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Testfazit: Harbeth M30.3 XD2

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Harbeth M30.3 XD2: Hörtest und Vergleiche
  2. 3 Testfazit: Harbeth M30.3 XD2

Radial verändert, aber kein radikaler Neustart – zum Glück! Mit der M30.3 XD2 ist Harbeth eine behutsame, aber substanzielle Weiterentwicklung eines Klassikers gelungen. Die Briten bleiben ihrer Philosophie treu und verändern nicht um der Veränderung willen, sondern nur dort, wo es klanglich Sinn ergibt.

Harbeth M30.3 XD2 von vorne, ohne Bespannung

Die M30.3 XD2 besitzt den typischen Harbeth-Charakter – bietet nun aber unter anderem mehr Tieftonautorität und dynamische Präzision

Der neue RADIAL-Treiber und die überarbeitete Frequenzweiche bringen der Harbeth M30.3 spürbar mehr Tieftonautorität, bessere Kontur und ein Plus an dynamischer Präzision, ohne den typischen Harbeth-Charakter zu verwässern. Der Lautsprecher klingt weiterhin eher warm, natürlich und langzeittauglich als klinisch-kühl, gewinnt aber an Spannung, Emotionalität, Schwärze und Transparenz – besonders im Bass und im oberen Präsenz- und Hochtonbereich. Stimmen bleiben eine Paradedisziplin, räumliche Abbildung inklusive der Tiefenstaffelung sind überzeugend, wenn auch eher realistisch als spektakulär oder gar auf maximalen Effekt hin gezüchtet.

Okay, Wirkungsgrad und Grobdynamik sind konzeptbedingt begrenzt, und wer maximale Pegel, Tiefbassmassage oder „Live-Attacke“ sucht, findet in dieser Preisklasse Alternativen mit mehr physischem Druck. Trotzdem sind die klanglichen Fortschritte gegenüber der Vorgängerin so deutlich, dass selbst langjährige Besitzer einer M30.2 oder M30.1 in Versuchung geraten könnten, die neue Harbeth einmal probezuhören. Ich jedenfalls würde es empfehlen.

Steckbrief Harbeth M30.3 XD2:

  • Tonal sehr ausgewogen, mit leicht warmer Tönung. Natürlich, entspannt und klar auf Langzeithören ausgelegt, ohne analytische Kühle.
  • Für die Gehäusegröße erstaunlich tiefreichender Bass, kontrolliert und konturiert. Mehr Schwärze, Autorität und Elastizität als beim Vorgänger, ohne künstliche Oberbassbetonung. Tiefbass- und Pegelorgien bleiben konzeptbedingt außen vor.
  • Die Mitten sind und bleiben eine der großen Paradedisziplinen. Stimmen und akustische Instrumente wirken körperhaft, farbig und emotional involvierend. Außergewöhnlich natürlich.
  • Der Hochton ist sanft, luftig und frei von Schärfen. Feiner aufgelöst und transparenter als zuvor, dabei kultiviert und niemals „in your face“, sondern eher eine Spur milder.
  • Grobdynamisch nicht auf maximale Attacke gezüchtet, jedoch agiler und lastwechselfreudiger als frühere Generationen. Spürbarer Zugewinn an Tempo.
  • Feindynamik auf sehr hohem Niveau. Exakte Darstellung von Hüllkurven, Mikroimpulsen und komplexen rhythmischen Strukturen – souverän bei leisen wie bei lauten Passagen.
  • Klangfarben und Auflösung wirken sehr authentisch, mit stimmigem Obertonspektrum. Besonders Gesang und akustische Instrumente profitieren von der hohen Farbtreue.
  • Die Raumdarstellung wirkt realistisch und aufnahmetreu. Stabile Stereobasis, überzeugende Breite und gegenüber den Vorgängermodellen leicht verbesserte Tiefenstaffelung – korrekt statt spektakulär. Saubere Lokalisationsschärfe mit organischer Konturierung. Klare Positionen ohne messerscharfe Effekte.
  • Die Verarbeitung ist exzellent. Extrem solides Gehäuse, hochwertige Materialien und eine Fertigungsqualität auf Referenzniveau – gebaut für Jahrzehnte.

Fakten:

  • Modell: Harbeth M30.3 XD2
  • Konzept: Zweiwege-Kompaktlautsprecher mit Bassreflexsystem
  • Preis: ab 5.450 Euro
  • Nominalimpedanz: 6 Ohm
  • Empfindlichkeit: 85 dB/W/m
  • Maße: 277 x 275 x 460 mm (BxTxH), 14,6 kg/Stück
  • Finishes: Black Ash, Cherry, Walnut, Oak, Rosewood
  • Garantie: 2 Jahre, 5 Jahre bei Registrierung
  • Weitere Informationen auf der Website des Vertriebs

Vertrieb:

input audio
Ofeld 15 | 24214 Gettorf
Telefon: +49 (0)4346-60 06 01
E-Mail: b.hoemke@inputaudio.de
Web: https://www.inputaudio.de/

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Test: Harbeth M30.3 XD2 | Kompaktlautsprecher

  1. 2 Harbeth M30.3 XD2: Hörtest und Vergleiche
  2. 3 Testfazit: Harbeth M30.3 XD2

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Plattenspieler: Rega Planar 3 RS-Edition mit NEO PSU Mk2 Tonarm: RB330-Tonarm Tonabnehmer: Rega Nd5 (MM), Rega Ania (MC)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Denafrips ENYO 15TH, HenryAudio DAC256 CD-Player: Rotel CD11 Tribute, QUAD 3 CDT Streamer: Cambridge Audio CXN (V2) Sonstiges: Farad Power Supplies Super3 (PSU)

Vollverstärker: Audio Note Cobra, Marantz PM7000N

Vorstufen: Hochpegel: Khozmo Passive ZFoil-Ladder-Vorstufe, Tsakiridis Alexander (Röhre) Phonoverstärker: Tsakiridis Alexander (Röhre)

Endstufen: Valvet A4 MKII Monos, Abacus Electronics Ampollo Dolifet

Lautsprecher: Audes Maestro 116, Fyne Audio Classic VIII SM, Harbeth P3ESR XD

Kopfhörer: Sennheiser HD 800S

Kabel: Lautsprecherkabel: Analog Tools CU-Line, StudioConnections Reference NF-Kabel: Boaacoustic Evolution Black.xlr und Black.rca2 Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII (Coax), Oehlbach XXL Serie 80 (Toslink)

Zubehör: Stromfilter: Adam Hall AHPCS10 Power Conditioner/Netzfilter Sonstiges: bFly Pure Absorber, bFly Talis, Auralex Subdude Lautsprecherbasen, Creaktiv SC 440 Gerätebasen

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 18 m² Höhe: 2,70