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WiMP-Musikstreaming mit dem ECM 2

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Netzwerkplayer ECM 2: Handling & Installation
  2. 4 WiMP-Musikstreaming mit dem ECM 2

WiMP-Homepage
WiMP-Homepage

Ich vermute, Sie haben schon mal von WiMP (www.wimp.de) gehört?! Es handelt sich dabei um einen bezahlpflichtigen Streamingdienst – ähnlich wie Spotify – nur dass das (interessanterweise wie Electrocompaniet aus Norwegen stammende) junge Unternehmen auf Lossless-Streaming in CD-Qualität setzt. Ganz Ähnliches bietet auch der französische Musikdienst Qubuz (www.qobuz.com), der dieses Jahr ebenfalls noch integriert werden soll.

Bezahlt wird im Abo-Takt – 20 Euro sind monatlich für einen Zugang zum Musikkatalog zu entrichten, dessen Umfang das Unternehmen mit circa 25 Millionen Songs taxiert. So viele Alben werden Sie Ihren Lebtag nicht sammeln können. Natürlich gibt es auch Musik, die bei WiMP nicht zu finden ist – der Katalog enthält aber weit, weit mehr als radiotauglichen Mainstream-Pop. Ich hab‘ spaßeshalber mal wild lauter unbekanntere Indie-Sachen in den Suchschlitz getippt – alles da. Was Avantgardistisches aus dem Bereich Neue Musik? Helmut Lachenmann wird doch kein Schwein streamen! Tja, könnte man (beziehungsweise es) aber, über 20 Alben finden sich. Ich bin beeindruckt.

Was soll's denn sein? Der WiMP-Musikkatalog ist wirklich umfangreich
Was soll’s denn sein? Der WiMP-Musikkatalog ist wahrlich üppig

Eigentlich sogar schockiert – so billig war Musik noch nie. Es sei denn, man klaut sie. Was ja auch massenhaft der Fall war beziehungsweise ist, weshalb die Musikindustrie sich offenbar ganz dankbar für den neuesten Streamingtrend zeigt. Besser weniger Geld verdienen als gar keines mehr, scheint die Devise zu sein. Der Hörer, der seine Musik auch physisch besitzen möchte, kommt hierbei natürlich nicht auf seine Kosten – es sei denn, er nutzt einen solchen Service lediglich als eine Art Luxus-Vorhörfunktion (und meiner Meinung nach lohnt es sich allein schon dafür, wenn ich nur einen LP-Fehlkauf im Monat vermeide, hab ich die Kosten wieder drin). Jene aber, die sich musikalisch sowieso primär von Downloads und CD-Rips ernähren, werden über kurz oder lang zum Bezahl-Streaming wechseln, ist meine Prognose – oder finden Sie das eigene Datenfile auf der eigenen Festplatte statt des „fremden“ in der Cloud wirklich um so viel attraktiver, weshalb die ganze Ripperei, die Metadaten-Pflege und das Back-up-Prozedere gerne in Kauf genommen werden? Na, ich weiß ja nicht.

Davon unbenommen lautet die Frage für den Audiophilen natürlich aber stets auch – klingt’s denn? Und da kommen wir wieder auf den Electrocompaniet ECM 2 zu sprechen, denn mit dem Netzwerkplayer lässt sich zwischen WiMP und anderen Streamingquellen schnell hin- und herwechseln.

Electrocompaniet ECM 2

Zunächst bin ich kurz verwirrt, dass bei den gleichen Tracks – einmal von WiMP, einmal von der internen Festplatte des ECM 2 gestreamt – die kbps-Angaben (Kilo-Bit-per-Second) nicht immer exakt übereinstimmen; bis zu 20 kbps macht der Unterschied bei mir aus, meist ist WiMP „schlanker“, manchmal aber auch das lokal abgespeicherte File. Allerdings kann das allein schon daran liegen, dass man bei WiPM die Flac-Dateien anders komprimiert. An „Verdichtungsstufen“, also Kompressionsleveln, stehen hier meines Wissens nach „0“ bis „8“ zur Verfügung. Je höher der Wert gewählt wird, desto länger brauchen die Codierer/Decodierer für ihre Arbeit und desto kleiner werden die Dateien – verlustfrei sind aber alle derart generierten Audiofiles.

Aber wie dem auch sei – akustisch ist es für mich sowieso nicht unterscheidbar, ob die Musik von der internen Festplatte des Electrocompaniet kommt oder aus der WiMP-Cloud. Ein klein wenig besser (nämlich minimal aufgelöster, plastischer, räumlich großzügiger) als internes Laufwerk und WiMP klingt es für mich, wenn der Stream vom Musikserver MS I gezogen wird, aber das kann man ja den WiMP-Leuten nicht negativ anrechnen (sondern Audiodata positiv). Zudem geht’s dabei um audiophile Hardcore-Erbsenzählerei. Im Grunde ist das alles klanglich ebenbürtig.

Electrocompaniet ECM 2

WiMP hat lediglich den kleinen Handling-Nachteil, dass die oben gelobte superschnelle Suche des ECM 2 hier prinzipbedingt nicht greifen kann – die Datenmengen sind einfach zu groß, als dass sie mal eben lokal indexiert werden könnten. Folglich wird die Suchanfrage zum WiMP-Server geschickt, man wartet ein paar Sekunden und dann kommt das Ergebnis. Doch dafür stehen einem – wie gesagt – eben auch 25 Millionen Songs zur Verfügung, also im Grunde fast alles, und zwar ohne dass Sie es rippen müssen! Das Angebot an Musikvideos wird aller Wahrscheinlichkeit ebenfalls ausgebaut werden – und was kann der Electrocompaniet auch? Ach ja, richtig: Videos streamen.

Zum Testzeitpunkt funktionierte dergleichen über die WiMP-Implementierung des ECM 2 noch nicht, aber zu Mitte/Ende Oktober 2014 soll sich das ändern, wie da im Laufe der Zeit bestimmt noch der eine oder andere Streamingdienst – Musik wie Video – via Firmware-Update integriert werden wird. Man muss nicht allzu viel Fantasie besitzen, um sich ausmalen zu können, dass etwa Live-Konzert-Streams – wie sie die Berliner Philharmonika mit der „Digital Concert Hall“ (www.digitalconcerthall.com) ja jetzt schon, wenn auch nur in 256-kbps-Tonqualität, anbietet – den einen oder anderen Musikfreund interessieren könnten. Da würde sogar ich mich dann vielleicht nach ’nem hübschen, kleinen Beamer fürs Hörzimmer umsehen. Hm, gibt es eigentlich richtig gute, akustisch transparente Leinwände? Ich kenn‘ mich da nicht so aus …

Test: Electrocompaniet ECM 2 | Netzwerk-Player

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