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Testfazit: Genelec 8380A

So viel Spaß kann man im Studio haben: Der große Genelec-Monitor 8380A bietet nicht nur Präzision, Auflösung und Verzerrungsarmut, sondern auch eine hochdynamische Fullrange-Wiedergabe, die ein wenig Horn-Feeling transportiert. Bei aller reinen Lehre, für die der 8380A als Studiomonitor steht, hat es mit ihm immer etwas Physisches, Mitreißendes, Live-Artiges. Der Herr preise seinen 15er!

Genelec 8380A vor HiFi-Anlage und Absorbern
Spaß trifft Präzision: Genelecs neuer, großer Studiomonitor 8380A bietet neben aller Akkuratesse vor allem ein mitreißendes, dynamisches Klangbild

Echte Schwächen kann ich keine ausmachen. Ja, im Superhochton habe ich bisweilen noch mehr Feinzeichnung gehört, insbesondere von guten Flächenstrahlern. Ja, das Wörtchen „Fullrange“ oben meint, dass der -6-dB-Punkt bei 29 Hertz und die Subkontraoktave noch ein Schrittchen drunter liegt – der Vollständigkeit halber sei es erwähnt, obgleich es eher akademischer Natur ist.

Für wen ist diese Genelec 8380A also was? Nun, dank der Einmessmöglichkeit und des koaxialen Prinzips, das (fast schon Nahfeld-)Hördistanzen von 1,3 Meter erlauben soll, lässt sie sich auch in kleineren Räumen betreiben. Ich sehe aber nicht, warum man das machen sollte. Unterhalb von sagen wir einmal 20-25 qm lassen sich zahlreiche andere (Genelec-)Lautsprecher finden, die ebenfalls performen – und günstiger sind. Doch wenn man einen mittelgroßen bis größeren Raum bespielen und stets Pegelreserven abrufbereit halten möchte, Akkuratesse und Reinheit des Klangbildes genauso schätzt wie eine hochlebendige, echte Impulswiedergabe quer übers Frequenzband hinweg – nun, dann gehören diese Lautsprecher auf die Shortlist. Für das Gebotene ist der Preis geradezu günstig. Kein Scherz.

Steckbrief Genelec 8380A:

  • Wie üblich bei Genelec lässt sich auch die 8380A mittels GLM-Kit auf den Raum – und den Hörgeschmack – einmessen, was insbesondere im Bassbereich ein echter Problemlöser sein kann. Die Gesamttonalität lässt sich flexibel anpassen.
  • Die Basswiedergabe ist eine Stärke dieses Monitors. Der Bass geht sehr tief hinab, wenngleich richtig ist, das unterhalb von 30 Hertz bewusst gebremst wird, was fürs Gros aller Einsatzszenarien und Musikgeschmäcker aber irrelevant ist. Der Tiefton besitzt diese lässige Unmittelbarkeit in der Ansprache, die so wohl nur mit großen Treiberflächen realisierbar ist. Last but not least bietet die 8380A eine famose Durchzeichnung und Informationsfülle im Tiefton – und hinkt dynamisch keinen Millimeter hinter den Mitten/Höhen hinterher. Großartig.
  • Apropos Dynamik: Das ist die zweite Stärke der 8380A. Sei’s fein, sei’s grob, sie liefert. Auch bei sehr hohem Durchschnittspegel gibt es gefühlt immer unbegrenzten Headroom, das macht die Wiedergabe frei, lebendig und „hornlike“. Impulswiedergabe und Rhythmusgefühl sind herausragend.
  • Sehr hohes Auflösungsvermögen, quer übers Frequenzband hinweg. In den oberen Höhen gibt es in dieser Klasse bisweilen noch etwas mehr Detailzeichnung, etwa von Lautsprechern mit guten Bändchen, Magnetostaten, AMTs. Trotzdem: Texturen, Klangfarben, Stimmmodulationen werden sehr differenziert und realistisch wiedergegeben – wie es sich für einen Studiomonitor gehört. Natürlich gilt auch: Junk in, junk out. Die Genelec verschönert nichts, sondern gibt den Reporter.
  • Das gilt auch in räumlicher Hinsicht: Die Genelec kann kompakt wie großzügig abbilden, je nach Aufnahme, die man über sie hört. Dabei öffnet sich die Bühne gerne nach vorne, traut sich also durchaus vor die Stereobasis, was zusammen mit den dynamischen Tugenden für einen sehr involvierenden Vortrag sorgt. Gute, aber unauffällige Tiefenstaffelung und Lokalisationsschärfe – die „Randeinfassung“ der einzelnen Klänge erfolgt präzise-plastisch, doch eher ein wenig rund-organisch als scharfkantig-hyperrealistisch.
  • Wer sich solch ein Kaliber ins Wohnzimmer stellt, will sicherlich auch mal in Musik baden und die Wände wackeln lassen. Kein Problem. Pegelfestigkeit klingt zu harmlos, Discotauglichkeit trifft es schon eher. Und das Ganze perfekt sauber durchgezeichnet sowie lässig-unangestrengt. Was für ein Fest.

Fakten:

  • Modell: Genelec 8380A
  • Konzept: aktiver 3-Wege-Monitorlautsprecher mit Bassreflex-Gehäuse
  • Preis: 20.340 Euro
  • Abmessungen & Gewicht: 810 x 480 x 420 mm (HxBxT), 54 kg/Stück
  • Farben: Schwarz, Weiß
  • Sonstiges: symmetrisch analog und digital (AES/EBU) ansteuerbar, umfangreich über Software regel- und einmessbar (GLM-Kit: 392 Euro), optionaler kabelgebundener Lautstärkeregler (105 Euro), Funkfernbedienung (92 Euro)
  • Garantie: 2 Jahre, bei Registrierung 5 Jahre
  • Weitere Informationen zum Produkt auf der Seite des Vertriebs

Kontakt

Audio Pro Heilbronn Elektroakustik GmbH
Pfaffenstraße 25
74078 Heilbronn

Telefon: +49 (0) 7131 2636400
E-Mail: info@audiopro.de
Web: https://www.audiopro.de/

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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Ralph Werner Ralph Werner

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Festplatte: SME Model 15
      • Tonarm: SME 309
      • Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201
      • Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), Stack Audio Serene Mat & Stabiliser, VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Rockna Wavelight+
      • Musikserver: Antipodes K22 G4
      • Computer/Mediaplayer: Software: MinimServer/MPD mit JPLAY-App, Squeeze-Server/Player mit Material/iPENG, Roon
      • Sonstiges: Network Acoustics Eno2 (Ethernet-Filter), Pink Faun LAN Isolator, Silent Angel Bonn N8 (Switch)
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Electrocompaniet EC 4.8 MKII
      • Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN
    • Endstufen:
      • Electrocompaniet AW 800 M
    • Lautsprecher:
      • Acapella High BassoNobile MK2
    • Kopfhörer:
      • Audeze LCD-2, Beyerdynamic DT-990, Sennheiser HD 800 S, Sony MDR-1000X, Teufel Supreme In
    • All-In-One:
      • Ruark Audio R4
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Dyrholm Audio Phoenix
      • NF-Kabel: Dyrholm Audio Phoenix XLR & Cinch, Boaacoustic Blueberry Signal.xlr, Vovox und andere
      • Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Audioquest Vodka 48 (HDMI/I2S), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), fis Audio Magic (LAN-Kabel), Wireworld Series 7 Starlight Gold (S/PDIF koaxial)
      • Netzkabel: fis Audio Blackmagic, fis Audio Studioline
      • Netzleiste: fis Audio Blackmagic
    • Rack:
      • Creaktiv Trend 3 (Rack) auf bFly Audio b.DISC (Spikeaufnahmen) stehend, Stack Audio Auva EQ (Geräte-Entkopplungsfüße)
    • Zubehör:
      • Audes ST-3000 Power Conditioner (Trenntrafo)
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 40 m²
      • Höhe: 2,45 m