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Test-Fazit: KEF Reference 1

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  1. 3 Test-Fazit: KEF Reference 1

Natürlich bekommt man fürs gleiche Geld auch ausgewachsene Standlautsprecher, und wenn Sie der Meinung sind „size matters“ – nun, dann werden Sie sich für einen Luxusmonitor wie die KEF Reference 1 wohl eher nur am Rande interessieren.

Doch Kompaktboxen besitzen handfeste akustische Vorteile. So bieten sie der Schallbeugung weniger Angriffsfläche und stehen dem Gelingen einer räumlichen Bühnenillusion tendenziell weniger im Weg als ihre großen Konterparts. Zudem fallen kleine Boxen häufig mechanisch stabiler aus und bieten deshalb Gehäuseresonanzen weniger Chancen, was der Reinheit der Wiedergabe – gerade im Mittenband – zuträglich sein kann. In beiden Disziplinen weiß die Reference 1 zu glänzen. Als ehrlicher Monitor reicht sie die Aufnahme sehr detailreich und quasi 1:1 weiter – und lässt die Musik frei im Raum wiederauferstehen.

KEF Reference 1

Doch so sehr sie damit für sich einnehmen kann, beeindruckt hat mich vor allem, dass sie ihre hoch aufgelöste, feindynamische Spielweise auf Basis einer ausgeglichenen Tonalität – und das heißt insbesondere auch einer substanziellen und nicht nur konturierten Basswiedergabe – stellt. Auch in meiner nicht ganz kleinen Hörumgebung konnte sie mit einer handfesten Wiedergabe punkten und „verhungerte“ keinesfalls. In normal großen Räumen dürfte der Wunsch nach mehr Tiefton nur selten aufkommen.

Die Summe ihrer klanglichen Eigenschaften macht die Reference 1 zu einem der besten passiven Kompakt-Lautsprecher, die ich bis dato erleben durfte – und für mich auch zum Geheimtipp aus KEFs neuer Reference-Linie.

Die KEF Reference 1 überzeugt durch …

  • eine insgesamt balancierte tonale Abstimmung. Im Hochton ist vielleicht eine kleine Prise Extraglanz am Werk, ansonsten gehen diese Boxen aber als neutral durch.
  • eine sehr konturierte und strukturierte Tieftonwiedergabe, die gleichzeitig substanziell ist, sodass in normal großen Räumlichkeiten der Wunsch nach mehr Bass selten aufkommen dürfte. Für mich eine echte Überraschung. Der absolute Tiefgang ist gut, aber konzeptionell bedingt geht es natürlich nicht bis ganz nach unten. Etwas Saft und Kraft darf der die KEF antreibende Verstärker gerne mitbringen.
  • hoch aufgelöste Mittellagen. Gemütliche Wärme muss man woanders suchen, Kühle lässt sich aber gleichfalls nicht diagnostizieren. „Monitoresk“, das passt. Mit guten Aufnahmen eine Wucht, mit grenzwertigen ehrlich, aber auch nicht gleich „vernichtend“.
  • strahlende, härtefreie und ziemlich gut aufgelöste oberste Lagen. Wer unbedingt will, findet in dieser Preisklasse aber noch mehr Auflösung im Hochton (z. B. mit Bändchen-Konzepten).
  • eine Grobdynamik, die man ihrer Größe nicht zutraut – für den Preis aber auch kein Ding der Unmöglichkeit darstellt. Feindynamisch ist die Reference weit vorne, und genau deshalb wirkt sie so lebendig.
  • eine realistisch große Bühne mit guter Tiefenstaffelung – und das auch an den Rändern des virtuellen Klangraums. Die Musik spielt völlig frei und losgelöst von den Lautsprechern. Hohe Abbildungspräzision, guter 3-D-Eindruck der Klänge.
  • perfekte Verarbeitung und standesgemäßes Finish.

Fakten:

  • Modell: KEF Reference 1
  • Konzept: passiver Drei-Wege-Kompaktlautsprecher mit anpassbarem Bassreflexsystem
  • Preis: 6.998 Euro
  • Abmessungen & Gewicht: 440 x 205 x 430 mm (HxBxT), 18,2 kg/Stück
  • Ausführungen: Schallwand Aluminium gebürstet, Korpus in Deep Piano Black, Satin American Walnut, Luxury Gloss Rosewood
  • Wirkungsgrad: 85 dB/2,83 V/1 m
  • Nennimpedanz: 8 Ohm
  • Garantie: 5 Jahre mit Registrierung, 2 Jahre ohne

Vertrieb:
GP Acoustics GmbH
Kruppstraße 82 – 100 | 45145 Essen
Telefon: 0201 – 17039-0
eMail: sales@gpaeu.com
Web: www.kef.com

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Test: KEF Reference 1 | Kompaktlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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