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Test: JDS Labs O2ODAC | KH-Verstärker (stationär)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Test: JDS Labs O2ODAC | KH-Verstärker (stationär)

September 2015 / Thomas Kopanz

Im Jahr 2011 machte sich ein gewisser „NwAvGuy“ (Northwest Audio & Video Guy) daran, einen eigenen Verstärker auf die Beine zu stellen. Er studierte dabei jedes einzelne Bauteil – experimentierte zum Beispiel damit, wie sich Kondensatoren auf den Klang und vor allem auf den Signalrauschabstand auswirken – und präsentierte noch im selben Jahr mit dem kleinen, aber sehr gut durchdachten Prototypen seines Verstärkerprojekts, dem „O2“, seine Bemühungen der Öffentlichkeit. Dabei dokumentierte NwAvGuy, dessen tatsächlicher Name dem Gros der HiFi-Community leider unbekannt ist, jeden Arbeitsschritt auf seinem Projektblog. Auch die Schaltpläne sowie der Aufbau des Verstärkers wurden veröffentlicht und frei für alle Interessierten zur Verfügung gestellt.

Die Rückseite des JDS Labs

Nachdem einige eingefleischte DIY-Enthusiasten sich die Mühe machten, den Verstärker nachzubauen, erfreute der sich in einschlägigen Foren immer größerer Beliebtheit – und der Ruf nach einem dazu passenden D/A-Wandler wurde laut. Motiviert durch die positive Aufnahme seines Projekts, entwickelte NwAVGuy in Zusammenarbeit mit Yoyodyne Consulting also auch ein Digital-Analog-Wandlermodul namens „ODAC“. Gleichzeitig wurden verschiedene kleine HiFi-Firmen auf den amerikanischen Bastler aufmerksam und boten bald darauf vorgefertigte Platinen und die benötigten Bauteile als DIY-Kits an.

Platine des JDS Labs O2ODAC

Erst später konnte man auch komplett fertig aufgebaute Produkte erwerben. Eine der ersten Firmen, welche in Vereinbarung mit NwAVGuy die Kombination von O2 und ODAC ins Programm aufnahm, war JDS Labs (im Vertrieb bei: www.headsound.de). Das kleine amerikanische Unternehmen mit Spezialisierung auf DIY-Kits erlangte bereits mit seinem Bausatz eines Kopfhörerverstärkers in einer Pfefferminzdrops-Metalldose (CMoy BB) einige Aufmerksamkeit. Der Verkauf der Verstärker mit dem Schaltungskonzept von NwAvGuy machte JDS Labs schließlich bekannt. Und um eines dieser Produkte, genauer dem O2ODAC, eine Kombination aus dem Kopfhörerverstärker O2 und dem USB-D/A-Wandler ODAC, soll es in diesem Test gehen.

Optik, Haptik, Technik

Das Äußere des kleinen Kopfhörer-Verstärkerchens, welches problemlos auf dem Schreibtisch neben Laptop oder PC Platz findet, ist sichtlich unscheinbar. Schnörkellos und komplett aus Metall gefertigt, präsentiert sich der O2ODAC im Do-it-yourself-Gewand. Der Testkandidat besitzt dabei eine silberne, in gebürstetem Aluminium-Look gehaltene Front- und Rückblende. Befestigt sind diese mit jeweils vier kleinen Kreuzschlitzschauben, um das Öffnen des Gehäuses für allfällige Modifikationen so einfach wie möglich zu gestalten. Der restliche in Schwarz gehaltene Gehäuserahmen besteht ebenfalls aus Metall und fühlt sich hochwertig und robust an. Der JDS Labs O2ODAC ist auch komplett in Schwarz erhältlich.

JDS Labs O2ODAC

Die meisten Bedienelemente und Ein- beziehungsweise Ausgänge befinden sich gut zugänglich an der Front. Neben der Netzbuchse wartet der Verstärker mit einem Ein/Aus-Schalter, dem obligatorischen 3,5-mm-Kopfhörerklinkenausgang, einer roten Betriebsstatusleuchte, der Lautstärkeregelung, einem zweistufigen Gain-Schalter sowie einem Hochpegel-Stereo-Klinkeneingang für zusätzliche Audioquellen auf. Für die Volumeregelung wurde ein hochwertiges, stufenloses Potenziometer der Firma Alps verwendet. Über den Gain-Switch kann zwischen einer einfachen Verstärkung und einer um den Faktor 3,3 erhöhten gewechselt werden – es sollte also sowohl für empfindliche als auch hochohmige Kopfhörer das richtige Lautstärkemaß eingestellt werden können. Aber was wäre ein Verstärker mit DIY-Allüren ohne eine Anleitung, um den Verstärkungsfaktor an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen zu können? Entfernt man gewisse Widerstände auf der Platine, kann die Verstärkung nämlich noch weiter erhöht werden, bis hin zu einem Gain von 6,5. Der Verstärkungsfaktor sollte also auch für schwieriger anzutreibende Kopfhörer wie einen AKG K701 oder den Beyerdynamic DT880 600 ausreichen.

JDS Labs O2ODAC

Befeuert wird der O2ODAC mit 14-20 V Wechselstrom! Leider muss das Netzteil als Zubehör extra bestellt werden. Der kompakten Bauweise des Verstärkers fiel leider auch die Möglichkeit zum Opfer, diesen mit Batterien unabhängig vom Netzstrom zu betreiben. Auf der Rückseite fristet der Mini-USB-B-Anschluss sein alleiniges Dasein.

JDS Labs O2ODAC

Über diesen können digitale Musiksignale mit bis zu 24 Bit und 96 kHz angeliefert werden, wobei keinerlei zusätzliche Treiber vonnöten sind. Der Verstärker kann also in Plug-and-play-Manier einfach an den USB-Eingang des PCs oder des Notebooks angeschlossen und die Musik ohne Umschweife genossen werden.

Gerade im Segment der Desktop-Kopfhörerverstärker stellt sich immer wieder mal das Problem, dass Geräte für größere Kopfhörer mit stabilem und größerem Lastwiderstand ausgelegt wurden, und verstärkerkritischere Hörer schlicht und einfach vergessen werden. Zu diesen zählen auch die in letzter Zeit immer beliebter werdenden sogenannten Multi-BA-In-Ears. Bemerkbar wird diese Sensibilität zum Beispiel durch einen Abfall im Bass- und Höhenbereich des Kopfhörers, was den In-Ear entweder dumpf oder zu hell klingen lässt. Dieses Problem hat unser Proband keineswegs, wurde der Verstärkerteil O2 doch für gerade jene Zielgruppe optimiert, was aufgrund der ursprünglich mobilen Auslegung – der klassische O2-Kopfhörerverstärker besitzt noch Batterien – auch logisch erscheint. Die Ausgangsimpedanz des Verstärkers bewegt sich im erfreulich niedrigen Bereich weit unter 1 Ohm, was den BA-Treiber basierten In-Ears und ihrem schwierigen Impedanzverhalten zugutekommen sollte.

Test: JDS Labs O2ODAC | Kopfhörer-Verstärker

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