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Test-Fazit: KEF R900

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: KEF R900

Lautsprecher sind die Gerätegattung, bei denen sich in den letzten Jahren am meisten getan hat. Ein besseres mathematisches Verständnis der Bassabstimmung, Fortschritte bei der Konstruktion und Produktion der Treiber, nicht zuletzt durch das weit verbreitete Klippel-Messsystem, dazu die Möglichkeiten der kostengünstigen Fertigung in China, wo mittlerweile mit absolutem High Tech ausgerüstete Fabriken eine früher nur mit viel kostenträchtigem Aufwand zu erreichende Präzision und Konstanz der Fertigung erlauben, und viel Gehirnschmalz der Entwickler haben die Gattung der Lautsprecher Kef R900auf ein sehr erfreulich hohes Niveau gebracht.

Wenn Sie mich fragen: Ich würde lieber einen Lautsprecher wie die KEF neu kaufen als zum ähnlichen Preis ein gebrauchtes, zehn Jahre altes ehemaliges Super-Modell selbst renommierter Firmen. Ich war stark in Versuchung, mal mit KEF über das Vorführmodell zu sprechen. Nur die Tatsache, dass ich in absehbarer Zeit umziehen und dann einen viel kleineren Raum haben werde, hat mich davon abgehalten.

Die R900 ist ein perfektes Beispiel für den sehr hohen Standard, der in ihrer Preisklasse geboten wird: Ein fantastisch verarbeitetes Gehäuse, High-Tech-Chassis und eine sehr geschickte Abstimmung ergeben einen Lautsprecher, der vielleicht ein paar Dinge nicht so gut hinkriegt wie auf spezielle Einzelaspekte „gezüchtete“ Konstruktionen, der aber in wirklich jeder Hinsicht einen sehr hohen Standard bietet und in der Summe seiner Eigenschaften gut genug ist, um ein „endgültiger“ Lautsprecher zu sein. Es gibt keine Musikrichtung, bei der man mit der KEF nicht ansprechende Ergebnisse erzielen würde.

Die KEF R900 …

  • geht tief hinunter, kann Klassik mit der nötigen Wucht für orchestrale Einsätze wiedergeben. Diese Wucht wird nicht durch Weichheit erkauft, der Bass ist im Gegenteil straff und differenziert.
  • ist im Grundton mit einem Schuss „Wärme“ abgestimmt, über einen breiten Mittenbereich jedoch hervorragend neutral und unverfärbt. Sie klingt „richtig“ und macht dem Zuhörer das Leben leicht, so dass stundenlanges Hören nicht ermüdet und man sich die Box nicht „schön hören“ muss.
  • Kef R900hat einen im besten Sinne unauffälligen Hochton – sauber, verzerrungsfrei, ohne jede Schärfe, nahtlos an den Mittelton anknüpfend.
  • bindet den Hörer nicht an einen engen Sweet Spot; da die Abstrahlung zu den Seiten sehr gleichförmig verläuft, kann man auch mal außerhalb des klassischen Stereo-Dreiecks sitzen und Musik trotzdem unverfärbt genießen.
  • hat eine absolute Schokoladenseite bei der Räumlichkeit: Breite und Tiefe der Abbildung sowie die Lokalisierbarkeit der Instrumente sind auf sehr hohem Niveau. Sogar die Höhendimension kann man bei entsprechenden Aufnahmen gut wahrnehmen, was in dieser Preisklasse als außergewöhnlich gelten darf.
  • erlaubt das Hören auch im Nahbereich ab circa einem Meter, fühlt sich aber wegen des durchaus kräftigen Basses und Grundtons eher in großen Räumen wohl als in kleinen.
  • behält auch in „schwierigen“ Passagen den Überblick. Die Auflösung ist jederzeit hervorragend, von oben bis unten, solange man es mit der Lautstärke nicht gnadenlos übertreibt.
  • hat sehr gutes Timing, strahlt dabei aber eine gewisse Gelassenheit aus.
  • ist makellos verarbeitet.

Fakten:

  • Modell: KEF R900
  • Konzept: passiver Drei-Wege-Standlautsprecher, Bassreflex
  • Preis: 3.598 Euro
  • Abmessungen & Gewicht: 1130 x 240 x 365 mm (HxBxT), 29,5 kg/Stück
  • Wirkungsgrad: 89 dB/W/m
  • Nennimpedanz: 8 Ohm
  • Garantie: 5 Jahre

Vertrieb:
GP Acoustics GmbH
Am Brambusch 22 | 44536 Lünen
Telefon: 0231 – 9 86 03 20
eMail: info@gpaeu.com
Web: www.kef.com

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