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Test-Fazit: Harbeth Super HL5 Plus

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Harbeth Super HL5 Plus

Einen Bestseller zu überarbeiten, das ist wohl die schwierigste Aufgabe, der ein Entwickler sich stellen muss. Zu dem Ergebnis seiner Bemühungen bei der SuperHL5 Plus kann man Harbeth-Mastermind Alan Shaw nur beglückwünschen. Die Stärken des Vorgängermodells, die hervorragende Artikulation schon bei geringen Lautstärken, das Fehlen jeglicher Lästigkeit, die Langzeithörbarkeit wurden beibehalten. Zugleich hat die SuperHL5 Plus neue Stärken hinzugewonnen: vorbildliche rhythmische Artikulation in Bass und Grundton, einen offeneren Charakter im Übergang zwischen Tiefmitteltöner und Höchtöner sowie eine räumliche Darstellung, die jetzt näher an der Aufnahme liege dürfte als früher.

Harbeth Super HL5 Plus

Den Gesamtcharakter zu beschreiben, fällt gar nicht so leicht, weil einem dabei vornehmlich Attribute einfallen, die nur allzu leicht ins Negative gewendet werden können. Wenn ich die SuperHL5 Plus als „unauffällig“ beschreibe, dann ist das in meinen Augen ein großes Kompliment. Sie macht in den Grenzen, die ihr Gehäuse- und Treibergröße setzen, nichts falsch, spielt unaufgeregt, aber nicht langweilig, und braucht kein „Einhören“ in tonale Eigenheiten. Kein Frequenzbereich sticht heraus, der Hochtonbereich ist (gegenüber dem, was ich persönlich als „neutral“ ansehen würde) eine Winzigkeit zurückgenommen, was dem Zielpublikum aber nur recht sein wird.

Die Harbeth könnte für viele Hörer einen „letzten“ Lautsprecher darstellen. Sie geht tief genug hinunter für die allermeisten Anforderungen, sicherlich auch laut genug, ohne auf Lautstärke angewiesen zu sein, und dürfte damit sehr alltagstauglich sein.

Na ja, vielleicht doch nicht ganz der letzte Lautsprecher. Möglicherweise gibt’s 2028 ja wieder was Neues von Harbeth.

Steckbrief Harbeth SuperHL5 Plus:

  • Die Harbeth SuperHL5 Plus spielt so, wie es der Rezensent sich vorstellt: im besten Sinne unauffällig. Weder wird das Ohr auf besonders hervorgehobene noch zurückgenommene Bereiche gelenkt, noch kommt die Box rhythmisch ins Stolpern.
  • Zugleich spielt sie informationsreich: Hintergrundgeräusche, Details eines Beckenanschlags, den Anschlag und das Ausklingen eines Klaviers macht sie leicht nachvollziehbar, ohne dass dies – wie sich bereits aus dem vorherigen Punkt ergibt – durch eine Höhenbetonung im Allgemeinen oder eine Präsenzbetonung im Besonderen „erschlichen“ wäre.
  • Der Bass hat allemal genug Tiefgang auch für größeres Orchester; bei Pop und Rock bietet er Artikulation und Rhythmik und darf dennoch als „gut ausgebaut“ gelten.
  • Bei entsprechender Aufstellung – ganz leicht eingewinkelt – löst sich das Klangbild vollständig von den Boxen; die Abbildung ist auch an den Seiten der Bühne tief und eindeutig. Wo die Abbildung beginnt, liegt allein an der Aufnahme; sehr präsent abgemischte Aufnahmen können auch mal vor die Boxengrundlinie vortreten, meist fängt es jedoch auf der Boxenlinie an.
  • Tonal liegt die Box ganz leicht auf der dezenten/milderen Seite. Der Hochtonbereich ist aber sauber aufgelöst und weit ausgedehnt, sodass Obertöne von zum Beispiel Streichern und Schlagzeug mit natürlicher „Strahlkraft“ wiedergegeben werden.
  • Besonders zu loben ist der weite Laustärkebereich, in dem die Box betrieben werden kann. Schon bei sehr geringen Lautstärken löst sie interpretatorische Details auf, andererseits kann sie mit genügend Verstärkerleistung auch sehr ordentlich laut spielen. Ein Rockkonzert in Originallautstärke ist dennoch ihre Sache nicht.

Fakten:

  • Modell: Harbeth SuperHL5 Plus
  • Konzept: 3-Wege-Bassreflex-Kompaktlautsprecher
  • Preis: 4.195 Euro (Kirsche), 4.345 Euro (Eukalyptus), 4.500
    Euro (Palisander, Tiger-Ebenholz)
  • Abmessung & Gewicht: 638 x 322 x 300 mm (HxBxT),
    16,8 kg/St.
  • Wirkungsgrad: 87 dB/1W/1m
  • Nennimpedanz: 8 Ohm
  • Sonstiges: Bi-Wiring-Terminal

Vertrieb:

Input Audio
Ofeld 15 | 24214 Gettorf
Telefon: 04346 – 60 06 01
eMail: b.hoemke@inputaudio.de
Web: www.inputaudio.de

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Test: Harbeth Super HL 5 Plus | Kompaktlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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