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Astell & Kern AK100 – USB, Toslink – Testbericht fairaudio

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  1. 3 Astell & Kern AK100 - USB, Toslink - Testbericht fairaudio

Ein Unterschied zwischen dem CD-Mastering und der MQS-Datei zeigte sich in der Natürlichkeit und dem Ausklingen des Kontrabasses. Hier schien die MQS-Aufnahme etwas voller und vor allem runder zu sein. Die Darstellung war insgesamt etwas glaubhafter. Ob diese Unterschiede nun aus den Limitierungen des Formats oder eher aus der zusätzlichen Umwandlung im Studio herrühren, kann ich nicht sagen, jedoch ist es gut zu wissen, dass der AK100 auch hochauflösende Musikdateien adäquat abspielen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass mehr Musik dieses Formats direkt aus dem Studio zu uns kommt. Angekündigt ist, dass es MQS-Alben auf Micro-SD-Karten geben soll, so dass der Astell & Kern mit zwei Slots gut vorbereitet ist.

In der aktuellen Firmware-Fassung 1.32 ist mit dem AK100 noch keine Gapless-Wiedergabe möglich

Dank des optischen Digitaleinganges kann man den Player auch am Notebook/PC als hochwertige Lösung für Kopfhörergenuss einsetzen. Ich konnte hierbei keinen Unterschied zwischen Computer beziehungsweise einer zu WAV gerippten CD und dem Anschluss eines CD-Players (Sony SCD-XB790 und BDP-S790) über Toslink feststellen.

Es wäre zwar schön gewesen, wenn der iRiver Astell & Kern AK100 über USB als externe Soundkarte erkannt würde und man sich den Umweg über das optische Kabel sparen könnte (zumal nicht jeder Computer einen optischen Ausgang bietet), aber dann wäre wohl ein weiterer Chip nötig gewesen. Parallel zum Hören über Toslink lässt sich aber der Akku über USB aufladen.

Die Anschlüsse des AK100 werden sinnvoll verwaltet. Schließt man den Player im ausgeschalteten Zustand an einen USB-Anschluss, wird lediglich der interne Akku geladen. Ist er eingeschaltet, wird nachgefragt, ob der Player als Wechsellaufwerk eingebunden werden soll (alle Speicherkarten sind dann ebenfalls direkt verfügbar) oder ob man weiterspielen und nur den Akku laden will. Ähnlich verhält es sich mit dem optischen Ausgang: Der AK100 schaltet beim Anschluss einen optischen Kabels erst nach Bestätigung einer entsprechenden Abfrage um, ansonsten kann man weiterhin vom internen Speicher hören.

Während der Wolfson WM8740 bereits an sich für hohe Detailauflösung und Dynamik steht, sorgt letztendlich erst die passende Einbindung für guten Klang. Und mehr als solche eher formalen Aspekten ist für mich dann auch die unterm Strich gefühlte Natürlichkeit der Wiedergabe sehr wichtig.

tori amosDarum habe ich zum Testen das letzte Album von Tori Amos, Gold Dust, gewählt. Hier liefert die Musikerin zusammen mit dem Metropole Orchestra aus den Niederlanden einen Querschnitt ihres Schaffens ab. Für die hochwertige Qualität steht nicht zuletzt die Deutsche Grammophon als verantwortliches Label. Das Album glänzt mit sehr sauber und natürlich aufgenommenen Instrumenten und vielen Hallwechseln – sehr minimalistische Parts mit „nur“ Tori und Klavier wechseln sich mit deutlich hallunterlegteren Teilen ab, bei denen das gesamte Orchester auf den Plan tritt.

Besonders intensiv gehört habe ich die drei aufeinanderfolgenden Titel „Star of Wonder“, „Winter“ und „Flying Dutchman“. Bei „Star of Wonder“ ist mit dem Einsatz des Orchesters plötzlich ein sehr großer Raum zu hören, nachdem zuvor nur Tori allein am Flügel spielte. Der Wechsel in den großen Raum wird vom iRiver Astell & Kern AK100 völlig mühelos und eindrucksvoll geschaffen. Der Raum, den der AK100 hier in Verbindung mit dem Audio Technica A900 aufbaut, ist deutlich größer als bei anderen Playern, die ich getestet habe, selbst wenn diese über einen externen Kopfhörerverstärker liefen. Was mir erneut zeigte, dass ein guter Verstärker keine Wunder bewirken kann, wenn die Quelle nicht adäquat ist. Im Astell & Kern sind beide Parts von überzeugender Qualität.

„Flying Dutchman“ beginnt zunächst nur mit Klavier, nach und nach setzen immer mehr Instrumente ein, um dem Song beim Refrain schließlich eine große Dichte zu verleihen. Der AK100 hat mich hier in Verbindung mit dem Beyerdynamic T1 absolut begeistert. Eine solche Natürlichkeit der Wiedergabe kannte ich sonst nur von größeren D/A-Wandlern – nicht jedoch von einem Hosentaschenplayer. Und das wohlgemerkt direkt aus der Kopfhörerbuchse. Die Größe des Flügels war förmlich zu spüren. Die Höhen waren sehr fein aufgelöst und neigten nie zum Klirren – für meine Ohren passte die „englische“ Abstimmung des AK100 hervorragend zur Klarheit des Beyerdynamic.

Unbenommen von der hervorragenden Klangqualität mit großen Kopfhörern hat der iRiver Astell & Kern AK100 ein deutliches Problem mit kleinen Hörern, welches ich nicht verschweigen möchte. Die Ausgangsimpedanz des AK100 liegt bei 20 Ohm, was mit 50- oder gar 300-Ohm-Kopfhörern keine Probleme bereitet.

Bei In-Ear-Monitors mit häufig unter 20 Ohm und komplexer Last aufgrund eingebauter Frequenzweiche können dagegen Probleme auftreten. Und diese zeigt der AK100 leider sehr deutlich. Im Zusammenspiel mit In-Ears wie dem UltimateEars Triple.Fi Pro ist eine deutliche Veränderung des Frequenzganges zu hören. Die Mitten werden verzerrt, so dass Stimmen plötzlich unnatürlich und blechern klingen. Die Neigung von in portablen Playern integrierten Verstärkern zu solchen Verzerrungen des Frequenzganges, speziell im Zusammenspiel mit niederohmigen Multi-Driver-IEMs, ist seit langem bekannt, und dennoch gibt es nur wenige mobile Player am Markt, die nicht in diese Richtung tendieren.

Eine Möglichkeit, die klanglichen Qualitäten des Players dennoch voll auszureizen, liegt darin, einen Kopfhörerverstärker nachzuschalten. Ich habe dies mit dem Ray Samuels Audio The Hornet gemacht, welcher für mich nach wie vor zu den besten mobilen KHVs gehört.

Und tatsächlich spielt der AK100, wenn er eine „einfache“ Last wie den KHV-Eingang anspielen muss, wieder absolut linear, so dass auch mit IEMs gehört werden kann. Dank des geringen Grundrauschens beider Geräte ist diese Kombination nahezu vollkommen frei von irgendwelchen Hintergrundgeräuschen, so dass auch in sehr leiser Umgebung ein störungsfreier Musikgenuss möglich ist. In Verbindung mit der sehr feinen Lautstärkeregelung findet man so eigentlich immer die passende Einstellung. Alternativ könnte man auch versuchen, die Frequenzverschiebung mit dem Equalizer auszugleichen – was ich selbst allerdings nicht ausprobiert habe.

Test: iRiver Astell & Kern AK100 |

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