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Test-Fazit: JDS Labs O2ODAC

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  1. 3 Test-Fazit: JDS Labs O2ODAC

Der JDS Labs O2ODAC ist ein gnadenlos ehrliches Arbeitstier, das weder schönfärberisch Einfluss nimmt noch auf der dunklen Seite angesiedelt werden will. Der über den gesamten Frequenzbereich neutral spielende DAC/Kopfhörer-Verstärker versteht es durch den nach oben hin kompromisslos offenen Hochton nicht nur mehr Details als manch anderer Amp aus den Aufnahmen zu zaubern, sondern verleiht den einzelnen Instrumenten auch klarere und schärfere Konturen. Zumindest für Liebhaber von wärmeren Röhrenklängen dürfte der JDS Labs O2ODAC freilich nicht die erste Wahl darstellen.

JDS Labs O2ODAC

Gegenüber manchem Konkurrenzprodukt lässt er sowohl den Raum in der Breite als auch in der Tiefe etwas weiter wirken. Dunkler abgestimmte Kopfhörer wie zum Beispiel ein Fischer Audio Consonance können von dem offenen Klangbild des Verstärkers ebenso profitieren wie Multi-BA-Treiber-In-Ears, die durch die niedrige Ausgangsimpedanz sowie den ebenfalls geringen Verzerrungsgrad am O2ODAC aufblühen können.

Geht es um die reine Verstärkungsleistung, so lässt sich, dank des durch einfaches Austauschen der Widerstände veränderbaren Verstärkungsfaktors, nahezu jeder Kopfhörer betreiben. Selbst bei einem hochohmigen Kopfhörer wie dem Beyerdynamic DT880 600 kann pegelseitig die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs erreicht werden, ohne dabei Verzerrungen des Signals in Kauf nehmen zu müssen. Einzige Wermutstropfen stellen die unglückliche Positionierung der Netzbuchse (sie befindet sich vorne) dar sowie die Tatsache, dass der hohe Strombedarf verhindert, den O2ODAC mobil, also ohne Zuhilfenahme eines Netzteils zu nutzen. Nichtsdestotrotz darf der Kopfhörer-Amp von JDS Labs als idealer Spielpartner für jene Zielgruppe gelten, die trotz Platzmangels und begrenzten Budgets deutlich mehr Musikalität aus ihrem Laptop, PC oder Tablet herausholen will.

JDS Labs O2ODAC

Die zusätzlich zum USB-Eingang bereitgestellte Analogbuchse nimmt Signale nicht zuletzt sehr rauscharm entgegen. Auf analoge Cinch-Ausgänge wird dagegen verzichtet, was bei einem reinen Kopfhörerverstärker aber nicht wirklich stört. Der JDS Labs macht für seinen Preis klanglich nicht nur vieles richtig, er kann sich durchaus auch mit teureren Geräten der 500-Euro-Klasse messen. Mit den vielen Modifikationsmöglichkeiten und dem schlichten Gehäuse bleibt auch der DIY-Charakter des Verstärkers weitestgehend erhalten. Die Mission von NwAvGuy, einen Preis-/Leistungschampion auf die Beine zu stellen, scheint aufgegangen zu sein.

Der JDS Labs O2ODAC charakterisiert sich durch …

  • eine unverblümte, geradlinige, detailreiche Wiedergabe der Musik, die weder schönfärbt noch übertrieben lupenhaft auf Fehlersuche geht. Somit wird, einen neutral spielenden Kopfhörer vorausgesetzt, allein dem Künstler die musikalische Interpretation überlassen.
  • eine vom tiefsten Bassbereich bis in den Superhochton lineare Spielweise. Weder Bass, Mitten oder Höhen wirken betont.
  • einen sauber und straff wirkenden Bassbereich.
  • eine Höhenwiedergabe, welche auch dem leisesten Ausklingen von Hi-Hats und anderen Glockenklängen Tür und Tor öffnet.
  • eine realistisch anmutende Räumlichkeit, die nicht nur in der Breite, sondern auch in der Tiefe eine gestaffelte Bühne präsentiert.
  • die Fähigkeit, einzelnen Instrumenten eine saubere Kontur zu verleihen, wobei der Eindruck, Musik als Einheit zu erleben, gewahrt bleibt.
  • eine dynamisch solide, aber nicht übertrieben auffällige Spielweise. Die Lautstärkewechsel der jeweiligen Aufnahme werden anstandslos und nicht überzeichnet wiedergegeben.
  • die Möglichkeit, sowohl leistungshungrige Kopfhörerboliden (etwa einen Beyerdynamic DT880 600 oder einen AKG K701) als auch die auf zu hohe Ausgangsimpedanz empfindlich reagierenden Multi-BA-In-Ears problemlos und verzerrungsfrei antreiben zu können.
  • ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Musikalisch muss sich der JDS Labs O2ODAC weder vor der direkten noch vor der (etwas) teureren Konkurrenz verstecken. Allerdings lässt er sich nicht wirklich gut mobil nutzen. Durch das schlichte Äußere und die Möglichkeiten zur Modifikation bleibt der ursprüngliche Charakter als DIY-Projekt erhalten.

Fakten:

  • Modell: JDS Labs O2ODAC
  • Gerätegattung: Kopfhörerverstärker mit integriertem DAC
  • Preis: 299 Euro
  • Farben: Front Silber oder Schwarz, Body in Schwarz
  • Maße & Gewicht: 108.5 x 80 x 29,5 mm (BxTxH), 0,3 kg
  • Ein- & Ausgänge: 1 x 3,5 mm Stereoklinke (analog), 1 x Mini-USB (digital), 1 x 3,5 mm Stereo-Kopfhörerausgang
  • Sonstiges: Gain 1 x und 3,3 x umschaltbar (des Weiteren mittels Widerständen modifizierbar), Netzteil (AC 14-20 Volt) muss als Zubehör extra bestellt werden
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

HEADSOUND audio GmbH
Fellbacher Straße 17 | 13467 Berlin
Telefon: 030 – 89 63 52 95
Web: www.headsound.de
eMail: info@headsound.de

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Test: JDS Labs O2ODAC | Kopfhörer-Verstärker

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Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Benchmark DAC1 USB, FiiO E10 Computer/Mediaplayer: PC mit Win 7, Foobar 2000 inklusive ASIO-Plugin

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K550, AKG K702, Audiofly AF160, Beyerdynamic DT880 600 Ohm, Creative Aurvana Live! 2, Edifier H850, Fabs Fabulous Ears Basic Dual Driver, Fischer Audio Consonance, Fischer Audio FA-003Ti, HiFiMAN HE-350 Massdrop Edition, Sennheiser HD800S, Ultimate Ears UE200vi

Kopfhörerverstärker: Benchmark DAC1 USB, Burson Audio Soloist SL, FiiO E10, FiiO E17, Nuprime HPA-9

Mobiles HiFi: Cowon iAudio 7, Rockbox Sandisk Sansa Fuze V2, Sandisk Sansa Clip+

Zubehör: Sonstiges: sBooster VBus² USB-Spannungsentkoppelung

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