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Test-Fazit: Focal Aria 926

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Focal Aria 926

Bien joué, Focal! Von der ab und an geradezu plakativen Aufdringlichkeit ganz früher Varianten der Inverskalotte hat diese Inkarnation selbst in dieser recht preisgünstigen Implementierung nichts mehr geerbt. Dennoch schaffen es die Franzosen, die Lebendigkeit, die Focal beziehungsweise JM Lab schon immer Focal Aria 926ausgezeichnet hat, zu bewahren und sie dabei derart zu domestizieren, dass sie auch bei längerem Hören eher natürlich bleibt und nicht nervig wird – und der knurrig-kräftige Bass verleiht dem Klangbild insgesamt einen guten Schuss Wärme.

Die Französinnen lösen Klangstrukturen hervorragend auf und bilden Stimmen und Instrumente in einem wohlgeordneten Raum plastisch ab. Dem gesamten Klangbild haftet eine distinguierte Sanftheit an, die mich etwas an die Dynaudio Excite X38 erinnert. Im Bass kräftig, warm, dennoch präzise, in den Mitten durchsichtig und etwas leichter und im Hochton unaufdringlich, aber für die Preisklasse sehr gut auflösend, geben die Aria 926 den Allrounder mit Hang zur entspannten Analyse – jedenfalls eher als zum schwitzenden Rocker zu mutieren.

Jazz-Fans und Liebhaber elektronischer Minimal-Musik werden die Aria 926 besonders ins Herz schließen, Pop-Hörer und Klassikfans sich an unerhörten Einblicken erfreuen, und sogar Metal-Freaks werden die Schnelligkeit und Durchhörbarkeit der sonst oft irgendwie zu dichten „Wall of Sound“ bewundern. Allein Hardcore-Techno-Freaks und Menschen, die gerne tiefbassinduzierte Gläserwanderungen über den Wohnzimmertisch veranstalten, sollten sich nach Alternativen umsehen.

Oder aber doch mal ein Ohr riskieren – die Qualitäten der Focal könnten durchaus dazu geeignet sein, audiophil missionarisch zu wirken. In ihrer Preisklasse (und noch einige Hundert Euro darüber hinaus) schlägt sich die Aria 926 nicht nur klanglich formidabel, sondern bietet (trotz Folie statt Furnier) auch dem Auge und der Haptik etwas. Wer also auf einen lebendigen, transparenten und wohlgeordneten Klang mit einem Schuss charmanter Eleganz steht, dabei auf die wohnraumfüllende Wiedergabe der allerletzten Oktave im Tiefbass sowie markerschütternde Grobdynamik verzichten kann, sollte den Focal Aria 926 unbedingt eine Chance geben.

Focal Aria 926

Die Focal Aria 926 …

  • sind Allrounder mit Tendenz zur transparenten, unaufdringlichen Analyse – am meisten Spaß haben sie mir mit Jazz, Klassik und Minimal-Elektro gemacht.
  • verkneifen sich Härten, können bei Bedarf vollkommen ausreichend „drücken“, vor allem im Bereich so zwischen 50 und 100 Hz.
  • lassen die aller unterste Oktave nicht gänzlich aus dem Spiel, behandeln sie aber eher mit Feinsinn denn mit Gewalt, so dass für wohnzimmererschütterndes Heimkinovergnügen, so denn gewollt, ein Subwoofer ratsam wäre.
  • zeigen transparente, etwas leichter gehaltene Mitten mit ganz, ganz minimaler Betonung des oberen Mittenspektrums und lösen besonders im Hochton sehr gut auf, ohne (wie vor 15 Jahren noch) zur Stressigkeit zu tendieren.
  • erfreuen mit preisklassenbezogen sehr guter räumlicher Darstellung und zeitbezogener Homogenität, was zum realistischen Klangbild beiträgt.
  • sind grobdynamisch absolut gesehen eher zurückhaltend, brennen feindynamisch aber durchaus das ein oder andere Feuerwerk ab.
  • erinnern dank ihrer Homogenität und Schnelligkeit, dem Auflösungsvermögen, der tonalen Abstimmung und der grobdynamisch etwas zurückhaltenden Gangart fast schon an Flächenstrahler.
  • sind trotz Folie statt Furnier sehr ansehnlich gemachte Lautsprecher, die auch in Anbetracht der innovativen Treibertechnologie einen echten Gegenwert für den Kaufpreis bieten.
  • sind aufgrund der beiden Bassreflexöffnungen, von denen eine nach vorne und die andere nach unten abstrahlt, recht aufstellungsunkritisch.

Fakten:

  • Modell: Focal Aria 926
  • Konzept: passiver Dreiwege-Standlautsprecher, Bassreflex
  • Preis: 1.898 (Klavierlack-Finish: 2.098 Euro)
  • Maße & Gewicht: 205 x 1049 x 310 mm (BxHxT), 25 kg/Stück
  • Ausführung: Walnuss-Folie oder Klavierlack-Schwarz
  • Garantie: 10 Jahre für den Erstkäufer

Hersteller & Vertrieb:
Music Line Vertriebs GmbH
Hainbuchenweg 14–18 | 21224 Rosengarten
Telefon: 04105 – 77050
eMail: info@music-line.biz
Web: www.music-line.biz

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Test: Focal Aria 926 | Standlautsprecher

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Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: J. Sikora Initial Tonarm: Kuzma Stogi Reference S12 VAT Tonabnehmer: Transrotor Figaro

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann (DAC/Pre) Streamer: Auralic Aries, MacBook Pro

Vollverstärker: Linn Classik Movie II (Surroundverstärker)

Vorstufen: Hochpegel: Linnenberg Telemann (DAC/Pre) Phonoverstärker: Neukomm MCA112S

Endstufen: Linnenberg LIsZT Stereo

Lautsprecher: Qin Prestige Three, Nubert NuPro A100

Kopfhörer: AudioQuest Nighthawk, AKG N60 NC Wireless

Kopfhörerverstärker: ifi iDSD nano, Meier Audio Corda Classic

Kabel: Lautsprecherkabel: Gutwire Chime 3, Fastaudio Black Science NF-Kabel: Gutwire EON-Z, Gutwire Synchrony 2 SE, Audioquest Yukon, fastaudio Black Science Phono), Graditech Kide 3 und Kide 1 Digitalkabel: JIB Boaacoustic Silver Digital Xeno USB, AudioQuest Vodka und Cinnamon Ethernet, AudioQuest Carbon RCA, Graditech Kide Digital RCA Netzkabel: Audioquest Tornado, Gutwire SV-8, Gutwire G Clef 2, AudioQuest NRG-2 Sonstiges: Erdungskabel Gutwire Ultimate Ground

Rack: Roterring Belmaro 33 Customized

Zubehör: Stromfilter: Tsakiridis Super Athina Sonstiges: YDOL Relax 60 und fastaudio Absorber, Acoustic System Resonatoren, The Gryphon De-Magnetizer

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 24,5 m² Höhe: 2,7 m

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