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Fonel Renaissance | Benchmark DAC1 USB | Thiel CS 3.7 | Test fairaudio

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  1. 4 Fonel Renaissance | Benchmark DAC1 USB | Thiel CS 3.7 | Test fairaudio

Apropos „luftig“: Auch räumlich vermittelt der Fonel Renaissance durch die sehr präzise, aber dabei eben nicht gepresst, eng oder streng wirkende Lokalisierbarkeit einzelner Akteure ein – ja – schon außergewöhnlich angenehmes Gefühl. Okay, sauber verorten und generell für eine keine Fragen aufkommen lassende Bühnenabbildung sorgen können viele Geräte – der Fonel hat für mich im Vergleich zu den meisten Komponenten, die ich bisher gehört habe, in dieser Hinsicht aber dennoch etwas besonders Ohrenfälliges an sich:

clair obscureDiese unangestrengte, gänzlich unaufgesetzt wirkende Präzision, diese alles andere als überkandidelte, gleichsam sehr involvierende Präsenz von Stimmen – wie beispielsweise der des mit deutscher Sprache experimentierenden Franzosen Christophe Demarthe in Clair Obscures „Es War“ (Album: We Gave A Party For The Gods And The Gods All Came, 2008) – oder das einen höchst willkommenen Realismus aufkommen lassende Bühnengefühl in „Tuesday Wonderland“ des Pianotrios E.S.T. est tuesday wonderlandum den ja leider vor drei Jahren verstorbenen Esbjörn Svensson (Album: Tuesday Wonderland; 2006): Die räumlich offene, gänzlich breifreie, sehr stabil und straff gehaltene Präsentation des Renaissance lässt die Bühnendarstellung des in dieser Hinsicht auch im Vergleich zu teureren Geräten normalerweise keine Schwächen zeigenden Funk MTX (im Gegenteil, auch schwierigere Aufgaben, wie Transienten plastisch darzustellen, bewältigt der Berliner vorbildlich) tatsächlich ein bisschen gleichgemachter, undifferenzierter und weniger spannungsgeladen wirken.

Dass der Fonel Renaissance bei aller Spielfreude dennoch hoch aufgelöst und akkurat ans Werk geht, kann man sich nach dem bisher Gesagten fast schon denken, soll aber dennoch explizit Erwähnung finden – und wird beispielsweise bei der in Downloads erwähntem Outafter erzeugten, vielschichtigen Klangwelt deutlich: Hier finden sich viele kleine, ätherische, für die richtige Wirkung dieser Musik aber elementare Soundelemente – da summt, zischelt und vibriert so einiges, gerade in den oberen Lagen.

fonel renaissance

Diese Elemente werden aber nicht nur à la „irgendwie hört man da schon was“ in einer bloßen Klangwolke gereicht, sondern geraten auffallend unvernuschelt, eigenständig und nachverfolgbar – so transparent und dennoch gleichzeitig gänzlich unanstrengend vermeine ich diesen Song in Kombination mit meinen Audionet AMP Monos und den Thiel CS 3.7 (beides ebenfalls ausgemachte „Hochauflöser“ ohne unangenehme analytische Tendenzen) bisher noch nicht gehört zu haben …

Ja, auch wenn ich’s grundsätzlich für nicht ganz ungefährlich halte, Klangvergleiche aus der Erinnerung zu ziehen, so wage ich dennoch zu behaupten, dass Fonels Renaissance in Sachen Hochtonperformance aber auch Bühnenqualität so mit das Beste ist, was mir in meinem Hörraum mit Vorverstärkern bisher passiert ist.

Okay, und was passiert, wenn der interne D/A-Wandler des Fonel Renaissance auf den Plan tritt, sprich ich meinen Northstar USB dac32 aus dem Rack nehme und meinen mit Foobar bewehrten Laptop direkt an die USB-Schnittstelle unseres Probanden klemme?

clock dvaNun, der grundsätzliche Klangcharakter des Fonel Renaissance kommt im Grunde weiterhin so zum Tragen, wie beschrieben. Allerdings gefällt’s mir über den Northstar-Wandler (2.000 Euro; über eigene Treiber via Kernel-Streaming mit Foobar verbandelt), aber auch über einen Benchmark DAC1 USB (circa 1.400 Euro; ebenfalls via Kernel-Streaming/Foobar) schon noch besser: So kommt über die externen Wandler beispielsweise der eingangs in Clock DVAs „North Loop“ (Album Thirst, 1981, die in den 90ern als Elektroformation gewisse Erfolge feierende Combo startete mal als „Jazzkapelle“)nickle eye zu hörende Trommelwirbel „knackiger, definierter, dynamischer“ wie’s in meinen Notizen heißt und die Hi-Hat ein bisschen „sauberer, informativer, weniger kompakt, ausgearbeiteter“. Insbesondere der Northstar-DAC schafft eine sich schon merklich weiter öffnende, plastischere Bühnenillusion und der Benchmark stellt die in Nickel Eyes „Back From Exile“ und „Fountain Avenue“ (Album: The Time Of The Assassins, 2009) zu hörenden Metallsaiten einer Westerngitarre etwas geschmeidiger und einen Tick weniger grauschleierbehaftet dar.

Nun, die Unterschiede klingen so beschrieben auf den erstem Moment zwar fast drastisch, fallen aber, um die Kirche im Dorf zu lassen, im Vergleich zu manch anderen Komponentenquerchecks noch vergleichsweise gering aus. Dennoch hatte ich schon gehofft, mit der Fonel-Lösung klanglich mehr in die Nähe meiner „Externen“ zu kommen.

Test: Fonel Renaissance | Vorstufe

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