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Test-Fazit: Dynaudio Xeo 5 Lautsprecher

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  1. 4 Test-Fazit: Dynaudio Xeo 5 Lautsprecher

Wann immer ich eine Box der Skanderborger vor meinen Ohren hatte, fiel mir der Vergleich zu einem VW Golf ein: Das Auto als Sinnbild des Musterschülers, der im Grunde jedem gefällt, weil er sich kaum Schwächen erlaubt. Mit ihm kann man überall vorfahren und ist nie under- oder overdressed. Mithin ein, oder gerade das Geheimnis seines Erfolges. Ein Ausbund an emotionaler Extravaganz – das wird ihm oft vorgeworfen – ist der Wolfsburger Kompaktwagen indes nicht.

Dynaudio Xeo 5

Im übertragenen Sinn trifft das auch auf die Xeo 5 zu. Sie ist untadelig verarbeitet, sieht in nahezu jeder Umgebung gut aus, das Handling ist simpel, ihre Technik funktional und zuverlässig, ihr Preis nicht günstig aber angemessen.

Klanglich erlaubt sie sich keine Effekthascherei, gibt alle Quellen vorlagengetreu wieder. Was bedeutet: Ist etwa von der Festplatte zugespielte Musik stark komprimiert und artefaktbehaftet, macht das keinen Spaß. Dann klingt das eben genauso flach und blutleer, wie es das Ausgangsmaterial hergibt. Die Dynaudio Xeo färbt nichts schön, nur um zu gefallen. Haben wir es aber mit hochwertig gemasterten Titeln zu tun, die das gesamte Frequenzspektrum bedienen und mit Auflösungsvermögen sowie vielen tonalen Facetten und raffinierten Details zu gefallen Dynaudio Xeo 5wissen, kommt das am Hörplatz an. Man hat stets das Gefühl, die Dänin nimmt sich selbst aus dem Vortrag zurück, fühlt sich der Rolle der Übermittlerin und nicht der der Interpretin verpflichtet. Das ist so konsequent, dass es nicht zu bemängeln ist. Wobei ich persönlich – um die kleine Metapher noch einmal aufzugreifen – lieber einen 24 Jahre alten Benz fahre, dem ich seine diversen kleinen Macken augenzwinkernd verzeihe und mich dabei trotzdem (oder deshalb?) pudelwohl fühle.

Die Dynaudio bleibt auch bei höherem Pegel souverän und homogen. Für die große Hausparty taugt sie allerdings nur bedingt. „Fährt“ man sie lautstärkemäßig richtig aus, verliert sie vor allem im Bass und der räumlichen Abbildung etwas die Contenance und wirkt leicht angestrengt. Für derlei muss man die schlichte Schönheit ja aber auch nicht unbedingt missbrauchen.

Die hübsche Säule gab sich im Test übrigens absolut aufstellungsunkritisch. Freie Positionierung mit genügend Raum zu allen Seiten passt ihr sehr gut. Das Hörzimmer sollte nicht zu klein sein, damit sich der Bassbereich schön entfalten kann. Einwinkeln kann man sie, muss man aber nicht, die Dänin strahlt angenehm breit ab. Hier entscheidet der persönliche Geschmack.

Unterm Strich geht Dynaudios Kalkül auf: Bewährte Lautsprechertechnik in Vollaktivausführung + problemlos funktionierende Funkübertragung für alle verfügbaren Quellen = echte Alternative zu konventioneller HiFi-Anlage. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, kommt einem der gute alte Geräteturm plötzlich reichlich „oldschool“ vor.

Dynaudios Xeo 5 …

  • versteht sich als Mittlerin von Musik, interpretiert sie nicht. Heißt: Sie gibt das wieder, was das Ausgangsmaterial „kann“. Nicht mehr und nicht weniger.
  • leuchtet Räume in Tiefe und Breite präzise und realistisch aus.
  • spielt über das gesamte Frequenzspektrum harmonisch, homogen und in sich geschlossen, was einen Eindruck von innerer Ruhe, Souveränität und Langzeittauglichkeit vermittelt.
  • spielt im Bass kräftig und trocken – weshalb sie etwas Raum benötigt –, aber weder zu üppig noch besonders „schnell“. Doch auch wenn es noch zackiger wirkende Lautsprecher in dieser Klasse gibt, das Timing stimmt. Verschleppt wirkt nichts.
  • gibt sich im Mittenband weniger präsent als etwa eine Magnat Quantum 905 oder eine Wharfedale Jade 5, die hier etwas forscher auftreten. So wirken etwa Stimmen und akustische Gitarren über die Xeo 5 zunächst asketischer, was nach längerem Hören jedoch als angenehm entschlackt wahrgenommen wird.
  • findet im Hochtonbereich ebenfalls das richtige Maß und bietet Feinauflösung und Durchhörbarkeit. Am oberen Frequenzende fehlt keine Information, hier wird jedes Detail herausgearbeitet und luftig dargeboten. Natürlich ist der Xeo aber auch hier die innere Harmonie das Allerwichtigste, so dass es niemals scharf oder glasig wird. Allerdings benötigt der Hochtöner Einspielzeit.
  • arbeitet auch aus komplexen Strukturen feine Details sauber heraus, ohne sich in Einzelereignissen zu verlieren.
  • stellt Stimmen fast scherenschnittartig und dreidimensional in den Raum.
  • ist kein „Partyluder“. Die große Sause steht ihr nicht. Wird´s zu laut, klingt sie angestrengt. Aber da befinden wir uns in Pegelregionen, wo sensible Nachbarn bereits die Polizei verständigt haben.
  • ist technisch das bisher unkomplizierteste und problemloseste Funklautsprechersystem, das ich kenne. Dazu vollkommen unempfindlich gegen jedwede Störsignale.

Dynaudio Xeo

Fakten:

  • Modell: Dynaudio Xeo 5
  • Konzept: aktiver Zweiwege-Bassreflex-Standlautsprecher mit integriertem Funkempfänger
  • Preis: 2.900 Euro (Lautsprecher im Set mit Transmitter und Fernbedienung)
  • Maße & Gewicht: 170 x 922 x 260 mm (BxHxT), 16,7 kg/Stück
  • Farben: in vier Oberflächen erhältlich: Hochglanz-Schwarz und -Weiß sowie Seidenmatt-Schwarz und -Weiß
  • Leistungsaufnahme im Standby: 0,6 Watt
  • Garantie: 5 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
Dynaudio International GmbH
Ohepark 2 | 21224 Rosengarten
Telefon: 04108 – 4180 – 0
eMail: info@dynaudio.de
Web: www.dynaudio.de

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Test: Dynaudio Xeo 5 | Aktivlautsprecher, Standlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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