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Elac 249 Black Edition: Klangliches …

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So weit zu den äußeren, konstruktiven Merkmalen der Lady in Black. Im Hörraum aber zählen letztlich vor allem die inneren Werte, sprich die klanglichen Fähigkeiten.

Um diese auszuloten, bot ich meiner neuen Freundin zunächst die von meinen Kharma 3.2 favorisierte Position im Hörraum an. Damit hatte sie einen Abstand von gut 170 Zentimetern zur Rückwand und 70 Zentimetern zu den Seitenwänden zur Verfügung. In dieser Position reicht es gewöhnlich aus, die Lautsprecher nur ganz leicht einzuwinkeln, um eine zufriedenstellende Fokussierung des Klanggeschehens zu erreichen. Die Verstärkung vertraute ich den Monoblöcken Mudra M500 an. Mit deren leistungsfähigen Mosfets und coladosengroßen Kondensatoren lassen sich auch schwierige Lautsprecherlasten zuverlässig betreiben.

elac fs 249 be

Dabei sollte die FS 249 BE beileibe keine wirklich schwierige Last darstellen. Ihr Wirkungsgrad fällt mit 90 dB recht freundlich aus und auch die Minimalimpedanz von 3 Ohm bei 120 Hertz stellt heutzutage übliche, moderne Verstärker nicht vor unlösbare Probleme. Allerdings ist das schon weniger, als meinen sonst so gern verwendeten Monoverstärkern Tenor 75 Wi bekömmlich ist. Hier fordert das OTL-Prinzip der kanadischen Röhrenmonos seinen Tribut. Daher also die Entscheidung, die Verstärkung in diesem Falle den kräftigen Transistoramps zu überlassen.

Ich hatte die fabrikneue Elac zunächst einige Tage mit einer Einbrenn-CD traktiert und dann erstmals zur intensiven Hörprobe Platz genommen – nicht selten ist ja, trotz einer gewissen, aber eben nicht allzu umfänglichen Einspielzeit, der Hochton immer noch etwas harsch oder der Bassbereich noch schlecht eingebunden. Davon wollte die Elac FS 249 BE aber nichts wissen. Von Anbeginn spielte sie erfreulich homogen auf. Keine Spur von klirrenden Höhen oder humpelnden Bässen. Nein, die Dame wahrte Contenance.

stacey kentSo zaubert die FS 249 BE mühelos die Liveatmosphäre des Pariser LaCigale am Boulevard Rochechourat in meinen Hörraum. Dort hat Jazzsängerin Stacey Kent zwei ihrer Auftritte im Mai 2011 mitschneiden lassen und auf dem Album Dreamer in Concert veröffentlicht. Der in sich ruhende Charakter ihrer Musik, von manchem Zeitgenossen nicht ganz zu Unrecht auch schon mal als Easy Listening gescholten, wird von den schlanken Kielerinnen perfekt transportiert. In „The best is yet to come“ wirkt Staceys Stimme, obwohl aufnahmetechnisch manchmal einen kleinen Tick zu groß eingefangen, körperhaft und lebendig. Ehemann Jim Tomlinsons Saxophon tönt gewohnt kräftig und sonor.

elac fs 249 beDabei geizt die Elac nicht mit Auflösungsvermögen: Was Drummer Matt Skelton auf Becken und Hi-Hat veranstaltet oder wie er bei einem Soloeinwurf des Pianos den Rhythmus mal eben fast unmerklich bricht und so zusätzliche Spannung erzeugt, kann bei manch anderem Speaker glatt unter den sprichwörtlichen Teppich gekehrt werden. Nicht mit der Elac, sie bringt auch feine Details unbeschadet zu Gehör.

Am Ende des Konzerts erwärmt sich der „Jardin D`Hiver“ dann auch fühlbar durch die knisternde Intensität von Staceys Gesang. Dass es auch dem Pariser Publikum gefallen hat, zeigt sich am anschließend heftig aufbrausenden Applaus. Mit der Elac hat dieses typische Geräusch hundertfach klatschender Hände nichts Artifizielles, nichts von einem Klangbrei, sondern lässt deutlich erkennen, wie es sich aus vielen Einzelgeräuschen, ähnlich einem Regenschauer, zusammensetzt.

jet hochtöner

Zugegebenermaßen hatte ich, nicht zuletzt aufgrund der besonderen Aufmerksamkeit, die Elac mittels Jet-Hochtöner dem oberen Frequenzbereich widmet, einen Lautsprecher erwartet, der sich vor allem über seinen Hochtonbereich definiert. Eher eine Prise an harscheren Tönen zu viel, eher etwas zu crisp denn relaxt. Das aber, was der Jet III in meinem Hörraum ablieferte, war keinesfalls überzogen, sondern perfekt auf ein langzeithörtaugliches Maß hin abgestimmt.

Bei alledem steht der 14-cm-Mitteltontreiber seinem faltigen Kollegen aus der Hochtonabteilung nicht nach. Der Übergang zu den Mitten gelingt ohne hörbare Brüche. Vor allem Stimmen oder Instrumente mit ausgedehntem Tonumfang würden einen guten Teil ihres Reizes einbüssen, patzte der Lautsprecher hier. Stacey Kents Gesang wird von den Kieler Wandlern mit natürlichem Timbre und ohne erkennbare Einbußen an Homogenität oder Transparenz wiedergegeben.

beethovenGleiches gilt auch für den Steinway D aus dem Jahre 1901, welcher von Elisabeth Leonskaja für ihre Interpretation Beethovens später Klaviersonaten 109-111 ausgewählt wurde. Auf Late Piano Sonatas, vom Klassiklabel Dabringhaus und Grimm produziert, gibt es einen hervorragenden, authentisch eingefangenen Klavierklang zu bewundern.

Musikalisch begeistern mich die Sonaten, weil sie eindrucksvoll zeigen, wie weit der Bonner seiner Zeit voraus gewesen sein muss. Beim Hören gelingt es mir daher kaum, mich dem Reiz dieser – die Expressivität der romantischen Gefühlswelt bereits vorwegnehmenden – Meisterwerke zu entziehen. Aber genug geschwärmt:

Wieder konzentriert bei der Arbeit, lässt sich nicht völlig verhehlen, dass Übergang Nummer Zwei, nämlich der zwischen dem Mitteltöner und den beiden Basschassis nicht ganz so bruchlos gelingt wie bei den höheren Registern. Eine leichte Veränderung in der Tonfarbe des Steinways zeigt an, wann die Basstreiber das Ruder übernehmen.

elac fs 249

Nennen sie es ruhig Erbsenzählerei, solch eine geringe, nur bei intensivem Hören auffallende Inhomogenität einem Lautsprecher der Fünftausend-Euro-Klasse anzukreiden. Ich könnte nicht widersprechen und müsste gleichzeitig eingestehen, ohne diesen kleinen Fauxpas schwerlich etwas am Zusammenspiel der Chassis bemängeln zu können. Solch akademische Betrachtungen sind der Elac dann auch herzlich egal, denn sie tritt gelassen hinter die Musik zurück und lässt uns wissen, wie gekonnt Frau Leonskaja ihr Fach beherrscht und mit den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Instrumentes zu spielen versteht. Mal romantisch und nachdenklich, dann wieder fordernd und dynamisch akzentuiert. Dabei taucht sie auch lustvoll in den Frequenzkeller ein.

Der reicht laut Datenblatt der FS 249 BE bis zu einer unteren Grenzfrequenz von 28 Hz hinab. Ein Test mit einer Subwoofer-Setup-CD offenbart bei immerhin 30 Hz noch ausreichend vorhandenen wollnyPegel, darunter wird es rasch still. Eine respektable Leistung, angesichts der keinesfalls exorbitanten Ausmaße unserer Testobjekte. Der zweite Track der neuen CD von Michael Wollny´s [em], Wasted & Wanted, nimmt Bezug auf den ersten Satz von Gustav Mahlers fünfter Symphonie und heißt dann auch bezeichnenderweise „Symphony No.V, Mov 1: Trauermarsch“. Bassistin und Drummer unterlegen das Stück mit einer treibenden Bassfigur, die mit ihrem repetitiven Charakter den Bezug zum namensgebenden Trauermarsch herstellt. Das kommt über die Elacs schön satt und hinreichend tief.

Dennoch wird hier erkennbar, wie Kontur und Schnelligkeit im Vergleich zur wirklich beeindruckenden Performance der Hoch- und Mitteltöner etwas nachlassen. Einige mir näher bekannte Top-Wandler (zum Beispiel Klein&Hummel O 500 D oder Audiodatas Sculpture) können das besser und bringen, ohne auch nur minimal aufzuweichen, mehr Tiefstbass und Schwärze ins Spiel. Bedenkt man aber, dass im Preisbereich der Elac naturgemäß mit Kompromissen gelebt werden muss, kann ich ihr diese kleineren Mankos gut nachsehen.

elac fs 249 be

Test: Elac FS 249 BE | Standlautsprecher

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