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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Balanciert
  2. 2 Equilibrium Idea S8: Höreindruck & Vergleiche

Obwohl gar nicht so lange her, erscheint mir die Zeit, als HiFi-Messen so normal waren wie Händeschütteln oder volle Fußballstadien, fast wie ein früheres Leben. Einfach so kam man zusammen, hörte sich Gutes oder weniger Gutes an und stieß dabei hin und wieder auf interessante Geräte und Marken, die es bis dahin tatsächlich geschafft hatten, unter dem eigenen Wahrnehmungsradar zu bleiben.

Erstkontakt

So erging es mir mit dem aus Zielona Gora im Westen Polens stammenden Lautsprecherhersteller Equilibrium (Vertrieb: www.hgfa.de). Obwohl es keineswegs mein erster Besuch der jährlich stattfindenden Audio-Video-Show in Polens Hauptstadt war, hatte ich Equilibrium, was bekanntlich Gleichgewicht bedeutet, bis dato nicht auf dem Schirm. Das sollte sich ändern.

Es war zwar keineswegs so, dass in Warschau ein Mangel an Vorführungen hierzulande unbekannter Lautsprecher geherrscht hätte, doch Equilibriums Schallwandler strahlten schon beim ersten Hinsehen etwas angenehm Vertrautes aus. Das Design, obwohl breiter als tief, wirkt harmonisch, die Farben frisch und modern. Das Finish, die Oberflächen, selbst die Spaltmaße der eingebauten Chassis können mit besten internationalen Standards mithalten. Gerade in diesen Punkten offenbarte ein nicht geringer Teil der ausstellenden kleineren Hersteller Optimierungsbedarf. Die auf einer HiFi-Messe sicher noch wichtigere klangliche Bewährungsprobe wussten die aufspielenden Idea S8, obwohl die kleinsten und mit 6.990 Euro pro Paar günstigsten der aus drei Standlautsprechern bestehenden Idea-Serie, ebenfalls zu meistern.

Equilibrium Idea S8 - Lautsprecherpaar

Equilibrium Idea S8

„Ihr Klangbild basierte auf einem bemerkenswert festen Tiefton, dessen knackiger Punch großes Spaßpotenzial verhieß“, stand im Messebericht zu lesen und auch noch: „Wie bei den edlen Chassis nicht anders zu erwarten, zeichneten Mitten und Höhen besonders detailliert und gut aufgelöst, ohne dabei je überbrillant oder gar harsch zu klingen.“ Mein abschließend geäußerter Wunsch nach einem Vertrieb dieser Lautsprecher für Deutschland sollte sich ungewöhnlich rasch erfüllen, da Jörg Klein von Hörgenuss für Audiophile sich bei seinem Besuch in Warschau ebenfalls vom besonderen Potenzial der Schallwandler angesprochen fühlte. Womöglich könnte es mit Equilibrium gelingen, selbst Interessenten, deren Fokus eher auf modernem Design liegt, waschechtes High-End ins Wohnzimmer zu stellen? Einen Versuch ist es Wert – seit diesem Sommer befindet sich Equilibrium im Hörgenuss-Portfolio.

Konzept & Technik

Und so kommt es, dass die Equilibrium Idea S8 sich nun zwecks intensiverer Begutachtung in meinem Hörraum eingefunden hat. Unser Testobjekt ist ein geschlossener Dreiwegelautsprecher, bei dem die Verwendung moderner Treiber- und hochwertiger Weichentechnik die besondere Würze ausmacht. Wobei die 8-Zoll-Basschassis von SB Acoustics mit mineralgefüllten Polypropylenmembranen noch am konventionellsten erscheinen. Die für den Mittelton verwendeten 6 Zoll großen Keramikchassis von Accuton finden sich dagegen auch in Schallwandlern so exquisiter Marken wie Gauder Akustik oder Marten Acoustics. Ein Sonderangebot sind diese Treiber sicherlich nicht.

Die Equilibrium Idea S8 verwenden für den Mittelton Keramiktreiber von Accuton

Die Equilibrium Idea S8 verwenden für den Mittelton Keramiktreiber von Accuton

Für extrem teure Diamanthochtöner war das Budget dann vermutlich doch etwas zu eng, aber man entschied sich für das zweithärteste Membranmaterial nach gepresstem Kohlenstoff und gönnte den Idea S8 feine Beryllium-Kalotten von SB Acoustics für den Hochtonzweig.

Beryllium-Kalotten von SB Acoustics betreuen bei den Equilibrium Idea S8 den Hochtonzweig

Beryllium-Kalotten von SB Acoustics betreuen bei den Equilibrium Idea S8 den Hochtonzweig

Auf der zweiteiligen, freiverdrahteten Frequenzweiche tummeln sich Bauteile von Mundorf und Jantzen Audio. Für diesen Einsatzzweck dürften sich wohl schwerlich Hersteller mit höherer Reputation finden lassen. Anschluss erhalten die etwas über einen Meter hohen Idea S8 über Terminals von WBT in Plasma-Protect-Technik.

Die Frequenzweiche der Equilibrium Idea S8

Die zweiteilige Frequenzweiche der Equilibrium Idea S8

Die innen mehrfach versteiften Gehäuse sind leicht geneigt, um ein zeitrichtiges Verhalten aller Chassis zu gewährleisten. Sie werden mit engen Toleranzen bis auf den zehntel Millimeter genau gefertigt, was auch ihrer Steifigkeit zugutekommen soll. Löblicherweise liegt das Augenmerk der Equilibrianer auch auf vermeintlichen Kleinigkeiten: So werden etwa alle Treiber über metrische Gewindebuchsen verschraubt, da man einfach ins Holz gedrehten Schrauben kein gleichbleibend festes Drehmoment zutraut. Zudem kommen für die interne Verkabelung nur Kabel aus langkristallinem OFC6N-Kupfer zur Anwendung. Alle Kabelverbindungen werden von Hand verlötet und nicht gesteckt, was bei hochwertigen Lautsprechern eigentlich selbstverständlich sein sollte – tatsächlich wird aber an genau dieser Stelle oft gespart. Die handwerkliche Güte, die Equilibriums Schreiner und Lackierer abliefern, darf man gut und gerne als „Möbelqualität“ bezeichnen, wobei ich hier an gehobenes Mobiliar denke und nicht an nordländische Selbstaufbauprodukte.

Unsere Testlautsprecher kommen in mattem, leicht metallisiertem Lack, was gerade im gewählten „Galatea“ besonders chic wirkt, weil der Farbton je nach Lichteinfall von grünlich bis sandfarben zu changieren scheint. Dem Kunden stehen sämtliche Farben der RAL-K7-Farbpalette zur Auswahl und natürlich wird neben dem matten auch ein glänzendes Lackfinish angeboten. Auf Wunsch und für einen zehnprozentiger Preisaufschlag sind drei Echtholzfurniere (Nussbaum, Eiche, Kirsche) erhältlich. Bei dieser Auswahl sollte wohl für jeden etwas dabei sein.

Standfuß der Equilibrium Idea S8

Standfuß der Equilibrium Idea S8

Etwas Kritik muss sich allerdings die Basis der Idea S8 gefallen lassen. Nicht, dass sie den Schallwandlern keinen kippelfreien Stand böte, dafür sorgen vier Füße aus POM, die mit M8-Schraubgewinden in eine schwarz lackierte MDF-Bodenplatte eingelassen sind. Doch die Platte selbst hätte durchaus etwas stabiler und größer ausfallen dürfen, ja, eigentlich fände ich eine Outrigger-Lösung sogar noch besser.

Equilibrium Idea S8: Höreindruck & Vergleiche

Jörg Klein beschreibt die Idea S8 als unprätentiöse Allrounder, die nicht auf megateure Elektronik angewiesen sind. Tatsächlich liefen sie im Warschauer Showroom schon am kräftigen Röhren-Vollverstärker Cronos Magnum III von Rogue, der in den USA für etwa 3.000 Dollar zu haben ist, zu klanglicher Klasse auf. Das erstaunt, wenn man weiß, dass der Wirkungsgrad der Equilibrium mit 85 dB/W/m eher durchschnittlich ausfällt. Die Impedanz wird mit 4 Ohm angegeben, soll sich aber nennenswerte Ausschläge in noch tiefere Regionen weitgehend verkneifen, was einer Paarung mit Röhrenverstärkern zupasskommt. Kleinleistungstrioden und ähnliche Exoten darf man aber dennoch getrost vergessen. Ab stabilen 30 Watt wird es interessant.

Equilibrium Idea S8, oberer Teil, perspektivisch

Die angelieferten Lautsprecher sind völlig jungfräulich und dies bedeutet im Allgemeinen, das ausreichend Einspielzeit investiert werden muss. Tatsächlich erfordern die Idea S8 in diesem Punkt mehr Geduld als üblich. Noch nach etlichen Wochen zeigt das Klangbild Veränderungen, die von einem präsenzbetonten, crispen Tonfall hin zu einem immer homogener werdenden führen. Am Ende der Einspielphase angelangt, erstaunt mich, wie einheitlich sich die Chassis klanglich aufführen, wobei sich ausgerechnet der Beryllium-Hochtöner nicht, wie ich es befürchtet hatte, als ungezügelter Heißsporn, sondern als kultivierter Vertreter seiner Gattung erweist.

Tiefe Töne

Karl Seglem - Nordic BalmAngesichts der Konzeption als geschlossene, nicht allzu große Box spielt die Equilibrium überraschend tief hinunter, kann aber natürlich nicht mit echtem Schub im Subbass aufwarten. Dafür generiert sie ein präzise-griffiges Tieftonabteil und macht in meinem Hörraum ab den mittleren Basslagen vernünftig Pegel, wobei sie ohne hörbare Anfütterung im Oberbassbereich auskommt. Den Bass auf „Solhaug“ von Karl Seglem (Album: Nordic Balm; auf Amazon anhören) kann die Idea S8 tieftonseitig dann auch ohne nennenswerte Unsauberkeiten oder gar Dröhnneigung reproduzieren. Wenn die Aufnahmen es hergeben, reicht es für wohlige, kleine Zwerchfellmassagen. Große Schallwandler wie meine Acapella La Campanella (circa 20.000 Euro) bieten natürlich noch mehr Tiefgang, Schalldruck und Souveränität, was aber nicht von der Tatsache ablenken darf, dass Equilibriums flach bauende S8 mit einem ziemlich erwachsenen Bass fürs effektiv vorhandene Gehäusevolumen punkten kann.

Equilibrium Idea S8 - Seiten- und Rückansicht

Equilibrium Idea S8 – Seiten- und Rückansichten

Der Kickbass, in Warschau nicht unerheblich am guten Gesamteindruck beteiligt, kann sich gleichfalls sehen lassen. Marcus Millers Fender-Jazz-Bass auf „Papa was a Rolling Stone“ (Album: Afrodeezia) bekommt dank der Equilibrium ausreichend Grip, Substanz und die nötige Beweglichkeit verliehen, sodass die melodietragenden Bassläufe ins rechte Licht gerückt werden. Dabei arbeitet SoReals Röhren-Vollverstärker „Melissa“, der bei mir die Rolle des Rogue übernimmt, das Perkussive an Millers so typisch geslapptem Bass sogar noch etwas überzeugender heraus als meine nominell kräftigere Silvercore/Dartzeel-Kombi. Bei dem exzellenten Timing, das der Paarung aus Röhrenamp und Idea S8 zu eigen ist, kann das mächtig in die Beine gehen.

Die Equilibrium Idea S8 im Hörraum. Im Rack: SoReal-Röhrenverstärker und Dartzeel-Endstufe

Die Equilibrium Idea S8 im Hörraum. Im Rack: SoReal-Röhrenverstärker und Dartzeel-Endstufe

Dynamik

Überhaupt, Dynamik scheint wirklich kein Fremdwort für Equilibriums Kleinste zu sein. Putzmunter wird sie, sobald der Volumenregler Pegel oberhalb von Zimmerlautstärke vorgibt. So eingepegelt fahren die impulsstarken Eruptionen der These New Puritans, etwa auf „Orion“ vom Album Hidden, dem unbedarften Zuhörer so richtig in die Knochen. Hut ab, das hätte ich von einem Lautsprecher dieser Größe nicht erwartet.

Patricia Barber - Modern CoolWerden die Anforderungen auf feiner strukturierte Impulsmuster, wie etwa die filigrane Percussionarbeit auf „Constantinople“ vom Patricia-Barber-Album Modern Cool (auf Amazon anhören), ausgedehnt, lässt die S8 die Zügel ein wenig lockerer. So geraten die kurzen, knackigen Schläge auf die Felle der Congas zwar realistisch, die mit den Fingerspitzen nur hingetupften, fragileren Impulse werden allerdings etwas verrundet wiedergegeben. Nicht nur meine rund dreimal so teure Acapella La Campanella differenziert die leisen Anschläge sauberer, auch Ichos ähnlich gepreistes kleines Backloaded-Horn No°4 zeigt sich eine Spur aufmerksamer und akzentuierter. Die Idea S8 kann bei dynamisch feiner gewebten Klangstrukturen nicht ganz an ihre überzeugende Schlagkraft auf grobdynamischem Terrain anschließen.

Mittlere und höhere Lagen

Allerdings muss sich ein Allrounder auch nicht beständig durch Spitzenleistungen in sämtlichen Teildisziplinen beweisen, vielmehr macht die gute Mischung der Talente den Reiz aus. Allerdings ist, um in unterschiedlichsten Genres und Musikstilen gleichermaßen bestehen zu können, tonale Neutralität gefordert. Vieles hängt dabei von der Mittenwiedergabe ab, und hier machen die S8 ihren Job wirklich gut.

Beim nächtlichen Surfen durch das breite Angebot von Qobuz stieß ich neulich auf eine Akustik-Version von Leas neuem Song „Treppenhaus“. Mit Klavier, Cello und Gitarre nicht zu üppig instrumentiert, macht die Aufnahme es einem leicht, tonale Schwächen zu entlarven. Die fürs Pop-Genre recht natürlich in Szene gesetzte Stimme der Sängerin eignet sich gleichfalls gut, um Verfärbungen auf die Spur zu kommen. Die Equilibrium machen ihrem Namen Ehre und wandeln tatsächlich auf dem Pfad tonaler Tugend. Da mag dem ein oder anderen vielleicht ein Hauch Schmelz und etwas Drama beim gesanglichen Teil der Vorstellung fehlen, doch dafür wird das Klavier ausgesprochen echt reproduziert und auch das Cello brummt mit realistisch sonorem Timbre munter vor sich hin. Ja, die Equilibrium erfüllen die an sie gestellten Anforderungen schon ziemlich lässig und souverän und erinnern mich mit ihrer gradlinigen Natürlichkeit an deutlich teurere Lautsprecher. Dynaudios Confidence 30 oder auch die Otello von Verity, die ich beide unter Messebedingungen hören durfte, kommen mir aufgrund ihrer unverfälschten Tonalität spontan in den Sinn. Sicher keine schlechte Gesellschaft.

Equilibrium Idea S8, seitlich betrachtet

Wer Berylliumhochtöner mit ausgeprägten, vielleicht sogar etwas überzogenen Höhen in Verbindung bringt, wird erstaunt sein. Nach der zugegeben nicht gerade kurzen Einspielzeit fügen sich die Tweeter nämlich artig in einen keineswegs hochtonlastigen Gesamtklang ein.

Die Geigerin Isabelle Faust hat sich mit Arnold Schönbergs Violinkonzert keine leichte Kost vorgenommen. Außerdem machen die hochtonstarken Klangbilder Schönbergs über präsenzbetonte Ketten häufig nur wenig Freude. Die Equilibrium Idea S8 übertreiben es dankenswerterweise nicht, sondern servieren mir das Allegro des für viele sperrigen Opus des Zwölftonmeisters in genussvoller Weise, mit geschmeidigem, nie glasig verhärtetem Klang der Violine. Am Ende fehlen eher etwas Hochtonfunkeln und hier und da ein etwas intensiver in den Gehörgang eindringendes „Sägen“ der hohen Geigentöne, um noch näher ans Liveerlebnis zu gelangen. Doch fürs Langzeithören ist diese Abstimmung sicherlich zuträglicher als eine zu sehr „auf Durchsatz“ getrimmte. Dasselbe Stück mit den Keramikhochtönern meiner altehrwürdigen Kharma 3.2 hätte ein schönes Gegenbeispiel abgegeben. Da wäre, bei allem Respekt vor Isabelle Fausts Können, ein solches Werk zum echten „Härtefall“ geworden.

Der Berylliumhochtöner der Idea S8

Der Berylliumhochtöner der Idea S8

Wer jetzt vorschnell mutmaßt, die Idea S8 könnten hochtonseitig doch etwas zu bedeckt wirken, sollte sich den Titel „Life goes on“ von Carla Bleys gleichnamigem Album anhören. Dem reichen Ton von Andy Sheppards Saxophon mangelt es nie an Strahlkraft. Dazu tönt sein Instrument wunderbar frei und mit reichlich „Headroom“. Es hat schon richtig Klasse, was die Equilibrium mit derart guten Aufnahmen entfachen.

Raumdarstellung

diana krall - this dream of youWenn Sie, wie ich, Schallwandlern mit schmalen Fronten gemeinhin eine bessere räumliche Abbildung zutrauen als denen der Gattung „breiter-als-tief“, werden sie Equilibriums Idea-Serie zunächst mit etwas Argwohn betrachten. Was die absolute Raumtiefe angeht, nicht ganz zu Unrecht – insbesondere eine (sehr) wandnahe Aufstellung quittieren die eleganten Speaker mit einer unnötigen Verflachung der Raumabbildung. Auf Diana Kralls bereits seit Wochen über die Streamingdienste verfügbaren Trailersong „How deep is the ocean“ ihres neuesten Albums This dream of you (auf Amazon anhören) hat mich die erstaunlich weit hinter die Chassisebene aufgezogene Bühne beeindruckt. Stehen die S8 circa einen Meter von der Rückwand entfernt, ist diese beeindruckende Tiefe zwar nicht in gleicher Gänze wie mit meinem gewohnten Setup zu haben, doch den klassengemäß bereits erfreulich guten Standard erreichen die Equilibrium ohne Mühe. In der Breite wird mit den meisten Aufnahmen der Abstand zwischen den Außenseiten der Lautsprecher ausgenutzt, manchmal geht es auch darüber hinaus, wie etwa die Gitarre auf der rechten Seite zu Beginn von Gillian Welchs „Johnny Dear“ beweist.

Das Album, das dieses Stück enthält – Boots No. 2: The Lost Songs, Vol. 1 –, ist auch gut für all jene, die gerne mit den Künstlern in 3D-Manier im Hörraum zusammensitzen. Ganz so holografisch, wie ich das mit den siebenmal so teuren Acapella High Cellini erleben konnte, geht es hier logischerweise nicht zu, aber am „Eintrittsgeld“ für die S8 gemessen, wird eine verblüffend plastische Wiedergabe einschließlich einiger Gänsehautmomente („Give that man a Road“, „Chinatown“) geliefert. Das kriegen viele ähnlich teure Kollegen mit schmaler Front nicht besser hin.

Equilibrium Idea S8 im Hörraum

Auflösung

Last, but not least: Wie sieht es mit dem Auflösungsvermögen aus? Das ist im positiven Sinne „überraschend unauffällig“. Bei Equilibrium hat man sich offenbar entschieden, auf eine exorbitante Detailflut zu verzichten, auch wenn die eingesetzten Chassis dies vermutlich ermöglicht hätten. Die Idea S8 lösen gut, aber auch nicht gleich phänomenal, geschweige denn „gnadenlos“ auf. Sie transportieren mühelos alle wesentlichen musikalischen Inhalte, aber richtiggehend detailversessen sind sie nicht. Es liegt ja schließlich kein wirklicher Vorteil darin, alle Mitglieder der ersten Violinen mit Namen zu kennen, wenn ein gemeinsamer Streicherklang gefragt ist. Genauso gut können sie sich aber auch auf einen Solisten oder eine Melodie konzentrieren, wenn ebendies vonnöten ist. Auch hier zeigen sich wieder die Allrounder-Gene der Equilibrium.

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Abacus

Test: Equilibrium Idea S8 | Standlautsprecher

  1. 1 Balanciert
  2. 2 Equilibrium Idea S8: Höreindruck & Vergleiche

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