Billboard
H-E-A-R

Test-Fazit: Guru QM10Two

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Test-Fazit: Guru QM10Two

Die Guru Audio QM10Two sind zwar klein, doch wegen ihrer ungewöhnlichen Maße nichtsdestotrotz Hingucker. In klanglicher Hinsicht fallen sie mit einem für diese Gehäusegröße unverschämt tiefen und vollen Bass auf, vor allem aber damit, dass sie so vollkommen unaufgeregt, unspektakulär und dennoch in einem Maße transparent und durchsichtig klingen, wie es in dieser Preisklasse definitiv nicht an der Tagesordnung ist.

Das große Kunststück, das den Gurus dabei gelingt, ist, dass das Wort „analytisch“ in diesem Kontext absolut nicht passt. Sie sezieren nicht, sie stellen nichts plakativ in den Vordergrund, sie stoßen den Hörer nie mit der Nase auf die enthüllten Details, die er mit anderen Lautsprechern vielleicht gar nicht erst präsentiert bekommen hätte.

Guru QM10two

Diese Art von Hören, die sicher mit der Abstimmungsphilosophie von Ingvar Öhman zu tun hat, erfordert vom Hörer eine gewisse Eingewöhnungsphase und die Bereitschaft, langfristigem Genuss den Vorrang vor einem kurzen Adrenalinschub zu geben. Ich höre ja gerne auch richtig heftiges Musikmaterial, aber selbst mit Death und Black Metal konnte ich nach diesen Wochen der Beschäftigung mit den Gurus konstatieren, dass der Charakter der QM10Two dem Hörvergnügen keine Hürden in den Weg stellt. Man muss sich nur des Umstandes bewusst sein, dass Guru einiges anders macht als andere Lautsprecher, und das bezieht sich nicht nur auf die Gehäuseform.

Was im ersten Moment vielleicht sogar etwas langweilig und nicht ganz so ultimativ aufgelöst klingen mag, entpuppt sich als zielführend-realistischere Abstimmung als die von so manchen als Klanglupen gefeierten Minimonitoren. Der tiefe, solide Bass gibt dem Klangbild das Fundament, das meines Erachtens nötig ist, um Musik ganzheitlich zu genießen. Ja, das geht mit den Gurus, und zwar lange und ohne Stress.

Auf musikalische Genres legen sich die Schweden nicht fest, da bleiben sie ganz skandinavisch liberal. Allzu laut wollen und sollen sie nicht spielen, aber der Maximalpegel liegt höher, als man ob der physischen Ausmaße vielleicht annimmt. Übrigens sind sie keine Leistungsvernichter, sondern kommen elektrisch auch mit gut gemachten kleinen Transistorverstärkern zurecht.

Auf jeden Fall aber sind die Gurus etwas für gereifte Hörer (und das meine ich vollkommen positiv!), die gerne wissen wollen, was auf ihren Platten drauf ist, ohne vom neuesten Über-Analytik-Tweeter nach 30 Minuten genervt zu sein. Kurz gesagt: Geben Sie den kleinen Gurus eine Chance – aber achten Sie unbedingt auf Abstimmung und Qualität der vorgeschalteten Kette, denn die (Achtung, elegant den Bogen zurück zum Titel schlagen) wiegt schwer im Endresultat, wenn Sie mit den Gurus hören.

Die Guru Audio QM10Two …

  • sind schicke Lautsprecher, die sich trotz (oder gerade wegen?) ihrer ungewöhnlichen Proportionen gerade in moderne Wohnumgebungen gut einfügen.
  • sind nicht schwer anzutreiben, doch die Qualität und Abstimmung der Elektronik muss stimmen, denn sie sind wahre Klanglupen, die tonale Eigenheiten der Kette gnadenlos aufzeigen.
  • sind insgesamt eher zurückhaltend abgestimmt, aber schaffen es, dennoch kein Details zu verschweigen – im Gegenteil.
  • steigen sehr tief in den Basskeller hinab und geben dem Klangbild ein geerdetes Fundament.
  • können im Tiefbass ihr ventiliertes Konstruktionsprinzip nicht ganz verschleiern, mit sehr bassstarkem Material wirken sie dort etwas synthetisch und drücken dem Bass ihren klanglichen Stempel auf.
  • bilden in einem nicht ausufernd großen Raum vorzüglich ab und bieten tiefe Einsichten in die Musik.
  • ziehen keine musikalische Stilrichtung eindeutig vor, doch kleine klassische Ensembles, Jazzkapellen und akustische Musik im Allgemeinen haben mir besonders viel Freude bereitet.

Fakten:

  • Modell: Guru QM10two
  • Konzept: passiver Zwei-Wege-Kompaktlautsprecher, Bassreflex
  • Preis: 2.000 Euro (Paar)
  • Maße & Gewicht: 300x252x232mm (BxTxH), 6 kg/Stück
  • Farben: Hochglanz-Schwarz, -Weiß oder -Rot
  • Garantie: 5 Jahre

Vertrieb:

Connect Audio GmbH
Web:www.connectaudio.de
eMail: info@connectaudio.de
Telefon: 06434/5001

Kommentar/Leserbrief zu diesem Bericht schreiben

Test: Guru QM10two | Kompaktlautsprecher

  1. 5 Test-Fazit: Guru QM10Two

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: J. Sikora Initial Tonarm: Kuzma Stogi Reference S12 VAT Tonabnehmer: Transrotor Figaro

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann (DAC/Pre) Streamer: Auralic Aries, MacBook Pro

Vollverstärker: Linn Classik Movie II (Surroundverstärker)

Vorstufen: Hochpegel: Linnenberg Telemann (DAC/Pre) Phonoverstärker: Neukomm MCA112S

Endstufen: Linnenberg LIsZT Stereo

Lautsprecher: Qin Prestige Three, Nubert NuPro A100

Kopfhörer: AudioQuest Nighthawk, AKG N60 NC Wireless

Kopfhörerverstärker: ifi iDSD nano, Meier Audio Corda Classic

Kabel: Lautsprecherkabel: Gutwire Chime 3, Fastaudio Black Science NF-Kabel: Gutwire EON-Z, Gutwire Synchrony 2 SE, Audioquest Yukon, fastaudio Black Science Phono), Graditech Kide 3 und Kide 1 Digitalkabel: JIB Boaacoustic Silver Digital Xeno USB, AudioQuest Vodka und Cinnamon Ethernet, AudioQuest Carbon RCA, Graditech Kide Digital RCA Netzkabel: Audioquest Tornado, Gutwire SV-8, Gutwire G Clef 2, AudioQuest NRG-2 Sonstiges: Erdungskabel Gutwire Ultimate Ground

Rack: Roterring Belmaro 33 Customized

Zubehör: Stromfilter: Tsakiridis Super Athina Sonstiges: YDOL Relax 60 und fastaudio Absorber, Acoustic System Resonatoren, The Gryphon De-Magnetizer

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 24,5 m² Höhe: 2,7 m

Billboard
KEF R-Series