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Testfazit: Hegel H90

Hegel H90

Was bleibt? Der Hegel H90 bildet ein klanglich und featureseitig mehr als attraktives Komplettpaket. Klanglich spielt vor allem die analoge Sektion in zahlreichen Disziplinen auf einem Niveau, das man üblicherweise erst mit deutlich teureren Geräten erklimmen kann. Hervorzuheben sind noch einmal ganz deutlich die Klarheit und Feinauflösung des Klangs, das neutrale, aber nicht unangenehm-analytische Profil sowie sein Talent, sowohl dynamisch-anmachend als auch sanft-feingeistig abzuliefern.

Hegel H90

Der verbaute DAC ist keine Notlösung, sondern angesichts des Preises eine mehr als ernst zu nehmende Alternative zu Standalone-D/A-Wandlern. Sein Klangeinfluss bezieht sich vor allem auf die Art und Weise der Bühnengestaltung – in tonaler wie dynamischer Hinsicht muss er sich zu keiner Zeit vor anderen Kollegen verstecken. Dass es eine Streaming-Option und Apple-AirPlay-Funktion gibt, ist nicht nur ein nettes Bonbon, sondern ein wertvolles Feature für HiFi-Freunde, die die Streamingwelt sinnvoll in ihre Heimanlage integrieren möchten.

Hinzu kommt, dass das Design gelungen, eigenständig und elegant, aber nicht aufmerksamkeitsheischend ist – und die Verarbeitung perfekt: Ja, dieser Vollverstärker ist meines Erachtens nicht weniger als ein Preis-Leistungs-Hammer. Und daher bleibt er auch hier und wird künftig in meinem Referenzgerätepark Platz nehmen.

Steckbrief Hegel H90:

  • Ein Verstärker, bei dem sich die Tugenden Klarheit, Transparenz, Auflösung und Wohlsortiertheit mit anmachender, involvierender Wiedergabe verbinden.
  • Tonal in allen Lagen vollständig neutral.
    • Tiefgehender, weder angedickter noch kurzatmiger Bass mit Punch und Tempo.
    • Vollständig unauffälliges Mittenband ohne Betonungen oder Dellen; gute Feinauflösung und natürliche Wiedergabe aller Instrumente und Stimmen.
    • Ebenso neutraler und auskunftsfreudiger, gut aufgelöster Oberton.
  • Ausgezeichnete Fein- und Grobdynamik bei leiser, mittlerer und auch lauterer Wiedergabe, wenngleich makrodynamisch gegenüber leistungskräftigeren Vertretern der Zunft etwas limitiert.
  • Über den verbauten DAC eine eher tiefe als breite und zugleich nach vorne spielende Bühnenabbildung, gewissermaßen also ein „Schuhkarton“, dessen vorderes Fünftel in den Raum hineinragt. Einzig und allein die Lokalisationsschärfe der Klangquellen außerhalb der Mitte könnte etwas besser sein. Die Analogeingänge indes sind in dieser – wie auch den anderen – Disziplinen äußerst transparent: Was hier „an Raumdarstellung reingeht“, geht auch raus.
  • Eine den Digitaleingängen klanglich ebenbürtige und komfortable Streaming-Einheit.

Fakten:

  • Modell: Hegel H90
  • Konzept: Vollverstärker mit DAC und Streamingmodul
  • Preis: 1.695 Euro
  • Farben: Schwarz
  • Maße & Gewicht: 8 x 43 x 31 cm (HxBxT), 11 kg
  • Eingänge: 2 x Hochpegeleingänge (Cinch), 1 x koaxiale und 3 x optische Digitaleingänge (S/PDIF), 1 x USB-B, Netzwerkanschluss (RJ45)
  • Ausgänge: 1 Paar Lautsprecher, 1 x geregelter Line-Out
  • Leistung: 2 x 60 Watt an 8 Ohm
  • Leistungsaufnahme im Leerlauf: circa 20 Watt
  • Sonstiges: Fernbedienung, Home-Cinema-Input, UPnP/DLNA-kompatibel
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

GP Acoustics GmbH
Kruppstraße 82 – 100 | 45145 Essen
Telefon: +49(0)201 – 17039-0
E-Mail: info@gpaeu.com
Web: www.hegel.com


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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Jochen Reinecke Jochen Reinecke

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Plattenspieler: Rega Planar 3 RS-Edition mit NEO PSU Mk2
      • Tonarm: RB330-Tonarm
      • Tonabnehmer: Rega Nd5 (MM), Rega Ania (MC)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Denafrips ENYO 15TH, HenryAudio DAC256
      • CD-Player: Rotel CD11 Tribute, QUAD 3 CDT
      • Streamer: Cambridge Audio CXN (V2)
      • Sonstiges: Farad Power Supplies Super3 (PSU)
    • Vollverstärker:
      • Audio Note Cobra, Marantz PM7000N
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Khozmo Passive ZFoil-Ladder-Vorstufe, Tsakiridis Alexander (Röhre), Vincent SA-32 AE (Hybrid)
      • Phonoverstärker: Tsakiridis Alexander (Röhre)
    • Endstufen:
      • Valvet A4 MKII Monos, Abacus Electronics Ampollo Dolifet
    • Lautsprecher:
      • Audes Maestro 116, Fyne Audio Classic VIII SM, Harbeth P3ESR XD
    • Kopfhörer:
      • Sennheiser HD 800S, Cambridge Audio Melomania A100
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Analog Tools CU-Line, StudioConnections Reference
      • NF-Kabel: Boaacoustic Evolution Black.xlr und Black.rca2
      • Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII (Coax), Oehlbach XXL Serie 80 (Toslink)
    • Zubehör:
      • Stromfilter: Adam Hall AHPCS10 Power Conditioner/Netzfilter
      • Sonstiges: bFly Pure Absorber, bFly Talis, Auralex Subdude Lautsprecherbasen, Creaktiv SC 440 Gerätebasen
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 18 m²
      • Höhe: 2,70