testbericht Lautsprecher, High End-Hifi-Magazin fairaudio

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  1. 4 Hifi Test Kompakt-Lautsprecher Manger Zerobox 109 IIe - Hörtest - Testbericht Lautsprecher, High End-Hifi-Magazin fairaudio

trio mDie aus den USA stammende Pianistin Myra Melford hat ja einige hörenswerte Alben herausgebracht, wie ich finde. Auch das im Rahmen des Projekts Trio M erschienene Album Big Picture aus dem Jahre 2006 glänzt durch eine ganz besondere Virtuosität: Beim Titel brainFire and bugLight – dem ersten Track der CD – geht`s dann auch gleich ohne groß Federlesens recht eindrucksvoll zur Sache:

Egal, ob schnelle Schlagzeugwirbel, flinke Pianoanschläge oder behände ausgeführte Zupfer am Kontrabass – daran verschlucken tut basstreibersich die Zerobox 109IIe zu keiner Zeit. Ja, in Sachen Rhythmik überzeugt der Zweiwegler vollauf. Dafür sorgt auch der präzise und mit hoher Geschwindigkeit reagierende Bassbereich. Zu aufgedickter Tieftonschwelgerei neigt der laut Firmenangabe messtechnisch bis immerhin 40 Hz (-3dB) herunterreichende Wandler – der ohne Bassreflexsystem auskommt bzw. geschlossen konzipiert ist – jedenfalls nun überhaupt nicht.

Ein weiterer Punkt, der beim Hören mit der 109 recht schnell ins Ohr fällt, betrifft den Mittenbereich: Der gerät nämlich nicht nur in puncto Timing äußerst akkurat, sondern besticht durch eine besondere Authentizität beziehungsweise einen sehr eindrucksvollen Klangfarbenreichtum – davon profitieren nicht nur akustische Instrumente, sondern insbesondere auch Stimmen: Angenehm reichhaltig, geschmeidig und in sehr hohem Maße verständlich tönt`s hierbei aus den Zeroboxen. Ja, eindeutig außergewöhnlich gut …

Klangliche Authentizität vermittelte die 109 aber auch bei einem anderen kurzen Testlauf: Coil starten ihren Song Where are you? (Album: Music to play in the Dark) mit dem gesampelten, in schneller, rhythmischer Abfolge wiedergegebenen Geräusch, das entsteht, wenn die Blase einer Luftpolsterfolie zerdrückt wird.

coil

Dass es sich wirklich nach „Blase“ anhört und nicht in Richtung „irgendein synthetischer Soundeffekt“ tendiert, ist – je nach Qualität der verwendeten HiFi-Komponenten – nicht unbedingt selbstverständlich. Na, wie auch immer: Den Blasentest hat die Zerobox jedenfalls ebenfalls mit Bravour absolviert …

Als weitere Schokoladenseite dieses Wandlers geht ganz klar auch das Thema „Bühne“ durch – sicherlich generell so etwas wie ein Markenzeichen von auf Zeitrichtigkeit getrimmten Lautsprechersystemen: Ortungsscharf, plastisch und wohlsortiert gerät`s hier – auch dann, wenn dichte und komplexe Soundgewitter zu verdauen sind.

Allerdings zieht sich die Bühne nicht ganz so weit nach unten, Richtung Fußboden, wie ich das sonst so kenne, sondern steht – nach meinem Empfinden – quasi auf einem kleinen Bühnenpodest. Das irritierte mich anfänglich leicht, störte aber bei längerem Hören – ohne zwischenzeitliche A/B-Vergleiche – überhaupt nicht mehr.

Ja, die Zerobox 109IIe ist eindeutig ein Langstrecken-Hörwerkzeug: Bruchlos, warm, farbig, und – bei allem Faible für Attacke, wenn gefordert – sehr harmonisch fließend und unanstrengend. Solchen Tugenden sind nach meinen Erfahrungen regelmäßig entscheidend dafür, ob sich tatsächlich nachhaltige Zufriedenheit beim Musikgenuss einstellt oder der HiFi-Neuerwerb im Nachhinein doch nur wieder als ein kostspieliges Eintagsfliegen-Investment durchgeht.

Dass ein eher ins sanfte gehender Hochtonbereich einer solchen Gangart nicht gerade abträglich ist, haben bestimmt schon einige von Ihnen erfahren: Auch die Zerobox weist einen solchen Charakterzug auf – betont crisp gibt sie sich oben rum jedenfalls nicht:

arcade fireDie kanadische Indie-Rockband Arcade Fire (Album: Neon Bible – zurecht ein Kritikerliebling, wie ich finde, aber leider nicht gerade eine audiophile Perle) nutzt in ihren Songs einiges an „echten“ orchestralen Elementen – die eigens in einer Budapester Radiostation eingespielt wurden: Mit der 109 an der Leine klingt der Song No Cars go zwar schlüssig und aus einem Guss, auch die Stimmen geraten ein weiteres Mal überaus verständlich – die Bläser dafür aber etwas weniger strahlend und blechern, als ich das sonst so kenne. Auch die Hi-Hat gibt sich normalerweise etwas durchsetzungsstärker. Ob gerade eine Snare oder Tom angeschlagen wird, lässt sich beispielsweise über eine Thiel CS 2.4 – aufgrund ihrer stärkeren Prägnanz in den oberen Lagen – leichter heraushören.

Test: Manger Zerobox 109IIe | Kompaktlautsprecher

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