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Test-Fazit: Kelinac KEL 711Mg

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  1. 4 Test-Fazit: Kelinac KEL 711Mg

Kelinac KEL 711MgLebendig, musikalisch mitreißend und emotional berührend – die große Kelinac ist ein Lautsprecher für Genießer. Das bevorzugte Musikgenre ihres Besitzers ist ihr dabei völlig gleichgültig. Ob Herbert von Karajan seine Berliner Philharmoniker durch alle neun Sinfonien Beethovens treibt oder Tori Amos eine zarte Pop-Perle klimpert, stets zieht die KEL 711Mg ihr Auditorium ins Geschehen hinein, lässt es teilnehmen, nicht nur zuhören.

Dabei versteht sie es ausgezeichnet, jedem Musiker und jedem Instrument eines klassischen Orchesters sowohl seinen Platz zuzuordnen, als ihm auch seinen gebührenden Raum zur Entfaltung zu lassen. Stets klingt das „große Ganze“ wie eine Einheit, wie ein lebendiges, atmendes Wesen. Weniger aufwändige, ja durchaus deutlich komprimierte Produktionen aus der Pop- und Rockwelt lässt sie ebenfalls nicht audiophil-kleinlich verhungern, sondern präsentiert auch sie mit Verve und druckvoll-knackigem Duktus. So kann im Grunde jeder Musikfan mit diesem Lautsprecher glücklich werden.

Dass sie im Bassbereich nicht so weit hinabreicht, wie man angesichts ihres Gehäusevolumens und der Chassisbestückung vermuten würde, verzeiht man ihr gern. Sie macht es mit vorbildlicher Struktur, Präzision und knurrig-trockenem Charakter der Kelleretage wieder wett. Grobdynamisch kennt der Markt zwar explosivere Alternativen als Kelinacs Flaggschiff. Insgesamt hat ihr nach Homogenität strebender Tonfall, der seine Zuhörer auch nach Stunden nicht ermüdet, aber großen Charme. In jedem Fall ist dieses überzeugende Angebot aus Frankreich eine Bereicherung des hiesigen Lautsprechermarktes.

Steckbrief Kelinac KEL 711Mg:

  • Gemessen an ihrer Größe, dem Gehäusevolumen, den beiden Tieftönern und dem großzügig dimensionierten Bassreflexrohr, erwartet man mehr „Tiefdruck“ als die KEL 711Mg – auch im Vergleich zu Wettbewerberinnen – liefert. Dennoch vermisst man eigentlich nichts, der Bassbereich der Kelinac ist enorm strukturiert und präzise, trocken und knurrig, dabeiKelinac von einer federnden Leichtigkeit, die dem gesamten Klangbild zu seinem lebendigen Charme verhilft.
  • Auch im Mittenband liegt der Schwerpunkt auf Präzision. Gepaart mit einer seidenweichen Natürlichkeit, bei der etwa Klavierpassagen und insbesondere Gesangsstimmen geradezu aus den Lautsprechern „perlen“, gefällt auch dieser Frequenzbereich mit einem ganzen „Topf“ an Klangfarben und Nuancen, die aber nie für sich alleine stehen, sondern immer homogen eingebettet sind.
  • Am oberen Frequenzende gefällt insbesondere das „ausgleichende Gemüt“ der Magnesiumkalotte, die es versteht, feinste Details einer Aufnahme transparent zu offenbaren, ohne die Suppe mit zu viel „Glitter“ zu versalzen. Selbst deutlich komprimierten Aufnahmen vermag sie noch ein glaubwürdiges Obertonspektrum abzutrotzen. Deren zuweilen limitierte Qualität wird zwar aufgedeckt, was aber den Spaß an der Musik nicht schmälert.
  • Die große Kelinac zeichnet sich durch ein tolles Timing- und Rhythmusgefühl aus, was dem Klangbild zu einer mitreißenden Lebendigkeit verhilft. Grobdynamische Attacken verdaut die Französin dabei ohne hörbaren Stress, wenngleich es Mitbewerber gibt, die noch mehr „Explosivität“ an den Tag legen, was je nach Musikgenre – siehe mein Beispiel mit den Kesselpauken der Berliner Philharmoniker – noch etwas packender rüberkommt.
  • Die Raumabbildung der KEL 711Mg ist in allen Dimensionen großzügig, luftig und sehr sauber gestaffelt. Was in dieser Preisklasse allerdings auch zu erwarten ist. Dabei lässt sich das musikalische Geschehen auf der virtuellen Bühne stets gut orten. Steht sie gerade ausgerichtet im Raum, bekommen auch „Mit-Hörer“, die nicht exakt im Sweetspot sitzen, noch viel mit.

Fakten:

  • Modell: Kelinac KEL 711Mg
  • Konzept: passiver Drei-Wege-Standlautsprecher (Bassreflex)
  • Preis: ab 4.000 Euro (Paar), abhängig von der Oberfläche (Natur/Lack)
  • Maße & Gewicht: 210 x 1160 x 300 mm (BxHxT), 31 kg
  • Farben: Kirschbaum Natur, Lack Schwarz/Weiß (+300 Euro), auf Wunsch jede RAL-Farbe (+500 Euro)
  • Garantie: 10 Jahre

Vertrieb:

Siegl-HiFi – Acoustique à la française!
Kantstraße 98 | 10627 Berlin
Telefon: 030 – 32 70 19 16
eMail: info@siegl-hifi.com
Web: www.kelinac.de

Terminal der Kelinac

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Test: Kelinac KEL 711Mg | Standlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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