Demnächst im Test:

Billboard
beyerdynamic - Cyber Week 2022

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Stairway to Heaven?
  2. 2 Elac Uni-Fi Reference UBR62: Klangtest & Vergleiche
  3. 3 Test-Fazit: Elac Uni-Fi Reference UBR62

fairaudio's favourite Award AUSGEWÄHLT! Viele schöne Ereignisse wiederholen sich im Jahrestakt – so auch die Verleihung der fairaudio’s favourite Awards! Pünktlich zum Jahresende haben wir die in 2021 getesteten Kandidaten noch einmal Revue passieren lassen und uns gefragt: Welche konnten – vor allem klanglich – in ganz besonderem Maße überzeugen? Und da wir in eine Weihnachtspause gehen, möchten wir die kurze Auszeit dazu nutzen, diese besonderen Produkte noch einmal auf die Bühne zu bitten. Für Ihr regelmäßiges Feedback, Ihre Ideen und Anregungen sowie Kritik möchten wir uns bei Ihnen, liebe fairaudio-Leser, recht herzlich bedanken! Wir wünschen Ihnen ein erholsames Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familie, Freunde und Bekannten. Kommen Sie gut und vor allem gesund ins neue Jahr! Wir sind in 2022 wieder für Sie da. Rücken wir nun die aus vielen Produkttests ausgewählten Preisträger in das ihnen gebührende Rampenlicht. Unsere herzlichen Glückwünsche gehen an die Hersteller und Vertriebe dieser Komponenten! fairaudio’s favourite Award 2022 - SiegelKürzlich plauderte ich mit einem befreundeten Kollegen über unseren Job. Wir tauschten uns darüber aus, wie wir bei unseren Tests vorgehen: ob es beispielsweise feste Rituale, Abläufe oder Gewohnheiten gibt. Und tatsächlich stellten wir fest, dass wir da eher unterschiedlich rangehen: Er gehört zu den Leuten, die sich erst einmal in der Theorie einen möglichst umfassenden Überblick über Technik und Konzeption verschaffen, bevor er auch nur den ersten Ton aus seinem „Prüfling“ erklingen lässt. Bei mir ist es anders, ich segle mit dem Wind: Wenn ich Zeit – und Lust – habe, recherchiere ich vor dem Hörparcours, manchmal telefoniere ich vorab ein Ründchen mit den Entwicklern, aber gerne lasse ich mich auch einfach überraschen. So war es etwa bei unseren heutigen Probanden, den Kompaktlautsprechern Elac Uni-Fi Reference UBR62 (849 Euro | https://www.elac.com).

Die Lautsprecher standen bereits einige Tage unausgepackt im Hörraum, weil sich im allgemeinen vorweihnachtlichen Stress die Arbeit und die unerledigten Vorhaben türmten. Eines Abends hatte ich spontan Zeit und dachte mir: „Pack doch mal die Elacs aus und spiel sie schon mal ein paar Tage ein.“ Gedacht, getan. Ich hob die Lautsprecher aus der Kartonage, positionierte sie grob ausgerichtet auf Ständern, legte Musik auf – und war spontan angefixt: „Hui, die klingen aber wirklich gut, und zwar schon direkt aus dem Karton.“ Ein näherer Blick auf die Gehäuse: klassisches, wertiges Design, saubere Verarbeitung. Ein Blick auf den Karton: Da stand das Wort „Reference“. Nach einer halben Stunde zufriedenen ersten Hineinschnupperns und mit Blick auf meine (wie ich dachte) gereifte Erfahrung als Tester taxierte ich die Lautsprecher auf einen Paarpreis von bummelig 1.500 Euro. Später, am Computer, die Erkenntnis: Ich hatte ganz schön danebengelangt, das Pärchen kostet „nur“ 849 Euro. Ich war ziemlich erstaunt. Nun aber ganz von vorne, wie es sich gehört.

Elac Uni-Fi Reference UBR62 ohne Frontabdeckung

In guter Tradition: Die Reference UBR62 markieren die dritte Evolutionsstufe von Elacs Uni-Fi-Reihe

Die Elac Uni-Fi-Produktlinie gibt es bereits seit 2017. Sie besteht traditionsgemäß aus einer Standbox, einem Center und einem Kompaktmodell. 2019 wurde sie als Uni-Fi 2.0 überarbeitet – und inzwischen stellt die Uni-Fi-Reference-Serie die dritte Evolutionsstufe dar. Schaut man sich die Lautsprecher an, dann kann man bereits anhand der Optik den Entwicklungsprozess nachverfolgen. Kamen die Vertreter der ersten beiden Serien noch im klassisch-rechtwinkligen „Kastenformat“, so wirkt die Uni-Fi-Reference-Serie schon deutlich ambitionierter: Nicht nur die Gehäuseecken sind nun sanft abgerundet, auch die Schallwand ist leicht gebogen, gewissermaßen zu den Rändern hin fliehend. Und statt eines klassischen runden Bassreflextunnels kommen die Elac-Uni-Fi-Reference-Lautsprecher mit einem frontseitigen horizontalen Strömungskanal in Form eines Schlitzes, der ebenfalls doppelseitig verrundet ist. Ein Übriges tut die sauber ausgeführte Holzoptik, die dem Lautsprecher ein ausgesprochen erwachsenes, soigniertes und zeitloses Aussehen verleiht.

Mehr Wege, als man denkt …

Ach ja: Man möchte beim ersten unachtsamen Blick auf den kompakten Elac Uni-Fi Reference UBR62 meinen, es handle sich um ein ganz herkömmliches Zweiwegekonzept, wie es in der Baugröße und Preisklasse Usus ist.

Aber – weit gefehlt! So wird der Tieftonbereich durch einen 165-mm-Treiber mit Aluminiummembran abgedeckt, der lediglich bis 240 Hertz hinaufspielt. Für den Mittelhochtonbereich hat Elac dem UBR62 doch tatsächlich ein Koaxialsystem spendiert, bestehend aus einem 100-mm-Alu-Mitteltöner und einer in dessen Zentrum platzierten 25-mm-Gewebekalotte, die ab 1800 Hertz übernimmt und aus einigen Metern Sichtabstand von der Optik her auch als Staubschutzkalotte durchgehen könnte. Der kleine Elac Uni-Fi Reference UBR62 ist also ein Drei-Wege-Lautsprecher!

Hoch- und Mitteltöner der Elac Uni-Fi Reference UBR62

Die Elac Uni-Fi Reference UBR62 sind mit einem Koaxialtreiber-System ausgestattet und mithin echte Drei-Wege-Lautsprecher

Ein erstaunlicher Aufwand angesichts des Preises. Rolf Janke, Entwicklungsleiter bei Elac, erklärt warum: Man könne mit dem Koaxialsystem wesentlich besser zum erklärten Ziel der Annäherung an eine Punktschallquelle kommen und außerdem auch leichter einen ebenen Frequenzgang im Direkt- wie Diffusschallfeld sicherstellen. Das erfordere natürlich auch einen höheren Aufwand bei den Frequenzweichen, um im Übergangsbereich eine „richtige“ Phasenlage hinzubekommen. Dieser Aufwand werde aber durch ein kohärentes, „erwachsenes“ Klangbild belohnt, so Janke. Man habe den Tieftöner bewusst niedrig abgekoppelt und damit im Prinzip ein „Subwoofer-Satelliten-System“ in einem einzigen Gehäuse realisiert.

Elac Uni-Fi Reference UBR62 - Frequenzweiche

Blick hinters Anschlussterminal auf die Frequenzweiche der Elac Uni-Fi Reference UBR62

Wenn man mal aus Buchhaltersicht an diese Vorgehensweise herangeht, könnten einem womöglich Schweißperlen auf der Stirn stehen. Mein erster Gedanke war dann auch: Wenn man für ein bestimmtes Budget drei Treiber beziehungsweise ein aufwändigeres Koaxial-System statt zwei Treiber „bauen“ muss und dann noch den Zusatzaufwand bei der Frequenzweiche bedenkt: Könnte es nicht sinnvoller sein, den (vermeintlich) einfacheren Zweiwege-Pfad zu beschreiten und dafür bei den Treibern selbst etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen? Nun, entscheidend ist eben, was „hinten rauskommt“ oder in diesem Fall vorne. Und das hören wir uns jetzt mal an.

Elac Uni-Fi Reference UBR62: Klangtest & Vergleiche

Elac Uni-Fi Reference UBR62 im Paar

Die Elacs haben von mir – wie ich meine – attraktive Mitspieler zugeteilt bekommen, auf dass sie sich bestmöglich entfalten können. Quellgeräte waren mein CD-Spieler C.E.C. CD5 sowie der Hifi-Akademie stream6-mini, die Vorverstärkung besorgte der Tsakiridis Alexander, als Endstufe fungierten die Valvet-Monoblöcke A4MK2. Blicken wir zunächst aufs Tonale:

Bass, Mitten und Höhen

alt-J - An Awesome WaveLos geht’s mit einer klassischen Selbstverständlichkeit: Tief- und Subbass, der die Eingeweide massiert, kann nun mal nicht aus einem kompakten 15-Liter-Volumen kommen. Geht physikalisch nicht. Aber: Das will man ja auch nicht unbedingt immer haben. In kleineren Hörräumen „bezahlt“ man die Eingeweidemassage doch häufig auch mit einer gewissen Wummergefahr und anderen raumakustischen Schwierigkeiten. Ich habe die Elac Uni-Fi Reference UBR62 in meinem kleinen Hörraum (15 m²) aufgestellt – und dort bringen sie genau das richtige Quantum Bass mit, bei dem man nichts in Richtung Untergeschoss vermisst. Wenn Alt-J in ihrem Track „Fitzpleasure“ (Album: An Awesome Wave, auf Amazon anhören) nach dem ersten Vers in die Instrumentalbridge gehen, wird man schon recht ordentlich von Bass und Bassdrum weggeföhnt, dabei bleibt die Wiedergabe aber wummer- und schlabberfrei, gut so. Subbässe, wie es sie beispielsweise beim mit Sub-Oktave gekoppelten E-Bass im Song „Cedars of Lebanon“ von U2 (Album: No Line On The Horizon) gibt, werden hingegen nur angedeutet.

Elac Uni-Fi Reference UBR62: Walnuss-Optik

Ein echtes Furnier steht in der Preisklasse nicht zu erwarten, aber die „Holzoptik“ der Elac Uni-Fi Reference UBR62 mutet gleichwohl ansehnlich an

Umso mehr erfreut jedoch, dass sowohl der Übergang zum Mittelton als auch der zum Hochton in einer Art und Weise bruchlos ist, die beim Blick aufs Preisschild fast schon als sensationell durchgeht. Und: Mitten- wie Hochtonbereich wirken in Bezug auf Auflösung und Frequenzgang-Linearität in einem Maß erwachsen, das man bei einem Paarpreis von deutlich unter 1.000 Euro nicht generell erwarten darf. Hier ist es den Elac-Entwicklern gelungen, eine erstaunliche Ausbalanciertheit zu erzielen. So wirkt beispielsweise die B&W 606 S2 (749 Euro) vor allem aufgrund ihres angesichts der Preisklasse überdurchschnittlich gut ausgeleuchteten Hochtons eine Spur analytischer, während eine Fyne Audio F1-5 (3.799 Euro, ungerechter Vergleich in Bezug auf den Preis, schon klar, aber ähnliches Volumen und ebenfalls mit Koax ausgestattet) merklich wärmer und fast schon mit einer „Schlagseite“ ins Sonore/Euphonische daherkommt.

Wer nun meint, dass „Ausbalanciertheit“ ein Euphemismus für Langweile oder einen audiophilen Kompromiss darstellt, der irrt: Die Elac Uni-Fi Reference UBR62 klingen schlicht und einfach reif, erwachsen, transparent, klar, sauber. Der Mitteltöner bringt angesichts der Preisklasse eine erstaunliche Detailtiefe, der Hochtöner zeichnet sauber durch, fadet im Superhochton gleichwohl etwas früher aus als etwa die oben genannte B&W-Box, allerdings ohne dass man hier spontan etwas vermissen würde. So lässt sich beispielsweise die Instrumentalballade „Tenderly“ von Dennis Marcellino und Mark Stefani (Album: Tenderly), bei der lediglich Saxofon und cleane E-Gitarre gemeinsam wehklagen, ausnehmend gut genießen.

Elac Uni-Fi Reference UBR62 in Walnuss/Schwarz mit grauer Frontbespannung

Die Elac Uni-Fi Reference UBR62 mit der mitgelieferten grauen Frontbespannung

Gerade das Saxofon ist ja für eine Hifi-Kette ein harter Prüfstein (und für den aufnehmenden Toningenieur ebenfalls). Das Instrument wird beim Spielen viel hin- und herbewegt, es gibt eine Vielzahl von Nebengeräuschen (Atmen, Luft, „Klappenklappern“) – schnell kann das auch mal punktuell unnatürlich klingen, näseln. Oder die Nebengeräusche geraten in den Fokus, was gerade bei Lautsprechern mit einer gewissen Vorwitzigkeit im Hochtonbereich schnell passieren kann. Nichts dergleichen über die UBR62, hier klingt es einfach nur authentisch und gut. Ebenso verhält es sich mit anderen akustischen Instrumenten und Stimmen.

Dynamik

Komisch, wie es im Leben manchmal spielt. Was die Dynamik angeht, könnte ich hier prinzipiell ziemlich genau das schreiben, was ich kürzlich zur Nano (Joachim Gerhard Collection) schrieb. Im Tieftonbereich, ich deutete es ja schon an, langen die Elac-Boxen nicht über Gebühr zu, es gibt hier in der Preis- und Größenklasse Lautsprecher, die flinker Reserven mobilisieren und/oder mehr Energie in den Raum schaufeln, zum Beispiel die Nubert nuBoxx B-40 (556 Euro) – aber auch die kleine, erheblich teurere ProAc Response DB1 (3.100 Euro). Doch bereits ab dem unteren Mitteltonbereich legen die Elac Uni-Fi Reference UBR62 bis hin zum Hochtonbereich dynamisch sowie in Bezug auf Timing und Geschwindigkeit eine gehörige Schippe drauf. Es ist eine schiere Freude, mit ihr impulsschnelle Instrumente oder Klangkörper zu hören, etwa die synthetische Hi-Hat in Notwists „This Room“ oder auch das ausführliche, attackreiche und ultrapräzise Tomtom-Gewitter in Alt-Js Track „Fitzpleasure“. Hier verschleppen die kleinen Kieler wirklich nichts: Das ist nicht nur angesichts des Preisschilds eine reife Leistung.

Elac Uni-Fi Reference UBR62 - komplett von vorne

Insgesamt – vor allem auch durch den grobdynamisch etwas milderen Bass – wirkt das Klangbild aber trotzdem nicht im negativen Sinne „anspringend“ oder enervierend. Die Elac Uni-Fi Reference UBR62 tönen dennoch nicht reserviert oder laid-back, sondern (ich muss es schon wieder sagen): „erwachsen“ – im Sinne von ausgereift und nicht im Sinne eines älteren Herren, der demnächst einen Treppenlift ordern muss.

Bühne + Raum

Vorhang auf. Jetzt kommt die Disziplin, die mir bei den Elac Uni-Fi Reference UBR62 am meisten Spaß macht, denn sie ist sowieso meine Lieblingsdisziplin: die Bühnendarstellung. Wer meine Berichte bei fairaudio häufiger liest, der weiß, dass ich Musik höre, damit ich ein wenig in eine andere Welt abtauchen kann. Ich würde einer Komponente oder einem Lautsprecher, der mich auf die andere Seite des Zauberspiegels entführen will, in meiner Freizeit jederzeit den Vorzug gegenüber einem allzu analytisch aufspielenden Gerät geben. (Was anderes ist es natürlich, wenn ich ein Stück im Studio mastern müsste, da will ich „Furz und Feuerstein“ hören).

Elac Uni-Fi Reference UBR62 von der Seite

Die Die Elac Uni-Fi Reference UBR62 von der Seite – wenn sie wollen, können sie sich aber auch komplett in Luft auflösen …

Und was die Elac UBR62 wirklich absolut famos hinbekommen, ist ein breites und überdurchschnittlich tief angelegtes Bühnenbild, bei dem sich die Lautsprecher komplett „in Luft auflösen“. Man lege Musik mit breiter, tiefer Bühne auf – beispielsweise Radioheads „How to Disappear Completely“ (Album: Kid A) oder Dire Straits „Love over Gold“ (gleichnamiges Album) und führe eine fremde Person mit verbundenen Augen in den Raum. Es dürfte dieser nicht gelingen, die Positionen der Elac-Lautsprecher treffsicher zu orten. Es darf, es soll geradezu in Musik gebadet werden, wobei der Effekt der breiten und tiefen Bühne stärker ausgeprägt ist als die reißbrettartige Lokalisierbarkeit der Schallquellen auf den letzten Millimeter. Bei richtiger Aufstellung ermöglichen die kleinen Elac einen richtig tiefen Blick ins Geschehen, fast als wäre die hintere Raumwand durchlässig geworden, spektakulär. Wenn auch mit einem kleinen „Aber“: Die Bühne beginnt auf der Grundlinie beziehungsweise sogar kurz dahinter. Die Elac Uni-Fi Reference UBR62 spielen also definitiv nicht nach vorne, sondern eher in die Gegenrichtung. Wer nach vorne hin „angegangen“ werden will, der kommt hier vielleicht nicht ganz auf seine Kosten. Alle anderen dürfen umso tiefer in den Raum schauen oder besser: hören.

Elac Uni-Fi Reference UBR62 ­– Vergleiche mit anderen Lautsprechern

Natürlich geht immer noch „ein bissel was“, auch und vor allem, wenn man mehr Geld in die Hand nimmt. Ich kenne Lautsprecher, die einen noch mehr „anspringen“ oder gerade an den Frequenzgangenden mehr Substanz und/oder Feinauflösung liefern. Das ist beispielsweise bei meiner ProAc D20R (4.500 Euro der Fall), hier gibt’s konturierten, schnellen und abgrundtiefen Bass „satt“, aber auch noch mehr Details im Hochtonbereich, ohne dass dieser vorwitzig werden würde. Eine Inklang Ayers Two (1.660 Euro) langt ebenfalls im Tieftonbereich deutlich avancierter hin. In Bezug auf Auflösung im Mittenband hat hingegen die Elac Uni-Fi Reference UBR62 die Nase vorn. Bei der Raumdarstellung geht die Inklang Ayers Two diesbezüglich ein Stück weit auf den Hörer zu und kommt zudem mit einer etwas besseren Ortungsschärfe, während die Elac eher etwas nach hinten spielt und nicht gerade in Reißbrettmanier strukturiert.

Elac Uni-Fi Reference UBR62 - Logo

Und wenn wir nochmal in der Preisklasse bleiben: Die Heco Celan Revolution (999 Euro) ist fast schon eine Art Gegenentwurf zur Elac UBR62, denn sie kommt mit einem Extraschuss Feinauflösung, aber auch Präsenz im Hochtonbereich, ist dynamisch etwas mehr da und spielt insgesamt mehr „in your face“, was absolut Spaß machen kann, aber dann eben nicht die Reife, Ausgewogenheit und schlüssige Unaufgeregtheit ausstrahlt, die von der Elac Uni-Fi Reference UBR62 ausgehen. Die bereits erwähnte Nubert nuBoxx B-40 wiederum liefert mehr und auch konturierteren Bass, dafür aber ein im Vergleich etwas limitierteres, nicht so kohärentes Bühnenbild.

Test-Fazit: Elac Uni-Fi Reference UBR62

Elac Uni-Fi Reference UBR62: seitlich von vorne

Je länger ich mit den Elac Uni-Fi Reference UBR62 höre, desto mehr bewundere ich die Abstimmungskunst der Entwickler. Denn: Es ist relativ leicht, einem Lautsprecher eine gewisse Prägung mitzugeben – beispielsweise durch die mehr oder weniger sanfte Betonung eines bestimmten Frequenzbereichs oder einen stärkeren Fokus auf eine bestimmte Tugend. Die 62s sind da anders gelagert: In kaum einer Disziplin lehnen sie sich ungebührlich aus dem Fenster. Sie spielen tonal neutral, wirken dabei aber klangfarblich zu keiner Zeit fahl. Sie sind dynamisch so gut unterwegs, dass sie bei mir Hörspaß und Involvement erzeugen, und muten dabei nicht die Bohne anstrengend oder gar enervierend an. Sie vermögen zudem durch ihre breite und tiefe Bühnendarstellung viel Atmosphäre zu schaffen, ohne es in Sachen Opulenz zu übertreiben. Ihr ideales Habitat dürfte ein nicht allzu großer Hörraum bis bummelig 20 Quadratmeter sein, in dem ein breites Musikportfolio reif, authentisch und erwachsen klingen soll. Dass das alles ohne störende Abstriche oder das Gefühl eines hervorstechenden Kompromisses für merklich unter 1.000 Euro möglich ist, ist erfreulich. Und alles andere als selbstverständlich.

Steckbrief Elac Uni-Fi Reference UBR62:

  • Klanglich im besten Sinne ausgereift und balanciert:
    – Natürlich gibt es keinen Subbass, aber ansonsten einen authentischen und schlüssig wirkenden Tieftonbereich, der genügend Druck und Tiefgang für kleine Räume mitbringt.
    – Mitten- und Hochtonbereich spielen per Koax-Gespann außerordentlich kohärent auf. Feinauflösung und balancierte Neutralität sind deutlich oberhalb der Preisklasse angesiedelt, weder in Richtung Analytik noch in Richtung Euphonie sind Schlagseiten zu verzeichnen.
    – Ganz nach oben heraus – Stichwort Superhochton – geht’s eher abgemildert zu. Da können andere Lautsprecher / Hochtonkonzepte noch mehr.
  • Die Grobdynamik hängt ein Stück weit vom Frequenzbereich ab: Ganz unten eher ein wenig verhalten, kann die UBR62 im Bereich ab den tiefen Mitten aufwärts gut und flink loslegen. Wall-of-Sound mit Gitarren, aber auch Drums kommen mit Wucht und Präzision, ohne zu „schreien“.
  • Fein- und Mikrodynamik sind besser als der Klassendurchschnitt. Das macht sich insbesondere bei Instrumenten oder Spieltechniken bemerkbar, die Nebengeräusche erzeugen. Dabei fallen diese Geräusche jedoch nie aus dem Rahmen, sie zahlen lediglich auf die Authentizität ein.
  • Weite und tiefe Bühne, ein Stück weit über die „reine Lehre“ hinausgehend, dadurch aber mit schön viel Atmosphäre – durchaus beeindruckend, aber nicht effekthascherisch. Die Ortungsschärfe ist preisklassentypisch. Außerdem spielen die Lautsprecher tendenziell eher nach hinten als nach vorne, die Bühne beginnt also auf beziehungsweise kurz hinter der Grundlinie.
  • Saubere Verarbeitung, zeitloser Look.

Fakten: 

  • Modell: Elac Uni-Fi Reference UBR62
  • Kategorie: passiver Dreiwege-Bassreflex-Kompaktlautsprecher
  • Preis: 849 Euro
  • Nennimpedanz: 6 Ohm
  • Wirkungsgrad: 85 dB/2,83 V/1 m
  • Maße & Gewicht pro Stück: 20,8 x 35,9 x 33,4 cm (Korpus, BxHxT), 10,7 kg
  • Farben: Weiß-Matt mit Eiche-Seitenteilen oder wie beim Testmodell Schwarz-Matt mit Walnuss- Seitenteilen
  • Garantie: 5 Jahre
  • weitere technische Informationen auf der Herstellerseite

Hersteller & Vertrieb:
ELAC Electroacustic GmbH
Fraunhoferstraße 16 | 24118 Kiel
Telefon: +49 (431) 64 77 4-0
Telefax: +49 (431) 68 21 01
E-Mail: info@elac.de
Web: https://www.elac.de/

Elac Uni-Fi Reference UBR62: Schallwand mit und ohne Abdeckung

Billboard
Braun LE01

Test: Elac Uni-Fi Reference UBR62 | Kompaktlautsprecher

  1. 1 Stairway to Heaven?
  2. 2 Elac Uni-Fi Reference UBR62: Klangtest & Vergleiche
  3. 3 Test-Fazit: Elac Uni-Fi Reference UBR62

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Plattenspieler: Rega Planar 3 Tonabnehmer: Rega Exact (MM), Rega Ania (MC)

Digitale Quellen: CD-Player: C.E.C. CD 5 Streamer: HiFiAkademie Stream6mini Computer/Mediaplayer: Marantz PM7000N

Vollverstärker: Tsakiridis Aeolos+, Marantz PM7000N

Vorstufen: Hochpegel: Abacus Preamp 14 (Transistor), Tsakiridis Alexander (Röhre) Phonoverstärker: Pro-Ject Phonobox DS+

Endstufen: Valvet A4 MKII, Abacus Electronics Ampollo Dolifet

Lautsprecher: ProAc Response DT8, ProAc Response D20R, Harbeth 30.1, Quadral Rondo, Audes Maestro 116, B&W 606 S2 Anniversary Edition

Mobiles HiFi: iPod classic 5 160GB mit Pro-Ject Dock-Box S digital

Kabel: Lautsprecherkabel: StudioConnections Reference NF-Kabel: Audioquest Evergreen, in-akustik Premium Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII (Coax), Oehlbach XXL Serie 80 (Toslink)

Zubehör: Stromfilter: Adam Hall AHPCS10 Power Conditioner/Netzfilter

Das könnte Sie interessieren: