
Test: Esprit Audio Celesta, Eterna und Aura | Lautsprecherkabel
Charakterfest
von Joerg Dames
Im Test: Esprit Audio Celesta, Eterna und Aura - Lautsprecherkabel
UVP zum Testzeitpunkt: Esprit Audio Celesta - 1.400 Euro (2x3 m) | Esprit Audio Eterna - 2.550 Euro (2x3 m) | Esprit Audio Aura - 4.050 Euro (2x3 m)
Esprit? Habe ich da unten links im Schrank nicht noch einen alten Pullover? Okay, ich gebe zu, dass mir die französische HiFi-Manufaktur Esprit Audio bis vor Kurzem auch kein Begriff war. Dabei gibt es sie schon seit 1997 und Firmengründer Richard Cesari ist nach wie vor an allen Entwicklungen beteiligt. Man vernachlässigte aber mehr oder weniger den deutschen Markt – und will nun genau das ändern. Vielleicht hat dieser Sinneswechsel auch damit zu tun, dass Esprit seit einiger Zeit neben Kabeln auch Lautsprecher in Eigenregie entwickelt und fertigt. Ein ebenfalls spannendes Thema, dem wir uns noch gesondert widmen werden, hier und heute geht es um die Leitungen vornedran: nämlich um die brandneuen Lautsprecherkabel Esprit Audio Celesta, Eterna und Aura aus der G10-Kabelserie (https://www.hifi-mg.de/).
Ein weiterer Kabelhersteller, so what? Stimmt einerseits. Andererseits machen Verarbeitung, Technologie und in gewissem Rahmen auch die Fertigungstiefe schon neugierig. Und: Ich verspreche Ihnen, dass der Hörtest interessante Überraschungen bietet.
Sauber + solide: die Verarbeitung

Starten wir mit der Verarbeitung: Nein, ich gehöre nicht zu den Hörern, die Wert darauf legen, dass ausgerechnet Lautsprecherkabel mit irgendwelchem Bling-Bling aufwarten. Zwei meiner Lieblingskabel – das Kimber Carbon 16 und das WSS Platin Line LS4 – sehen so unscheinbar aus, wie Kabel eben aussehen können.
Die Esprit Audio Celesta, Eterna und Aura muten da schon extrovertierter an, fallen aber weniger mit irgendwelchen Nonsense-Gimmicks auf als schlichtweg mit guter Verarbeitungsqualität: so etwa mit Blick auf die Konfektionierung, den Mantel, die Stecker mit Aluminiumgehäusen und versilberten Kupferkontakten (5 μm Silberschicht beim Celesta, 10 μm beim Eterna und Aura), die Aluminium-Splitter sowie die Festigkeit der gesamten Konstruktion, wobei der Biegeradius praktischerweise dennoch unter sieben Zentimetern liegt. Einziger Kritikpunkt: Insbesondere beim Aura könnte man für den Preis auch schon Reinsilberstecker erwarten, womöglich aber gehört die Versilberung klanglich zum festen Konzept der Franzosen.
Kabelsplitter mit Inhalt

Ha, Aluminiumsteckergehäuse und vor allem -splitter, das ist doch aber schon reine Show? Ein bisschen bestimmt. Esprit Audio sagt dazu, dass Aluminium insbesondere ein hervorragendes Material sei, um unerwünschte HF-Einwirkungen zu dämpfen. Überdies beinhalten die Kabelsplitter Ferritelemente, ein alter, aber wirkungsvoller Hut zur Signalreinhaltung, dem allerdings nachgesagt wird, die Dynamik zu bremsen. Zumindest in hohen Dosen, doch Esprit ummantelt damit ja nicht das ganze Kabel, sondern geht sparsam zur Sache – wir werden hören.
„Feldarbeit“ mit dem dielektrischen Polarisationssystem
Das Celesta ist ohne. Das teurere Eterna und das noch teurere Aura sind mit. Mit ohne was? Na, dem dielektrischen Polarisationssystem, vulgo: Batteriekästchen am Kabel, das ein elektrisches Feld generiert, um zum einen externe Hochfrequenzeinflüsse zu eliminieren, zum anderen die Isolierungen und Dielektrika der Kabel elektrostatisch zu polarisieren. Warum das? Weil mithilfe dieses Felds durch das Musiksignal hervorgerufene Polarisierungen der Dielektrika einschließlich daraus resultierender Verzerrungen im Zaum gehalten werden können.

Das Ganze dient also dem Ziel der Signalreinheit. Und genau: Man kennt das beispielsweise auch von AudioQuest, die Amerikaner arbeiten aber mit deutlich höherer Spannung (72 Volt). Wer hat da abgeguckt und wer hat’s erfunden? Ich weiß es nicht und frage Esprit Audio: „Wir entwickelten unser dielektrisches Polarisationssystem bereits 1998, inspiriert von einem Artikel in der französischen Zeitschrift L’Audiophile aus dem Jahr 1988, der die Polarisation eines Telefonkabels vorschlug. Wir haben das Konzept von Anfang an modernisiert und verwenden unter anderem eine Polarisationsspannung von 12 Volt, da alle unsere Hörtests gezeigt haben, dass zu hohe Spannungen die Mitten und Höhen glätten und letztlich die musikalische Natürlichkeit beeinträchtigen.“
Ein elektrisches Feld benötigt im Gegensatz zum magnetischen Feld übrigens keinen Stromfluss, Batteriewechsel sind daher selten nötig, da spielt die Selbstentladung eine größere Rolle. Per Knopfdruck und einer kleinen LED am Kästchen lässt sich überprüfen, ob noch genügend „Saft“ vorhanden ist.
Querschnitt, Asymmetrie und feine Litze – die Architektur der Esprit-Lautsprecherkabel

Mit Blick auf die Materialien und Geometrie der Kabel schwören die Franzosen laut Eigenaussage auf eine proprietäre asymmetrische dielektrische Architektur, die man seit der Gründung des Unternehmens kontinuierlich weiterentwickle. Ein im Vakuum aufgebrachtes, vergleichsweise festes PVC-Dielektrikum werde dazu mit einem weichen, flexiblen Silikon-Dielektrikum kombiniert, womit man gleichzeitig eine gewünschte mechanische Dämpfung erziele.
Zu tiefergehenden Informationen über die Verseilgeometrien sowie die Schirmung hüllt sich Esprit Audio in Schweigen, nennt dafür aber genaue Details zu den Leiterquerschnitten und -strukturen: Die Gesamtquerschnitte deklarieren die Franzosen mit vier Quadratmillimetern beim Celesta sowie jeweils sechs Quadratmillimetern beim Eterna und Aura, wobei es nicht bloß um den schieren Querschnitt und den reinen ohmschen Widerstand gehe, betont Esprit Audio, sondern nicht zuletzt um Verzerrungsarmut, Bassgüte und „dynamische Kontrolle“.

Und während etwa Hersteller wie AudioQuest Solid-Core-Leitungen favorisieren, sind die Esprit-Lautsprecherkabel als versilberte Litzen konzipiert: Die Leiterstrukturen umfassen Kombinationen aus bis zu 1.279 Einzeldrähten (Aura) mit Durchmessern von 0,08 mm und 0,30 mm, die Leiter sind dadurch bewusst asymmetrisch konzipiert. Solch feine Einzeldrähte sollen laut Esprit Audio gerade der Qualität der Hochtonübertragung von Litzenkabeln zugutekommen.
Hörtest & Vergleiche: Esprit Audio Celesta, Eterna und Aura
In Sachen Lautsprecherkabel bin ich durchaus verwöhnt: Mein Kimber Carbon 16 (5.200 Euro) zählt gerade auch wegen seiner herrlich luftigen, gleichzeitig wunderbar härtefreien Hochtonübertragung (sehr lange Einspielzeit) nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingskabeln und das WSS Platin Line LS4 (990 Euro) ist zwar in einer ganz anderen Preisklasse zu Hause, aber immer noch eine Bank in Sachen Homogenität.

Und zwischendrin darf ich highendige Kabel wie das AudioQuest Brave Heart (5.649 Euro) oder Nordost Tyr 2 (12.170 Euro) testen oder von anderen Kollegen getestete Exemplare wie das Audioplan Faraday U (7.200 Euro) oder das WSS Premium Line LS100 (2.680 Euro) intensiv anhören. Dennoch sind die Esprit-Audio-Lautsprecherkabel für Überraschungen gut, wie wir noch hören werden.
Und da ich wie bei jedem Zubehörtest bereits skeptische Leserbriefe wittere: Ja, natürlich sind die Klangunterschiede bei Lautsprechern oder Verstärkern deutlicher, das bitte ich beim Lesen dieses Tests natürlich wie immer zu berücksichtigen. Dennoch empfinde ich die akustischen Fingerabdrücke der unten aufgeführten Lautsprecherkabel als so signifikant, dass es ein Leichtes sein sollte, meine Testaussagen zu Hause zu überprüfen. Nichts kann man bequemer beim Fachhändler des Vertrauens ausleihen und für ein Wochenende daheim austesten als Kabel – Probieren geht über Studieren. Aber kritisch schreiben können Sie mir natürlich so oder so …
Starten wir in den Hörparcours und schnappen uns zuerst das Esprit Aura – danach arbeiten wir uns mit dem Eterna und dem Celesta schrittweise nach unten, wobei „unten“ überhaupt nicht vorurteilend gemeint ist, das teuerste Kabel ist selbstverständlich nicht immer das beste und schon gar nicht das passendste für die eigene Anlage beziehungsweise den eigenen Geschmack. Ein Umstand, der sich, so viel sei schon verraten, auch mit Blick auf die Esprit-Lautsprecherkabel wieder bewahrheiten wird.

Die „Superkraft“ des Esprit Audio Aura …
Kommen wir gleich zu des Pudels Kern: Weist das Esprit Audio Aura besondere Stärken auf – und welche wären das? Das Aura hat auf diese Frage eine ganz klare Antwort:
Stellen Sie sich einen im Mittelhochtonbereich dicht arrangierten Song vor, der mit Hi-Hat, Becken, Gitarren und Gesang eine herrliche Wall of Sound mauert, die ob der vielen Obertöne aber auch schnell diffus oder neblig wirken kann. Das Esprit Aura ist geradezu ein Meister darin, hier für Klarheit und Übersicht zu sorgen: Ich kenne kaum ein Kabel, das derart ausgeprägt den berühmten schwarzen Hintergrund sowie quellwasserklare Klangfarben und Kontraste befördert. Einzelne Klangelemente wirken dadurch auch räumlich auffallend klar fokussiert, die Ortungsschärfe gerät noch unmissverständlicher, das ganze Bühnenbild, ja die gesamte Musik eingängiger, als ob das Hirn beim Hören weniger arbeiten müsste, um störenden Grissel herauszurechnen. Das Esprit Aura weckt in dieser Sache bei mir tatsächlich Assoziationen an einen verzerrungsarmen Studiomonitor, der ein auffallend aufgeräumtes Klangbild liefert.
Ich weiß, ähnliches Lob sprach ich seinerzeit meinem Kimber Carbon 16 und dem Brave Heart von AudioQuest zu. Aber: Das Esprit Audio Aura bietet überraschenderweise eine weitere Steigerung und scheint Musik tatsächlich mit noch weniger „Beiklang“ zu übertragen. Stimmen, Instrumente, ja: die ganze Abbildung muten noch freigelegter und sauberer ausgearbeitet an. Ohne dass es dabei irgendwie übertrieben seziererisch oder klinisch zuginge. Nein, vielmehr selbstverständlicher.
Tiefgründig? Die Basswiedergabe

Gerade die besonders klare und neutrale Mittenwiedergabe sowie die Räumlichkeit profitieren von der beschriebenen „Superkraft“ des Esprit Audio Aura, aber auch der Bass gefällt: Den lässt das Aura nämlich qualitativ so unberührt, wie man das von highendigen Kabeln erwartet, ich höre keinerlei Tendenzen heraus, weder in Richtung „Aufweichen“ noch in Richtung „künstliche Kantigkeit“. Quantitativ, sprich mit Blick auf die Basstiefe und -schwärze, würde ich das Aura in seiner Klasse sogar als leicht überdurchschnittlich einstufen. Dass mein Kimber Carbon 16 im Vergleich tiefe Bässe etwas leichtgewichtiger, weniger druckvoll darstellt, hatte ich eh erwartet, aber auch das AudioQuest Brave Heart oder das Audioplan Faraday U können sich tieftonseitig nicht wirklich absetzen, wenn nicht sogar das Aura leicht die Nase vorn hat.
Glamourfrei: der Hochton
Eine kleine Tendenz erlauben sich die ansonsten der Ehrlichkeit so verpflichteten Franzosen aber dann doch: In Richtung Superhochton dimmt das Esprit Audio Aura leicht ab. Noch den allerletzten ätherischen Obertonschimmer zu erhaschen, wie das etwa mein Kimber vermag, ist die Sache des Aura nicht. Es erinnert hier im ersten Moment an das Brave Heart, der amerikanische Binder wirkt insgesamt aber etwas erdiger, gefälliger als das Esprit Audio Aura. Warum? Nun, der Hochton des Aura mutet zwar nicht maximal luftig an, dennoch auch keineswegs gedeckelt oder zurückgenommen, vielmehr klingt es obenrum unverfärbt prägnant.

Ja, die Höhen wirken unterm Strich grundsätzlich straight-neutral, ein Eindruck, der sich durch das Fehlen des allerfeinsten Superhochton-Seidenglanzes und eine daraus resultierende „Kernigkeit“ hörpsychologisch vielleicht sogar verstärkt. Aber auch ein Eindruck, der selbst über sehr hochauflösende, unmissverständlich tönende Lautsprecher wie die wunderbaren Canton Reference 5 GS (demnächst im Test) keinerlei Stressreaktionen beim Hörer auslöst. Das Esprit-Aura-Lautsprecherkabel tönt zwar durchaus knackig und prononciert, aber – siehe oben – einfach viel zu klar und rein, um künstliche Schärfen oder Härten einzutragen. Sein Hochtoncharakter erinnert ebenfalls an ein hochwertiges Tool im professionellen Studioumfeld, das ohne unnötigen Zierrat aufzeigt, was ist.
Bruder auch im Geiste: das Esprit Audio Eterna
Das Esprit Audio Eterna ähnelt dem Aura nicht nur äußerlich, sondern auch klanglich derart, dass ich es mir leicht machen kann. Mit Blick auf dessen „Superkraft“ gilt alles, was ich zum Aura schrieb, nur, dass das Eterna an den Frequenzenden etwas begrenzt: Basstiefe und -schwärze nehmen leicht ab, sind aber nichtsdestotrotz auf einem so guten Niveau, dass ich das fast als vernachlässigbar empfinde, das müssen die anhängigen Lautsprecher erst mal aufzeigen können. Ins Leichte wie bei meinem Kimber oder gar Schlanke driftet die Tonalität mit dem Eterna jedenfalls nicht.

Als entscheidender empfinde ich da schon den Hochton, der zwar ebenfalls vorbildlich sauber, aber in Sachen Ätherik und Luftigkeit noch zurückhaltender agiert als beim Aura. Also spielt das Eterna milder und wärmer? Das Interessante ist: nein.
Der Hochton wirkt vielmehr noch stärker aufs Wesentliche konzentriert und kerniger, er tönt keineswegs hart oder scharf, wird aber eben nicht von feinpolierenden Obertönen aus dem Superhochtonbereich umschwärmt, die ihn besonders feinpixelig, locker oder glänzend erscheinen lassen. Dirk Voßekaul vom deutschen Esprit-Vertrieb sagte mir in einem Telefonat, dass das Eterna gerne von Röhrenelektronik-Besitzern gekauft werde.
Das glaube ich gerne: Wer einer reichhaltigen, womöglich diffusen Obertonwelt eine Spur Ordnung und klare Kante (nicht zu verwechseln mit Schärfe) antrainieren möchte, der ist mit dem Eterna bestimmt ziemlich gut bedient. Mit dem noch etwas feingeistigeren und für meinen Geschmack noch allroundigeren Aura natürlich ebenso – hier entscheiden Hörgeschmack und Geldbeutel.
Ein ganz eigener Charakter: Esprit Audio Celesta

Und das Esprit Celesta? Same same but different? Nun, es kommt ohne das batteriebetriebene dielektrische Polarisationssystem – überdies mit sichtbar weniger Kabelquerschnitt. Und ist auch klanglich wie aus einer anderen Familie: Ja, das Celesta könnte eher der kleine Bruder meines Kimber Carbon 16 sein als von den Geschwistern Eterna und Aura. Zurückhaltend im Bass und nicht nur für seine Preisklasse ganz wunderbar offen und luftig im Hochton, luftiger und ätherischer als die großen Brüder.
Natürlich überträgt das Carbon 16 die Musiksignale noch bassstärker, noch offener und – wie sollte es bei dem Preisunterschied anders sein? – vor allem auch klarer und reiner, mit den Amis herrscht weniger Diffusität. Trotzdem: Obwohl meine Kette eher leicht ins Schlanke denn ins Bassbetonte tendiert, macht mir auch das Celesta auf Anhieb Spaß. Und ich denke: Wie viele Hörer haben zu Hause mit einem womöglich aufdringlichen Bass und stumpfen Höhen zu kämpfen? Das Esprit Audio Celesta könnte für solche Fälle eine weitaus geeignetere Lösung sein als vielfach teurere Lautsprecherkabel. Ich weiß, dass es dazu auch anderslautende Meinungen gibt, aber ich denke, dass Kabel eine ganz wunderbare Lösung sein können, um puristisch analog und ohne DSP-Eingriff (dessen künstliche Manipulation man unterschwellig eben doch wahrnimmt) zu einem ausgewogenen Sound zu kommen.
Mein WSS Platin Line LS4 spielt in einer ähnlichen Preisklasse wie das Esprit Celesta, schließen wir es für einen abschließenden Vergleich an die Canton Reference 5 GS an: Der angenehme, balancierte, ausgewogene, zu keinen wirklichen Tendenzen neigende Charakter des WSS gefällt mir sofort – und ich verstehe, warum ich mir dieses Lautsprecherkabel vor vielen Jahren kaufte. Tieftonseitig entwickelt das WSS einen soliden Druck, der sogar mit teureren Kabeln mithalten kann, die schöne flirrende, lockere (ohne künstliche Zischeleien oder Härten!) Luftigkeit des Esprit Audio Celesta entwickelt es aber nicht.
Test-Fazit: Esprit Audio Celesta, Eterna und Aura
Ein sehr spannender Test mit einigen Überraschungen. Kommen wir gleich auf den Punkt: Erstens überraschen sowohl das Esprit-Aura- als auch das Esprit-Eterna-Lautsprecherkabel mit einer Art von Übertragungsqualität, die ich in dieser Ausprägung nicht erwartet hätte: Diese besondere Aufgeräumtheit der Abbildung und diese auffallend artefaktefreie, klare Sicht aufs Geschehen liefern sämtliche anderen mir bekannten Lautsprecherkabel nicht. Das hat übrigens nicht die Bohne was mit „unangenehmer Analytik“ zu tun, sondern mit Unverstelltheit. Zweitens überrascht das preisgünstigere Esprit Celesta, indem es aus dem Familienklang bewusst auszuscheren versucht: Schlanker abgestimmt, setzt es zudem weniger auf besonders auffallende Klarheit oder Aufgeräumtheit als vielmehr auf eine Offenheit und Luftigkeit, die nicht nur für die Preisklasse als echtes Highlight durchgeht.
Trotz der leichten Dezenz des Aura im Superhochtonbereich und der in dieser Sache noch etwas ausgeprägteren Zurückhaltung des Eterna taugen auch die beiden teureren Lautsprecherkabel nicht zum Abmildern oder gar Abdunkeln des Sounds. Wer so etwas sucht, ist hier falsch. Mit ein bisserl synästhetischer Fantasie erinnern das Aura und Eterna vielmehr an hochwertige Studiomonitore, die – mit Ausnahme des letzten ätherischen Obertonglanzes – schlichtweg aufzeigen, was ist. Und das Esprit Celesta hat das Zeug, zum preisgünstigen Wundermittel für etwas zu warme oder gar muffige Audioketten zu avancieren, hier lohnt unbedingt ein Versuch, sprich eine Ausleihe beim Fachhändler, bevor man womöglich deutlich teurere Veränderungen an seiner Anlage vornimmt.
Fakten & Preise:
Esprit Audio Celesta
- Konzept: Lautsprecherkabel
- Konfektionierung: versilberte Bananas und Spades auf Kupferbasis
- Preise: ab 1.020 Euro (2 × 2 Meter), 1.400 Euro (2 × 3 Meter)
- Leiter: versilberte Kupferlitze aus Einzelleitern mit Durchmessern von 0,08 mm (Anzahl: 796) und 0,30 mm (Anzahl: 57)
- Gesamtquerschnitt: 4 mm²
- Garantie: lebenslang
Esprit Audio Eterna
- Konzept: Lautsprecherkabel
- Konfektionierung: versilberte Bananas und Spades auf Kupferbasis
- Preise: ab 1.830 Euro (2 × 2 Meter), 2.550 Euro (2 × 3 Meter)
- Leiter: versilberte Kupferlitze aus Einzelleitern mit Durchmessern von 0,08 mm (Anzahl: 1.194) und 0,30 mm (Anzahl: 85)
- Gesamtquerschnitt: 6 mm²
- Garantie: lebenslang
Esprit Audio Aura
- Konzept: Lautsprecherkabel
- Konfektionierung: versilberte Bananas und Spades auf Kupferbasis
- Preise: ab 2.870 Euro (2 × 2 Meter), 4.050 Euro (2 × 3 Meter)
- Leiter: versilberte Kupferlitze aus Einzelleitern mit Durchmessern von 0,08 mm (Anzahl: 1.194) und 0,30 mm (Anzahl: 85)
- Gesamtquerschnitt: 6 mm²
- Garantie: lebenslang
Weitere Informationen auf der Website des deutschen Vertriebs
MoJu Hifi Telefon: +49 (0) 171 957 38 69
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