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Test-Fazit: Dynaudio Xeo 4

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Dynaudio Xeo 4

Für mich ist die drahtlose Dynaudio erst jetzt – in der weiterentwickelten Variante – ein Volltreffer. Hatten die Dänen schon im Premierenjahr 2012 vollmundig damit geworben, dass potenzielle Xeo-Kunden ihre konventionelle Stereoanlage zugunsten des Dynaudio-Wireless-Konzepts im Grunde ausmustern können, hätte ich das seinerzeit nicht unbedingt unterschreiben wollen. Die Xeo 4 aber macht jetzt wirklich alles richtig und könnte für puristisch orientierte HiFiisten, die auf Gerätetürme und Kabelsalat – indes nicht auf ausgewachsen souveränen Klang – verzichten wollen, eine echte Alternative sein.

Dynaudio Xeo 4

Die Funkübertragung funktionierte schon bei den Vorgängermodellen komplett störungsfrei, zwei weitere Frequenzbänder sorgen jetzt dafür, dass dies unter allen Betriebsbedingungen so bleibt. Das obligatorische Quelleninterface „Hub“ stellt genügend Schnittstellen bereit, um digitale wie analoge Zuspieler einzubinden, die Systemerweiterung „Link“ ist eine hochinteressante Erweiterung für die unkomplizierte Einrichtung weiterer Hörzonen. Aber das Wichtigste: Dynaudio hat – vermutlich durch Feintuning an den DSPs und den Class-D-Amps – aus der zuvor gleichwohl sehr neutral und linear wie nüchtern aufspielenden Box eine quirlig-emotionale Musikantin gemacht, die klanglich wie eine Allzweckwaffe daherkommt. Sie kann nämlich wirklich beides: kraftvoll drauflos zu brezeln macht ihr ohrenscheinlich genauso viel Freude wie alle Nuancen einer audiophilen Aufnahme aufzudröseln und raumfüllend vor dem Auditorium zu präsentieren. Dabei reicht die kompakte Box im Bass so tief hinab, dass der Wunsch nach noch mehr Tiefgang kaum aufkommt. Zumindest nicht in durchschnittlich großen Räumen.

Allzu komprimiertes Material mag sie nicht, dessen Artefakte und Sibilanten führt sie gnadenlos vor. Aber das erwartet man ja auch von einem Lautsprecher dieser Klasse. Einzig über die eigentümlich grobe Lautstärkeabstufung könnten die Entwickler noch einmal nachdenken. Und über eine logischere Paketpolitik. Dass das zwingend zur Ansteuerung der Lautsprecher benötigte Device „Hub“ separat erworben werden muss – Dynaudio begründet dies mit einem flexibel konfigurierbaren System – erschließt sich mir nicht so recht, trübt die Freude über diese insgesamt sehr gelungene Vorstellung aber auch nicht nachhaltig ein.

Steckbrief Dynaudio Xeo 4:

  • Für das zur Verfügung stehende Gehäusevolumen generiert die Xeo 4 ein ausnehmend substanzielles Bassfundament, welches sie stets strukturiert und präzise zu Gehör bringt. In mittelgroßen Räumen bis etwa 20 Quadratmetern vermisst man definitiv weder einen Subwoofer noch eine Standbox.
  • Herstellertypisch unverfälschtes, neutrales Mittenband mit enorm plastischer und fokussierter Stimmwiedergabe.
  • Hochtonbereich sanft zurückgenommen und ohne jede Bissigkeit, dennoch sehr nuancen- wie detailreich.
  • Hervorragende Raumabbildung mit großzügigem, luftigem und dreidimensionalem Bühneneindruck. Das Geschehen ist in Tiefe wie Breite sauber gestaffelt und in sich geordnet, ohne statisch zu klingen. Überdies löst sich die Musik wie selbstverständlich von den Lautsprechern und bleibt selbst in komplexen Passagen bis in Details durchhörbar.
  • Ein swingender Fluss mit punktgenauem Timing sorgt für einen insgesamt musikalisch engagierten und das Auditorium in das Geschehen hineinziehenden Duktus. Die kleine Dänin hat ein feines Gespür für Rhythmus und Groove, zudem geht ihr auch bei ambitioniertem Pegel nicht so schnell die Puste aus.

Fakten:

  • Modell: Dynaudio Xeo 4
  • Konzept: Aktiver Zweiwege-Kompaktlautsprecher mit Funkmodul und D/A-Wandler
  • Paarpreis: 1.700 Euro
  • Ein-/Ausgänge: Keine, Quellen werden über „Xeo Hub“ (obligatorisch) per Funk zur Box übertragen
  • Maße & Gewicht: 170 x 282 x 246 mm (BxHxT), 6,4 kg
  • Farben: Weiß (Seidenmatt) / Schwarz (Seidenmatt)
  • Garantie: bei Registrierung 8 Jahre

Zubehör (für den Betrieb obligatorisch):

  • Modell: Xeo Hub
  • Konzept: USB-Signaltransmitter/Funksender im 2,4 GHz-/5,2 GHz-/5,6 GHz-Band
  • Preis: 250 Euro
  • Digitaleingänge: drei (optisch, koaxial, USB), alle unterstützen bis zu 24 Bit/96 kHz, gesendet wird mit CD-Auflösung
  • Analogeingänge: zwei (Cinch, Miniklinke), werden intern digital gewandelt
  • Fernbedienung
  • Farbe: Schwarz
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:
Dynaudio International GmbH
Ohepark 2 | 21224 Rosengarten
Telefon: 04108 – 4180-0
eMail: info@dynaudio.de
Web: www.dynaudio.de

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Test: Dynaudio Xeo 4 | Aktivlautsprecher, Kompaktlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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