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Gamut Verstärker Audionet Pre 1 G3 Amp 1 V2 fairaudio

Inhaltsverzeichnis

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Gamut D200i

Und wenn das Beschriebene freilich nicht nur den Hochton betrifft, ist es nicht zuletzt gut an der Hi-Hat in „Landscape At Speed“ festzumachen: Konturiert umrissen, präzise (das Vermitteln der Anschlagsmomente, des Öffnens und Schließens der Cymbals), sprich keine Spur aufgeweicht/verwischt gerät es zum einen, zum anderen verwehren sich die Dänen jeglicher Strenge/künstlicher Härte und sind erfreulich weit, weit davon entfernt, die Hi-Hat zu einem eckig-stakkatohaft (und dabei nur scheinbar präzisen) vor sich hinzischelnden, porösen Etwas zu degradieren. Okay, eigentlich kein großes Kunststück, könnte man nun sagen, denn für solche Marotten haben viele deutlich preiswertere Amps ebenfalls nichts übrig, aber selbst einer meiner Lieblingsintegrierten, der übers gesamte Frequenzband äußerst reif und ausgewogen agierende Fonel Emotion, lässt es oben rum im unmittelbaren AB-Kontrast eben doch noch einen Tick kantiger, etwas krisseliger klingen.

Ja, mögen die Gamuts – sofern man denn unbedingt kopfig nach einer Einordnung sucht – die oberen Lagen tonal gar einen Tick dezenter oder weniger sprühend-elektrisierend hoerraum transportieren als man das von manch einem drahtig-crisp bis in die obersten Haarspitzen spielenden Gerät gewohnt sein mag und dort klangfarblich im Zweifelsfall eher zu Bronze denn zu Silber greifen: Der bei alledem stets tadellos luftig/offen agierende, seidig-feine Hochton unserer beiden schwarzen Dänen verströmt, gerade wenn es über meine präzise und feindynamisch zeichnenden Thiel CS 3.7, aber auch meine frisch upgedateten Sehring S703SE (die nun noch etwas zackiger, rhythmischer spielen) geht, schon etwas sehr reif-highendiges.

Auch beim sich anfänglich nur aus Gesang, Becken und ein wenig Gitarre zusammensetzenden Song „Be Serious“ von Robert Wyatt (Album: Comic Opera, 2007) ist das Gamut D3i/D200i-Duo in seinem Element: Abgesehen von der abermals sehr positiv ins Ohr fallenden Authentizität des Beckenklangs (hören Sie Schlagzeugern übrigens mal beim Fachsimpeln über Becken zu: Deren ebenso blumig anmutende wie komplexe Beschreibungen der Klangcharakteristika eines solchen Stück „Blechs“ steht dem wahrlich buntem Wortreichtum eines HiFi-Berichts in keinster Weise nach …) macht auch der Gesang in diesem Stück einiges her:

Robert WyattRobert Wyatt witzelte in einem Interview einmal, seine Stimme würde etwas von einem Hermaphroditen haben. Und in der Tat kann dieser aufnahmetechnisch eigentlich anstandslos eingefangene Song wohl nicht zuletzt aus diesem Grund schnell ins etwas blutarme, spröde kippen. Neben der über den gesamten Frequenzbereich vorherrschenden, jedwede Strenge/Gepresstheit konterkarierenden Geschmeidigkeit und Lockerheit sowie des härtefreien, sibilantenfreundlichen Hochtons trägt aus tonaler Sicht auch die eher einen Tick wärmer geratene Unterfütterung des Mittenbereichs dazu bei, dass Mr. Wyatts Stimme fast schon etwas Wohliges anhaftet …

Nun, ich deutete es ja bereits an: Das Gamut-Gespann weist, wenn man denn nach einem grundsätzlichen kleinen Zeigerauschlag sucht, tonal eine eher leichtThese New puritans ins vollmundig-warme tendierende denn schlank-drahtige Spielweise auf. So wird das von recht martialisch anmutenden, schweren Beats und zwischendrin sowas wie gesampeltem Dampfer-Tuten geprägte Stück „Three Thousand“ der experimentierfreudigen Briten These New Puritans etwas voluminöser, stämmiger gereicht als beispielsweise über eine überaus geradlinig agierende Audionet-Kombi (Pre 1 G3 inkl. EPS/Amp 1 V2) oder auch meinen bereits erwähnten Fonel Emotion Amp.

Das Gamut-Duo liefert mit Blick auf die tieferen Lagen ein kleines Bisserl mehr Fleisch am Spieß als es ein diätisch streng ausbalanciertes Menü wohl vorsehen würde – ein Charakterzug aber, der, um ihn näher einzugrenzen, in seiner Ausprägung eher unterschwellig wahrnehmbar ist denn dass er nun sofort ins Ohr fiele.

Ja, das dänische Verstärker-Gespann präsentiert die tieftonlastige Rhythmuswelt auf „Three Thousand“ ausnehmend druckvoll, mächtig und zudem gut durchhörbar, ist aber, passend zum geschmeidigen Charakter der mittleren und oberen Lagen, auch nicht darauf ausgelegt jeden einzelnen Beat – mit Blick auf die Preisklasse, in der wir uns befinden, soll’s schließlich auch um Feinheiten gehen – bis aufs Äußerste trocken zu legen. Die erwähnte Audionet-Kombi lässt es beispielsweise tonal etwas weniger mächtig-satt, weniger gehaltvoll und dadurch vielleicht ein kleines Bisschen nüchterner angehen, gibt die unteren Lagen letztlich aber definierter/akzentuierter und straffer wieder.

Gamut D200i

Zu guter Letzt: Das was unsere D3i/D200i-Combo im Verbund klangcharakterlich ausmacht, gilt im Grunde auch für die Einzelgeräte, welche ich über die Monate hinweg (die Gamuts hatte ich sehr zeitig bekommen) immer wieder mal mit anderen Geräten verbandelte (die Kombi aus Gamuts D3i und Audionets Amp 1 V2 ging unter anderem sehr gut) – die erwähnte kleine Extraportion Wärme/Substanz in den unteren Lagen geht dabei aber mehr auf die D200i-Endstufe als auf den Pre zurück.

Test: Gamut D3i und D200i | Vor-End-Kombi

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