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Astell & Kern AK100: Kommen wir zum Klang …

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So, nun genug der Mess- und äußeren Werte – kommen wir zum Klang. Eines der Alben, welches mir in den letzten Monaten musikalisch viel Freude bereitet hat, ist das Debüt Blak and Blu von Gary Clark Jr. Ein sehr intensives und „dreckiges“ Bluesrock-Album. Die Aufnahmequalität ist zwiespältig. Während die Dynamik durchaus zu begeistern weiß, ist der Klang sehr rau und neigt zum Kratzen im Hochton. Ob dies gewollt ist oder eher ein unschönes Beispiel moderner Abmischungen kann ich nicht sagen, es passt jedoch durchaus zu vielen Songs auf dem Album.

gary clarkDer iRiver Astell & Kern AK100 zeigt hier eine interessante Darstellung: Die Dynamik bringt er sehr deutlich hervor. Auch dank des nicht vorhandenen Grundrauschens kommen plötzliche Gitarreneinsätze unvermittelt und beeindruckend energetisch an die Ohren, selbst bei geringer Lautstärke. Hierbei kann auch der eingebaute Verstärker im Zusammenspiel mit großen Kopfhörern wie einem Sennheiser HD800 oder Audio-Technica A900 begeistern. Er liefert immer ausreichend Leistung und hat auch die großen Treiber dieser beiden Kopfhörer sehr gut im Griff. Ein nachgeschalteter Kopfhörerverstärker brachte keine große Verbesserung.

Die zweite Überraschung für mich war der „englische Klang“ des iRiver Astell & Kern AK100. Obwohl der Wolfson-Chip auch bei asiatischen Herstellern beliebt ist, spielt er wie erwähnt bei vielen britischen Herstellern eine zentrale Rolle. Ich muss zugeben, dass ich ein Fan dieser Darstellung bin und der AK100 tendiert für mich in eine ähnliche Richtung. Obwohl keine Details verschluckt oder verzerrt werden, scheint der Hochton leicht abgerundet, was den (künstlichen?) Verzerrungen auf Blak and Blu die Schärfe nimmt und das Album wunderbar durchhörbar macht.

Der Astell & Kern kann aber neben dem Redbook-Standard (44,1 kHz/16 Bit) auch hochauflösende Aufnahmen bis 192 kHz/24 Bit abspielen. Diese hohen Raten werden bei Aufnahmen im Studio auf digitaler Ebene eingesetzt, weshalb A&K dies auch „Mastering Quality Sound“ (MQS) nennt. Dem Player liegt eine MicroSD-Karte mit ausgewählten Stücken aus dem Hause Chesky bei. Chesky ist seit langem bekannt für hochwertige Aufnahmen und ein qualitativ sehr gutes Mastering. Was man also bekommt, sind quasi die Daten, bevor sie auf den CD-Standard herunterkomprimiert werden.

In der Auswahl befindet sich auch ein absoluter Klassiker: „Spanish Harlem“ in der Version von Rebecca Pidgeon. Der Song ist Audiophilen seit langem als ein Referenztitel bekannt, mit demrebbeca piggeon sich viele Aspekte einer Audiokette testen lassen. Ich hatte nun die Möglichkeit, diesen Titel in MQS-Qualität auf dem AK100 zu hören.

Dabei zeigte sich, dass die Auflösung des Players ganz hervorragend ist und er auch kleinste Details deutlich und klar ans Ohr bringt. Auch die räumliche Ortung der einzelnen Instrumente und Rückschallanteile des Aufnahmeraumes bewerkstelligt der Astell & Kern sehr gut. Meiner Meinung nach tragen hierzu zwei Eigenschaften des Players besonders bei:

Einerseits der durch die digitale Lautstärkeregelung perfekte Gleichlauf der beiden Kanäle sowie andererseits nicht zuletzt dank des hochwertigen DAC-Designs die bereits erwähnte Feinzeichnung vorhandener Details.

Die bei alledem (oder: gerade deswegen) entspannte Darstellungsweise des AK100 sorgt jedoch dafür, dass der Player primär extrem einladend und souverän spielt: Die Details werden einem nicht unangenehm vorgeworfen, sondern wirken harmonisch integriert.

Test: iRiver Astell & Kern AK100 |

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