Testfazit: Innuos Stream3
Der Innuos Stream3 spielt sehr flott auf: Der zum Musikserver ausbaubare Streamer beziehungsweise Netzwerkplayer glänzt in der hier vorgestellten Konfiguration mit einer hochauflösenden, lebendigen und dynamischen Spielweise, wirkt dabei aber nie zu analytisch oder anstrengend. Im Vergleich mit dem Stream1 und dem älteren Zenith MK3 geht er direkter und zackiger vor, ohne die für Innuos typische Geschmeidigkeit komplett über Bord zu werfen.

Besonderen Eindruck hinterlassen seine räumlichen Abbildungsfähigkeiten sowie die äußerst präzise Instrumententrennung, ohne dass dabei das Gesamtbild zu zerfallen droht. Das Gerät ist erstklassig verarbeitet, sieht edel aus und eignet sich in erster Linie für anspruchsvolle Hörer, die eine Anlage im mittleren fünfstelligen Bereich besitzen – zumindest dann, wenn das PhoenixDAC-Board eingebaut ist. Wer bereits einen erstklassigen DAC besitzt, investiert das Geld lieber in ein anderes Ausgangsmodul und/oder eine Festplatte, hier bieten die Portugiesen mit ihrem modularen Konzept ja einige Optionen an.
Tonal spricht der Allrounder die allermeisten Audiophilen an – weitgehend neutral, langzeittauglich und lediglich mit einer winzigen Portion Wärme versehen. Für ausgesprochene Genusshörer mit einer starken Tendenz zum Warmen einerseits oder für Fans schlankerer Gangart im Verbund mit allerhöchster Analyse andererseits wird der Stream3 nicht erste Wahl sein. Alle anderen sollten aber mal ein Ohr riskieren. Hätte ich nicht bereits einen Innuos-Musikserver, würde ich jetzt ernsthaft über diesen „flotten Dreier“ nachdenken.
Steckbrief Innuos Stream3:
- Erstklassige räumliche Fähigkeiten – die Bühne wirkt groß, breit und erstreckt sich weit zum Hörer hin.
- Instrumente und Stimmen erscheinen ausgesprochen greifbar, körperhaft, dreidimensional und sehr sauber voneinander abgegrenzt.
- Große Dynamiksprünge setzt der Stream3 schnell und mit viel Nachdruck um.
- Feinste Pegelabstufungen und Impulse stellt unser Testkandidat genau und mit einer leichten Tendenz zur Attacke dar.
- Hohe Detailauflösung, wobei die Wiedergabe nie zu analytisch oder überzeichnet wirkt.
- Der neutrale Bass reicht sehr tief hinab, neigt aber nicht zum Aufweichen, sondern überzeugt mit Präzision und Durchzeichnung.
- Fast neutrale, transparente Mitten- und Stimmenwiedergabe mit einer ganz leichten Tendenz zum Warmen.
- Fein aufgelöster, geschmeidiger, langzeittauglicher Hochton ohne Schärfen oder zu viel Brillanz.
- Sehr balancierte Gesamttonalität, der man lediglich eine hauchdünne Tendenz ins Warme attestieren kann.
Fakten:
- Modell: Innuos Stream3
- Kategorie: Streamer und Musikserver
- Preis: ab 6.600 Euro (Testmuster: 10.900 Euro)
- Maße & Gewicht: 42 x 33 x 8,5 cm (BxTxH), 12,8 kg
- Farbe: Silber oder Schwarz
- Upgrade-Optionen/Module: PerformanceDAC (1.250 Euro), PhoenixDAC (3.500 Euro), PhoenixUSB (1.400 Euro), S/PDIF (700 Euro), PhoenixI2S (1.800 Euro)
- Optionale Festplatten: 2, 4 oder 8 TB
- Streamingdienste: Qobuz, Tidal, Deezer, Spotify, Idagio, HighResAudio, Internet-Radio
- Schnittstellen: 2 x Ethernet/LAN, 2 x USB-A (Backup/Import), 1 x USB-A-Audioausgang, 1 X USB-C, 1 x HDMI (Service only)
- Sonstiges: Steuerung über Webbrowser und Sense-App, Roon-kompatibel
- Lieferumfang: Kurzanleitung, LAN-Kabel, Netzkabel, Fernbedienung
- Garantie: 3 Jahre
- Weitere Informationen auf der Webseite des Herstellers
Innuos Telefon: +49 (0) 800 724 4538
Kontakt
LOTE 1D / Zona Industrial Vale da Venda
PT 8005-402 Faro
E-Mail: sales@innuos.com
Web: https://innuos.com/
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