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Test-Fazit: Genelec 8260

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Test-Fazit: Genelec 8260

Der Aktivlautsprecher Genelec 8260 liegt preislich – inklusive Software und Messmikrofon und je nach Farbausführung – bei etwa 10.000 Euro. Das ist jede Menge Geld. Man kann auch mit weit weniger eine musikalisch sehr anständige Kette zusammenstellen. Gleichwohl sehe ich dieses „Profi-Paket“ als vergleichsweise preiswert an. Warum?

Genelec 8260Nun, die Genelec 8260 ist ein Allroundtalent: Sie spielt breitbandig und neutral, hochauflösend, räumlich akkurat und vor allem verfärbungs- und verzerrungsarm, wozu nicht zuletzt das akustisch optimierte, hochsteife Aluminiumgehäuse sein Scherflein beitragen wird. Zudem ist sie sehr flexibel, denn dank der integrierten DSP-Steuerung wird nicht nur eine zielgerichtete Optimierung auf den individuellen Hörraum möglich, was vor allem Probleme mit Raummoden mildern helfen kann, sondern es sind auch hörgeschmackindividuelle (sich überwiegend, aber nicht ausschließlich tonal auswirkende) Setups einstellbar. Ja, es kann sogar sinnvoll sein, je nach Musikgenre/Aufnahme etwas zu variieren.

Dass man die Genelec digital ansteuern kann, erhöht sicherlich auch die Flexibilität, vor allem für den, der keine analoge Quelle betreibt – dann lässt sich eine analoge Vorstufe einsparen und die Box wird aus dem Laptop/Netzwerkplayer gefüttert. Eigentlich smart. Schade allerdings, dass die Finnen diesen Trumpf nur halb ausspielen, indem sie lediglich einen AES/EBU-Input anbieten, kein koaxiales S/PDIF, kein Toslink, keinen USB-Eingang. Folglich werden die meisten Kunden sich mit einem Formatkonverter/Adapter behelfen müssen. Bedauerlich ist zudem, dass der 8260 keine normale Fernbedienung beiliegt wie das beispielsweise bei Genelecs eigenen Syno-Subwoofer/Satelliten-Systemen der Fall ist. Die Pegelanpassung ausschließlich rechnergestützt über die GLM-Software zu ermöglichen, ist fürs Studio völlig okay, aber daheim doch etwas umständlich.

Steckbrief Genelec 8260:

  • Die 8260 spielt breitbandig und tonal neutral.
  • Im Bass geht es dank Aktivtechnik frappierend tief hinunter, dies ist nicht nur angesichts der Größe der Box beeindruckend. Qualitativ geben sich die unteren Lagen trocken, schnell und durchgezeichnet, und das bis untenhin. Nahtloser Übergang zum Mittenband.
  • Quantitativ bestimmt letztlich der Hörer die „Bassmenge“ – im eingemessenen Zustand empfand ich es bei den meisten Aufnahmen als sehr gut balanciert, bei manchen allerdings als etwas zu trocken-drahtig. Dank DSP lässt sich das hörgeschmackindividuell feinfühlig steuern.
  • Die mittleren und höheren Lagen sind eine Einheit, der Koax arbeitet bruchlos. Dieser Frequenzbereich wird sehr transparent, klar und aufgelöst präsentiert.
  • Artefakte- und verfärbungsfrei: Stimmen und Instrumente werden fast schon auffallend rein nachgezeichnet, Klangtexturen und -farben präzise offengelegt.
  • Grob- wie Feindynamik liegen auf preisklassenbezogen gutem Niveau. Bei sehr hohem Grundpegel können größere Boxen noch einmal lässiger mit Dynamiksprüngen umgehen, während es mit der 8260 dann etwas nach „Arbeit“ tönt – aber dergleichen kostet in der Regel auch mehr.
  • Die Genelec spielt räumlich sehr akkurat: Hohe Lokalisationsschärfe, löbliche Plastizität von Klängen und sehr gute Tiefenausleuchtung zeichnen sie aus.
  • Die Gene sind nicht zu verleugnen: Die 8260 wurde für Studios als „akustische Lupe“ konzipiert. Entsprechend korrekt klingt es. Manchen Genusshörer-Geschmack wird das nicht treffen.

Fakten:

  • Modell: Genelec 8260
  • Konzept: aktiver Drei-Wege-Kompaktmonitor, Bassreflex, Koaxialchassis, DSP-Wandler/Weiche
  • Preis: 8.798 Euro (Anthrazit), 9.678 Euro (Schwarz oder Weiß)
  • Abmessungen & Gewicht: 593 x 358 x 344 mm (HxBxT), 27,5 kg/Stück
  • Sonstiges: symmetrische analog und digital ansteuerbar, Höhen- und Bassfilter mittels rückseitiger DIP-Schalter, optional umfangreich über Software regel- und einmessbar (GLM-Set plus Mikro: 699 Euro, ohne Mikro: 279 Euro)
  • Garantie: 2 Jahre, bei Registrierung: 4 Jahre

Vertrieb:
Audio Export Georg Neumann & Co. GmbH
Pfaffenstraße 25 | 74078 Heilbronn
Telefon: 07131 – 2 63 60
eMail: info@audioexport.de
Web: www.genelec.de

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Test: Genelec 8260 | Aktivlautsprecher, Kompaktlautsprecher

  1. 5 Test-Fazit: Genelec 8260

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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